{"id":153996,"date":"2019-11-20T16:30:39","date_gmt":"2019-11-20T15:30:39","guid":{"rendered":"https:\/\/die-webzeitung.de\/ludwigsburg\/?p=153996"},"modified":"2019-11-20T16:30:39","modified_gmt":"2019-11-20T15:30:39","slug":"hauseigentuemer-sind-zum-klimaschutz-bereit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/die-webzeitung.de\/ludwigsburg\/2019\/11\/20\/hauseigentuemer-sind-zum-klimaschutz-bereit\/","title":{"rendered":"Hauseigent\u00fcmer sind zum Klimaschutz bereit"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Deutschlands Wohneigent\u00fcmer sind der Umwelt- und Klimaschutz sowie die Einsparung von Energiekosten die mit Abstand wichtigsten Motive bei der energetischen Modernisierung ihres Hauses. Das ist das zentrale Ergebnis einer von der W\u00fcstenrot Bausparkasse AG beauftragten repr\u00e4sentativen Umfrage unter 800 Eigent\u00fcmern von Ein- und Zweifamilienh\u00e4usern. Fast jeder Dritte der bundesweit befragten Eigent\u00fcmer benannte explizit den Klimaschutz als Beweggrund f\u00fcr k\u00fcnftige energetische Ma\u00dfnahmen am Wohneigentum. Mehr als zwei Drittel der Befragten streben zudem eine finanzielle Entlastung bei den Kosten f\u00fcr Heizung und Warmwasserbereitung durch die Reduzierung des Energieverbrauchs an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Werterhalt des Hauses spielt mit 14 Prozent ebenso wie f\u00e4llige Reparaturen (8 Prozent) hingegen nur eine untergeordnete Rolle bei den Gr\u00fcnden f\u00fcr eine energetische Modernisierung. Von den Befragten wurden als konkrete Sanierungsma\u00dfnahmen am h\u00e4ufigsten der Einbau von Fenstern genannt, gefolgt von W\u00e4rmed\u00e4mmung, einer neuen Gas-Heizung und der Installation einer Solarthermie-Anlage. \u201eF\u00fcr den Klima- und Umweltschutz in Deutschland sendet unsere Befragung sehr positive Signale. Denn rund jeder f\u00fcnfte Hauseigent\u00fcmer gab an, konkret innerhalb der n\u00e4chsten 2 bis 3 Jahre durchgreifende Modernisierungsma\u00dfnahmen zu planen, einschlie\u00dflich energetischer Ma\u00dfnahmen\u201c, sagt Bernd Hertweck, Vorstandsvorsitzender von W\u00fcstenrot. \u201eGehen wir konservativ davon aus, dass nur jeder zweite Eigent\u00fcmer diesen Worten Taten folgen l\u00e4sst, so folgt daraus eine Verdoppelung, eher noch eine Verdreifachung der bisherigen Sanierungsrate, die wir genau auch ben\u00f6tigen, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wohnimmobilien sind ein Schl\u00fcsselsektor f\u00fcr die Klimaziele<br \/>\n<\/strong>Deutschland will seinen Aussto\u00df an klimasch\u00e4dlichen Treibhausgasen bis zum Jahr 2030 um 55 Prozent reduzieren im Vergleich zu 1990. Bis Mitte des Jahrhunderts soll die Bundesrepublik weitgehend klimaneutral werden, also unter dem Strich keine klimasch\u00e4dlichen Treibhausgase mehr aussto\u00dfen. Dieses Ziel kann nach Ansicht aller Experten aber nur erreicht werden, wenn der Wohngeb\u00e4udebestand umfassend von den Besitzern energetisch ert\u00fcchtigt wird. Auf die rund 17 Millionen selbstgenutzten Wohneinheiten, die sich aus rund 13 Millionen Wohneinheiten in Ein-und Zweifamilienh\u00e4usern sowie knapp 4 Millionen in Eigentumswohnungen\/Mehrfamilienh\u00e4usern zusammensetzen, entfallen dabei immerhin rund 53\u00a0Prozent des Prim\u00e4renergiebedarfs aller Wohngeb\u00e4ude.