Ostfildern.| Ab September werden die Kreuzungen an der Nellinger Linde und bei der Firma Festo am Berkheimer Ortsrand ausgebaut. Auf Nellingen kommt während der Bauzeit eine starke Belastung zu.

Seit einigen Jahren schon werden angesichts der starken Verkehrsbelastung nach und nach die Kreuzungen im Verlauf der Landesstraße 1192 zwischen der B 10 im Neckartal und der Autobahn bei Neuhausen ausgebaut. Zusätzliche Fahrspuren und verbesserte Ampelanlagen sollen dabei den Verkehrsfluss auf dieser vor allem morgens und abends stark befahrenen Verbindung beschleunigen. Ab dem kommenden September sind zwei bislang stark belastete Kreuzungen an der Reihe. In mehreren Bauabschnitten sollen die Kreuzung an der Nellinger Linde und der Verkehrsknoten nahe der Firma Festo am Berkheimer Ortsrand umgebaut werden.

Der Verkehrsplaner Jürgen Karajan hat das Vorhaben in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt erläutert. Dabei wurde deutlich, dass während einer etwa sechsmonatigen Bauzeit insbesondere der Stadtteil Nellingen bis zum Frühjahr 2018 mit einer erheblichen Zunahme des Durchgangsverkehrs zu rechnen hat. Um nämlich das kurze Straßenstück zwischen der Kreuzung Nellinger Linde und dem Verkehrsknoten an der Landesstraße 1192 ausbauen zu können, wird diese Verbindung ab dem Spätsommer nur aus der Richtung Berkheim befahrbar sein. Der Verkehr vom Neckartal über den Esslinger Zollberg in Richtung Autobahn und Neuhausen sowie auch zum Gewerbegebiet in Berkheim wird während dieses halben Jahres durch die Esslinger und die Denkendorfer Straße in Nellingen hin zur Umgehungsstraße geleitet.

Für Nellingen bedeutet das eine erhebliche Mehrbelastung. So rechnen die Planer damit, dass sich während der Bauzeit zu den Spitzenzeiten morgens und abends statt derzeit rund 1.000 bis zu 1.500 Fahrzeuge pro Stunde durch Nellingen bewegen. Bedingt durch die Einbahnstraßenregelung zwischen den beiden Kreuzungen werden nach den Berechnungen des Ingenieurbüros Karajan unter diesen 500 zusätzlichen Fahrzeugen auch etwa 200 Autos pro Stunde sein, die aus Nellingen selbst kommen und zur Hauptverkehrszeit am Morgen durch die Denkendorfer Straße fahren werden. Auch die Hindenburgstraße wird ein deutliches Plus an Fahrzeugen zu verkraften haben.

Um angesichts der erwarteten Mehrbelastung den Verkehrsfluss in der Ortsdurchfahrt Nellingen auch in den Spitzenzeiten aufrecht zu erhalten, sehen die Planungen eine veränderte Ampelschaltung an der Kreuzung Esslinger, Denkendorfer und Hindenburgstraße vor. Dazu gehört auch, dass die Bevorrechtigung für Busse abgeschaltet wird. Auch das bisherige Rundum-Grün für Fußgänger entfällt. Zusätzlich könnte die Fußgängerfurt in der Esslinger Straße in Spitzenzeiten gesperrt, über eine Änderung der Parkmöglichkeiten in der Esslinger Straße soll nachgedacht werden.

In den Baustellen an den beiden Kreuzungen werden zunächst provisorische Ampelanlagen aufgebaut, anschließend beginnt der Umbau. Neben den Autofahrern werden sich auch Fußgänger und Radfahrer auf Umleitungen während der Bauzeit einstellen müssen. Linienbusse haben weiterhin ungehinderte Durchfahrt, lediglich während der Phase der Asphaltierung der Straßen werden Busse umgeleitet. Die Kreuzungen sollen auch während der Umbauzeit befahrbar sein. Nur während des Einbaus der Fahrbahndecke soll es laut Karajan an einem Wochenende zu Teilsperrungen kommen.

Die Kosten des Umbaus der beiden Verkehrsknoten belaufen sich auf etwa 4,33 Millionen Euro. Abzüglich der Zuschüsse muss der Landkreis Esslingen rund 2,3 Millionen Euro übernehmen. Der Umbau der Kreuzung Nellinger Linde hätte die Stadtkasse nach Abzug der Landeszuschüsse mit etwa 350.000 Euro belastet. Entsprechend einer Vereinbarung trägt die Stadt Esslingen als Hauptnutznießerin des Umbaus jedoch diese Kosten.

Bild: Der Umbau an der Nellinger Linde bringt noch mehr Verkehr mit sich.