{"id":154013,"date":"2019-11-22T18:32:40","date_gmt":"2019-11-22T17:32:40","guid":{"rendered":"https:\/\/die-webzeitung.de\/ludwigsburg\/?p=154013"},"modified":"2019-11-22T18:32:40","modified_gmt":"2019-11-22T17:32:40","slug":"nabu-oh-tannenbaum-wie-oekologisch-bist-du","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/die-webzeitung.de\/ludwigsburg\/2019\/11\/22\/nabu-oh-tannenbaum-wie-oekologisch-bist-du\/","title":{"rendered":"NABU: Oh Tannenbaum, wie \u00f6kologisch bist du?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Regional, mit Ballen, Zertifikat oder aus Durchforstung \u2013 Alternativen zum gespritzten Plantagenbaum <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stuttgart.| Der Trend beim Weihnachtsbaum geht zu regionalen Modellen. Das freut den NABU-Landesvorsitzenden und Forstexperten Johannes Enssle: \u201eDas Kaufverhalten \u00e4ndert sich. Nur noch zehn statt fr\u00fcher 25 Prozent der B\u00e4ume stammen aus dem europ\u00e4ischen Ausland, meist aus d\u00e4nischen Plantagen. Die Menschen im S\u00fcdwesten kaufen vermehrt Christb\u00e4ume aus regionalem Anbau. Rund zehn Prozent greifen zu einem Baum mit Ballen, der nach 14 Tagen im Wohnzimmer nicht mehr auf dem Kompost landet. Und manche mieten sich einen Baum.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aktuell stehen auf 2.400 Hektar Fl\u00e4che im Land Weihnachtsb\u00e4ume. \u201ePlantagenb\u00e4ume werden in der Regel kr\u00e4ftig gespritzt und ged\u00fcngt, mit Insektiziden gegen R\u00fcsselk\u00e4fer und L\u00e4use, Herbiziden gegen konkurrierendes Gew\u00e4chs und Minerald\u00fcnger f\u00fcr einen gleichm\u00e4\u00dfigen Wuchs und f\u00fcr eine intensive Gr\u00fcn- und Blauf\u00e4rbung der Nadeln. Die B\u00e4ume werden h\u00e4ufig in Monokulturen angebaut. Diese bieten wenig Vielfalt als Lebensraum f\u00fcr Tiere. Dabei zeigen \u00d6kobetriebe, dass es anders geht. Alle Bereiche der Landwirtschaft sollten pr\u00fcfen, welchen Beitrag sie zur Pestizidreduktion im Land leisten k\u00f6nnen\u201c, sagt Enssle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer Wert auf giftfreie B\u00e4ume in der guten Stube legt, kann zu einem der noch wenigen Weihnachtsb\u00e4ume mit Siegel greifen: \u201eMit dem Kauf eines Baumes mit Siegel von Naturland, Bioland, Demeter oder Forest Stewardship Council (FSC) setzen Verbraucherinnen und Verbraucher ein Zeichen f\u00fcr den giftfreien Anbau von Weihnachtsb\u00e4umen\u201c, so Enssle. Einen \u00dcberblick \u00fcber lokale Anbieter nach Regionen gibt die Waldschutzorganisation Robin Wood unter <a href=\"http:\/\/www.robinwood.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-saferedirecturl=\"https:\/\/www.google.com\/url?q=http:\/\/www.robinwood.de&amp;source=gmail&amp;ust=1574527716350000&amp;usg=AFQjCNGlwfDGnyZBZScPOiZV6Lbdv1uTHg\">www.robinwood.de<\/a>. Hier sind 62 Verkaufsstellen von 19 Betrieben gelistet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Regional und giftfrei: B\u00e4ume aus Durchforstung<br \/>\n<\/strong>B\u00e4ume aus dem Wald sind \u00f6kologisch gesehen jedem weit gereisten, gespritzten Baum aus riesigen Monokulturen in D\u00e4nemark oder andernorts vorzuziehen\u201c, f\u00fcgt der Forstexperte an. Eine gute Wahl seien Fichten, Kiefern und Wei\u00dftannen, die beim Durchforsten des Waldes ohnehin weichen m\u00fcssen, um anderen B\u00e4umen Platz zu machen. \u201eDiese B\u00e4ume stehen mitten im Wald statt auf Plantagen, verbrauchen damit keinen zus\u00e4tzlichen Platz und sind frei von Giften. Daf\u00fcr sind sie nicht ganz so perfekt gezogen. Am besten beim lokalen F\u00f6rster danach fragen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Regionale Christb\u00e4ume sind besser f\u00fcrs Klima, weil sie nicht quer durch die Republik anreisen. Zudem besteht bei B\u00e4umen aus dem Ausland immer die Gefahr, dass sie unerw\u00fcnscht gebietsfremde Arten huckepack einschleppen. Trotzdem wachsen viele B\u00e4ume aus dem S\u00fcdwesten in Christbaummonokulturen, etwa in der Ortenau und im \u00f6stlichen Odenwald, wo sie gespritzt werden: \u201eAuf den bis zu zwei Hektar gro\u00dfen \u00c4ckern werden oft Kunstd\u00fcnger, Totalherbizide wie Glyphosat und Insektizide eingesetzt, um mit weniger Aufwand vermeintlich perfekte B\u00e4ume zu produzieren. Dabei stehen die vermeintlich perfekten B\u00e4ume dann nur ein paar Tage im Lichterglanz. Das m\u00fcsste nicht sein\u201c, kritisiert Enssle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Alternative zum geschlagenen Baum sind solche mit Wurzelballen. Zehn bis zw\u00f6lf Prozent der Christb\u00e4ume werden im Topf gekauft, so die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Bevor der Christbaum von Terrasse oder Balkon f\u00fcr die Feiertage ins warme Wohnzimmer umzieht, sollte er sich in Keller oder Garage akklimatisieren, damit er den Besuch gut \u00fcbersteht. \u201eWer ihn von unten \u00fcber eine Schale alle zwei Tage gie\u00dft und hell stellt, schafft gute \u00dcberlebenschancen. Der Ausflug ins Warme sollte nur kurz dauern, damit der Baum nicht mitten im Winter frisch treibt. Nach dem Auszug muss der Ballen f\u00fcr einige Zeit vor Frost gesch\u00fctzt werden\u201c, empfiehlt Enssle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein neuer Gro\u00dfstadttrend sind gemietete Weihnachtsb\u00e4ume im Topf. Eine gute Anschaffung kann auch ein stilisierter, geschnitzter Baum sein, wie man sie bald auf Adventsm\u00e4rkten finden kann. \u201eAlternativ lassen sich Tannenzweige oder eine stabile Zimmerpflanze schm\u00fccken.\u201c Von den Plastikversionen r\u00e4t Enssle ab: \u201eMit Plastikm\u00fcll haben wir ja wirklich genug Sorgen. Muss es da auch noch ein Baum aus Plastik sein?\u201c.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regional, mit Ballen, Zertifikat oder aus Durchforstung \u2013 Alternativen zum gespritzten Plantagenbaum Stuttgart.| Der Trend beim Weihnachtsbaum geht zu regionalen Modellen. Das freut den NABU-Landesvorsitzenden und Forstexperten Johannes Enssle: \u201eDas Kaufverhalten \u00e4ndert sich. Nur noch zehn statt fr\u00fcher 25 Prozent der B\u00e4ume stammen aus dem europ\u00e4ischen Ausland, meist aus d\u00e4nischen Plantagen. 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