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Stellungnahme des TuS Freiberg e. V. zum Gemeinderatsbeschluß bezüglich des geplanten Sportvereinszentrums

Freiberg a. N.| Am 16.05.2023 hat der Gemeinderat, wie in der letzten Ausgabe der Freiberger Nachrichten zu lesen war, sich mehrheitlich gegen die Weiterverfolgung des vom TuS Freiberg geplanten Sportvereinszentrums entschieden. Die Entscheidung ist für uns, auch mit etwas Abstand, nach wie vor nicht nachvollziehbar.

Dieser Beschluss des Gemeinderats richtet sich gegen den Großteil der Freiberger Bevölkerung:

  1. die Mitglieder des TuS Freiberg, in dem sich über 15 % der Freiberger Bürger organisieren. Der Verein sieht sich durch die anhaltende Rückentwicklung des ehrenamtlichen Engagements in der Gesellschaft mittelfristig in seiner Existenz bedroht.
  2. die Freiberger Bürgerschaft, die zukünftig weiter an eine gesundheitssportliche Unterversorgung im Stadtgebiet leiden wird.
  3. die Kinder und Familien, denen u.U. die Möglichkeit auf einen geplanten Sportkindergarten, in Kooperation mit der Stadt Freiberg, genommen wurde. Dieser wird nun vereinsintern in Frage gestellt.
  4. alle Freiberger Sportvereine, da die Chance auf Entlastung der kommunalen Sportstättensituation leichtfertig vertan wurde.
  5. die Schulen und Kindergärten, mit denen der Verein aktuell Kooperationen unterhält (alle Freiberger Grundschulen sowie dem Beethovenkindergarten und Riedkinderhaus), da diese von den Vereinsangeboten verdrängt werden (Hallensituation) und durch die ausbleibende Professionalisierung nicht mehr durchgeführt werden können (Übungsleitersituation). Dieser Prozess hat leider schon begonnen – vier Kooperationen können Stand jetzt im kommenden Schul-/ Kindergartenjahr nicht mehr durchgeführt werden.
  6. die Grünlandschüler, deren Schulsport während der anstehenden Generalsanierung der Lugaufhalle wohl ersatzlos ausfallen wird.
  7. der neuen Ganztagsschule am Kasteneck, da die Übernahme von Sportangeboten durch den TuS Freiberg durch die ausbleibende Professionalisierung nun in Frage steht.
  8. junge Freiberger, die dringend Wohnraum im Stadtgebiet suchen. Auch der angedachte soziale Wohnungsbau kann somit am Lugauf nicht realisiert werden.
  9. nicht zuletzt die Umwelt, da weiterhin täglich etliche Fahrten ins Umland für die gesundheitliche Versorgung stattfinden müssen.

Was war bis dato passiert? Der TuS Freiberg und die Stadtverwaltung verfolgen das Projekt „Sportvereinszentrum“ seit dem Jahr 2017, beraten durch ein Architekturbüro, einer renommierten Beratungsagentur für den Betrieb des Sportvereinszentrums und dem Württembergischen Landessportbund, die den Bau von mittlerweile über 60 Sportvereinszentren in Baden-Württemberg erfolgreich geplant und durchgeführt haben. Keines dieser SVZs musste bisher schließen, wobei die ältesten schon über 20 Jahre im Betrieb sind. Auch uns wurde von allen Fachberatern sowohl das Potential als auch ein positives Betriebsergebnis prognostiziert.

Die jüngsten positiven Beispiele in Weinstadt, Kernen, Sachsenheim oder Bietigheim zeigen, dass ein solches Projekt die Zukunftssicherung für einen Großsportverein darstellt. Seit 2017 war der TuS bei sieben Terminen im Gemeinderat vorstellig, um die aufgetragenen Forderungen des Rats für die Realisierbarkeit der nun abgelehnten Grundsatzentscheidung zu erfüllen. Dabei wurden dem Verein stets positive Signale gesendet. Dieser Prozess hat den TuS Freiberg bisher eine hohe fünfstellige Summe und mehr als 1.200 Arbeitsstunden gekostet.

Am 02.05.2023 stimmte der Gemeinderat in einer nicht-öffentlichen Sondersitzung positiv über das Projekt ab. Dies verkündete Bürgermeister Schaible anlässlich unserer Mitgliederversammlung am 05.05.2023.

Der Gemeinderat lehnte das Konzept dann jedoch überraschend in der öffentlichen Sitzung am 16.05.2023 bei aktuell positiven Rahmenbedingungen mehrheitlich ab, ohne dass der Stadt Freiberg Mehrkosten im Vergleich zum Erhalt des Bestandes entstanden wären. Es wurde sogar bewusst im Beschluss verankert, dass der Gemeinderat, als auch der Verein, das Projekt noch hätten stoppen können, sofern sich die finanziellen Rahmenbedingungen wesentlich verschlechtert hätten. Der Gemeinderatsbeschluss hätte der Startschuss für eine Konkretisierung der Kosten sein sollen, die bei der Ablehnung am 16.05.2023 von vielen Gemeinderäten und Fraktionen in Zweifel gezogen wurden. Mit dem nun negativen Beschluss beraubt der Gemeinderat jedoch den Verein sowie die Stadtverwaltung der Möglichkeit, die prognostizierten Kosten und Erträge zu konkretisierten und die Vision eines Sportvereinszentrum Wirklichkeit werden zu lassen.

Einen Dank möchten wir den sechs Gemeinderäten aussprechen, die dem Projekt zustimmten und die einzigartige Chance, die sich den vielen Freiberger Bürgern ergeben hätte (Vereinsmitglieder, andere Vereine, Wohnungssuchende, Schulen und Kindergärten, Senioren), erkannt haben. Einen besonderen Dank möchten wir Herrn Bürgermeister Dirk Schaible und unserem ersten Beigeordneten Stefan Kegreiß aussprechen, die ebenso wie unsere ehrenamtlichen Vorstände, viele Stunden Arbeit in dieses zukunftsweisende Projekt für die gesamte Stadt Freiberg investiert haben und uns immer mit Rat und Tat zur Seite standen. Trotz diverser kritischer Fragen unterstützten sie das Projekt und waren stets vom Gelingen überzeugt.

Wir werden nun unsere Lage in Ruhe sondieren und ausloten, welche Möglichkeiten der Verein für seine zukünftige Entwicklung und sein weiteres Fortbestehen finden kann.


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