{"id":157229,"date":"2020-09-15T12:17:59","date_gmt":"2020-09-15T11:17:59","guid":{"rendered":"https:\/\/die-webzeitung.de\/ludwigsburg\/?p=157229"},"modified":"2020-09-15T12:17:59","modified_gmt":"2020-09-15T11:17:59","slug":"verleihung-des-deutschen-nachwuchsfilmpreises","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/die-webzeitung.de\/ludwigsburg\/2020\/09\/15\/verleihung-des-deutschen-nachwuchsfilmpreises\/","title":{"rendered":"Verleihung des deutschen Nachwuchsfilmpreises"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>VIER AWARDS F\u00dcR DIPLOMAND*INNEN DER FILMAKADEMIE BADEN-W\u00dcRTTEMBERG<\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gro\u00dfer Auftritt f\u00fcr den Ludwigsburger Filmnachwuchs bei der Verleihung der FIRST STEPS Awards am Montagabend in Berlin (14.09.2020): Gleich vier der insgesamt neun Nachwuchspreise gingen an Diplomandinnen und Diplomanden der Filmakademie Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So war der experimentelle Science-Fiction-Film THE TROUBLE WITH BEING BORN unter der Regie von Sandra Wollner erfolgreich und gewann den FIRST STEPS Award in der Kategorie \u201eAbendf\u00fcllender Spielfilm\u201c. \u00dcber den bereits mehrfach ausgezeichneten 90-Min\u00fcter, der den filmgeschichtlichen Topos des k\u00fcnstlichen Menschen neu und originell interpretiert, urteilte die Jury: \u201eIn Sandra Wollners THE TROUBLE WITH BEING BORN wandern Androiden durch dichte, d\u00fcstere W\u00e4lder und triste, graue Wohnsiedlungen, aber vor allem durch lose Erinnerungen und verdr\u00e4ngte Traumata. Hinein in tiefe Abgr\u00fcnde voller Sch\u00f6nheit, Sehnsucht und Schmerz. Im st\u00e4ndigen Wechsel zwischen verst\u00f6render Realit\u00e4t und futuristischen Romantizismus. Der Regisseurin ist ein sehr eigener, aufw\u00fchlender, aber auch einf\u00fchlsamer Film gelungen, der uns unausweichlich mit den gro\u00dfen Fragen des menschlichen Seins konfrontiert. Woher kommen wir, wohin gehen wir? Mit ganz eigener Handschrift und beunruhigender \u00c4sthetik f\u00fchrt sie uns durch eine Geschichte, die nur auf den ersten Blick weit entfernt scheint&#8230;\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Kategorie Drehbuch konnte das Skript von Driton Sadiku zum abendf\u00fcllenden Spielfilm DRAKULLA \u2013 ALBANIENS DRACULA den begehrten Award gewinnen: \u201eDriton Sadikus Drehbuch DRAKULLA \u2013 ALBANIES DRACULA ist eine emotionale Zumutung\u201c, erkl\u00e4rte die Jury in ihrer Begr\u00fcndung. \u201eEs packt uns, l\u00e4sst uns keine Sekunde aus seinem Bann und spuckt uns am Ende gebeutelt wieder aus. Es ist dar\u00fcber hinaus ein Drehbuch von gro\u00dfer Poesie und Bildgewalt. Dass der Autor die Grauen des Balkankrieges 1913 nicht konkret erz\u00e4hlt, sondern anhand der Verwandlung einer traumatisierten Mutter in eine Vampirin, macht es nur noch eindringlicher. Das Knacken der Knochen und das Wegbrechen der Z\u00e4hne brennt sich den Leser*innen ebenso ein wie das best\u00e4ndige Heulen der W\u00f6lfe und das Wimmern der Kinder. So bekommt man eine Ahnung von der ganz realen physischen und psychischen Gewalt des Krieges. Driton Sadiku erz\u00e4hlt mit Wucht und immer wieder auch W\u00e4rme \u2013 und anhand von Figuren, die uns nah kommen und die wir nicht vergessen werden.