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Eigent\u00fcmer sind mithin gefordert. Hertweck: \u201eWeiteren R\u00fcckenwind f\u00fcr die Hauseigent\u00fcmer verhei\u00dfen die Eckpunkte im Klimaschutzpaket. Sowohl der avisierte Steuerabzug als auch die gro\u00dfz\u00fcgig angesetzte Austauschpr\u00e4mie f\u00fcr alte \u00d6lheizungen versprechen kr\u00e4ftige Impulse. Entscheidend wird nun sein, dass die Eckpunkte m\u00f6glichst rasch in geltendes Recht \u00fcberf\u00fchrt werden. Zudem sollten auch Haushalte von Ruhest\u00e4ndlern Ber\u00fccksichtigung finden, die vom Steuerabzug kaum profitieren. Durch Stetigkeit und eine langfristige Perspektive bei der F\u00f6rderung entsteht die notwendige Planungssicherheit. So kann die Politik teils verlorengegangenes Vertrauen der Eigent\u00fcmer zur\u00fcckgewinnen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gebrauchte Wohnimmobilien dominieren den Eigent\u00fcmermarkt<br \/>\n<\/strong>Die skizzierte Bedeutung des Immobiliensektors f\u00fcr den Umweltschutz resultiert im Wesentlichen aus der ung\u00fcnstigen Altersstruktur der Wohnimmobilien, nachdem der Neubau jahrzehntelang nur auf Sparklamme gelaufen ist. Auch das ist eine zentrale Erkenntnis der W\u00fcstenrot-Umfrage. So haben zwei Drittel der Befragten ihr Eigenheim gebraucht bezogen. Entweder weil sie diese als Bestandsimmobilie erworben haben (40 Prozent) oder das Haus geerbt bzw. geschenkt bekommen haben (26 Prozent). Nur ein Drittel waren Erstbezieher, entweder als Bauherr (28 Prozent) oder durch einen Erwerb vom Bautr\u00e4ger (6 Prozent). Rund 60 Prozent der Wohneigent\u00fcmer wohnen bereits seit 20 Jahren und l\u00e4nger in ihrem Eigenheim. Dies korrespondiert auch mit der Altersstruktur der H\u00e4user. Es zeigt sich einmal mehr: Traditionell ist das Eigenheim in Deutschland als Haus f\u00fcrs Leben konzipiert. So wohnen etwa 70 Prozent der \u00e4lteren Eigent\u00fcmer bereits seit mindestens 40 Jahren in ihrem Eigenheim.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Modernisierer und Nicht-Modernisierer bleiben sich treu<br \/>\n<\/strong>70 Prozent der Eigent\u00fcmer haben ihr Haus bereits einmal baulich ver\u00e4ndert oder daran gr\u00f6\u00dfere Instandhaltungen, Sanierungen oder Modernisierungen vorgenommen. Unter den Haushalten, die ihr Haus gebraucht gekauft oder geschenkt bekommen\/geerbt haben, liegt der Anteil sogar bei 84 Prozent. Diese Angaben umfassen jedoch die gesamte bisherige Lebensdauer der bewohnten Immobilie. F\u00fcr die nahe Zukunft ergibt sich erfreulicherweise sogar ein \u00fcberproportionaler Modernisierungswunsch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rund jeder F\u00fcnfte (19 Prozent) der Befragten plant in den n\u00e4chsten 2 bis 3 Jahren konkrete Modernisierungsma\u00dfnahmen. Der Anteil der Modernisierungsplaner unter denen, die in der Vergangenheit bereits modernisiert haben, betr\u00e4gt 21\u00a0Prozent. Damit hegt diese Gruppe nicht nur eine gr\u00f6\u00dfere Modernisierungsneigung als die Befragten insgesamt, sie betrachtet Modernisierung offenkundig als fortschreitenden Prozess und h\u00e4lt von daher das Eigentum permanent in Schuss. Insbesondere j\u00fcngere einkommensstarke Gro\u00dfst\u00e4dter sind Mehrfachsanierer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von den Nicht-Modernisierern sieht hingegen auch in Zukunft nur jeder zehnte Ma\u00dfnahmen vor. Einer der wesentlichen Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Zur\u00fcckhaltung ist die Altersstruktur der Eigent\u00fcmer. 40 Prozent der Wohneigent\u00fcmer im Eigenheim sind bereits im Ruhestand. Unter diesen Ruhest\u00e4ndlern ist der Anteil derer, die Modernisierungsma\u00dfnahmen planen, mit 12 Prozent deutlich geringer.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr Deutschlands Wohneigent\u00fcmer sind der Umwelt- und Klimaschutz sowie die Einsparung von Energiekosten die mit Abstand wichtigsten Motive bei der energetischen Modernisierung ihres Hauses. Das ist das zentrale Ergebnis einer von der W\u00fcstenrot Bausparkasse AG beauftragten repr\u00e4sentativen Umfrage unter 800 Eigent\u00fcmern von Ein- und Zweifamilienh\u00e4usern. 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