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den \u201eMichael-Ballhaus-Preis f\u00fcr Kameraabsolvent*innen\u201c waren in diesem Jahr drei junge DoPs nominiert. Gewonnen hat den begehrten Preis schlie\u00dflich Filmakademie-Diplomand Philip Henze f\u00fcr seine Bildgestaltung in dem Spielfilm TALA\u2019VISION. Der 28-Min\u00fcter erz\u00e4hlt in eindrucksvollen Bildern die Geschichte von der 8-j\u00e4hrigen Tala und ihrem Leben in einer vom Krieg gepr\u00e4gten Realit\u00e4t. Trost und Freiheit findet sie in einem Fernseher, dessen geheime Existenz jedoch schnell \u00fcber Leben und Tod entscheidet: \u201eWas braucht eine Geschichte? Dieser Frage stellt sich eine Bildgestaltung, die \u00fcber die perfekte technische Umsetzung hinaus geht. In TALA\u2018VISION erzeugt Philip Henze Einstellungen, die sich zweifelsohne vollends der Geschichte und ihrer Hauptfigur hingeben. Der Kameraabsolvent kreiert einen intensiven Sog aus Bildern, der uns in die kleine, weite Welt der jungen und mutigen Tala eintauchen l\u00e4sst. Mit einer empathischen Handkamera erleben wir, wie ein siebenj\u00e4hriges M\u00e4dchen im syrischen Kriegsgebiet versucht, ein St\u00fcck ihrer Freiheit zur\u00fcck zu gewinnen. Ihr kindlicher Blick, den wir mit ihr teilen, steht im Kontrast zu einer harten hoffnungslosen Au\u00dfenwelt. Philip Henze schafft den Raum, der dem Schauspiel die volle emotionale Entfaltung erm\u00f6glicht, um eine sehr ber\u00fchrende Geschichte zu erz\u00e4hlen.\u201c \u2013 so die Begr\u00fcndung der Jury.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Kategorie Werbefilm stammen alle drei nominierten Filme von der FABW. Mit entsprechender Spannung wurde das Urteil der Jury erwartet. Ganz oben auf das Siegertreppchen schaffte es schlie\u00dflich A FISHED UP LIFE (Regie: Hanna Seidel). Der Spot portr\u00e4tiert Bob, der auf die Werbung f\u00fcr ein neues Shampoo hereinf\u00e4llt und das beworbene Produkt kauft. Durch das Shampoo w\u00e4chst ihm ein Fisch aus dem Kopf, der Bobs Leben an einem Tag runiniert. \u201eIn A FISHED UP LIFE warnt Hanna Seidel unterhaltsam und mit hohem Wiedererkennungswert vor unbewusstem oder zumindest oberfl\u00e4chlichem Konsum. Dabei beweist sie nicht nur ein pr\u00e4zises Gesp\u00fcr f\u00fcr Humor und Timing, sondern l\u00e4sst in der poppigen \u00c4sthetik und dem hervorragenden Cast ihr hohes kreatives Potential erkennen. Hier passt einfach alles: Idee, Casting, hoher production value. Ein Spot, der im wahrsten Sinne des Wortes im Kopf bleibt\u201c, so die Jury in ihrer Begr\u00fcndung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die diesj\u00e4hrigen FIRST STEPS Awards wurden aus insgesamt 203 Filmeinreichungen 30 junge Filmschaffende nominiert. W\u00e4hrend der von der Schauspielerin Nilam Farooq moderierten Show sind First Steps Awards mit Preisgeldern von insgesamt 117.500 Euro vergeben worden. Die Preisverleihung ist noch 7 Tage lang auf PROSIEBEN.DE abrufbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der deutsche Nachwuchspreis FIRST STEPS Awards, im Jahr 2000 als private Initiative der Filmbranche und Wirtschaft ins Leben gerufen, ist die bedeutendste Auszeichnung f\u00fcr Abschlussfilme von Filmschulen in den deutschsprachigen L\u00e4ndern. Die Awards werden j\u00e4hrlich in neun Preiskategorien an Regisseur*innen, Produzent*innen, Kameraleute und Drehbuchautor*innen von kurzen, mittellangen und abendf\u00fcllenden Spielfilmen, Dokumentarfilmen und Werbespots sowie an Nachwuchs-Schaupieler*innen vergeben. Die finanzielle Anerkennung gibt den Preistr\u00e4ger*innen nach dem Studium die Chance, an neuen Projekten zu arbeiten. Seit 2004 werden sie dabei unterst\u00fctzt von Mentor*innen der Deutschen Filmakademie.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>VIER AWARDS F\u00dcR DIPLOMAND*INNEN DER FILMAKADEMIE BADEN-W\u00dcRTTEMBERG Gro\u00dfer Auftritt f\u00fcr den Ludwigsburger Filmnachwuchs bei der Verleihung der FIRST STEPS Awards am Montagabend in Berlin (14.09.2020): Gleich vier der insgesamt neun Nachwuchspreise gingen an Diplomandinnen und Diplomanden der Filmakademie Baden-W\u00fcrttemberg. 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