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Innovative Biokinematik setzt bei Arthrose an der Schmerzursache an

Bad Krozingen im Januar 2023. Arthrosepatienten und -patientinnen leiden oft unter starken Schmerzen, die den gesamten Alltag begleiten. Bewegung und ein aktives Leben werden mit der Zeit immer weniger – auch in der Hoffnung, durch Ruhe den weiteren Verschleiß der Gelenke aufzuhalten. „Genau das ist falsch“, weiß Wolfgang Packi, Leiter der Packi Klinik in Bad Krozingen und erläutert: „Und zwar in vielerlei Hinsicht, denn erstens handelt es sich bei Arthrose nicht um einen Gelenkverschleiß und zweitens liegt der Auslöser der Schmerzen nicht im Gelenk selbst.“ Er klärt auf, was genau es damit auf sich hat.

Arthrose ist doch eine Abnutzung – oder?

Arthrose ist eine Veränderung der Gelenkknorpel. „Oft wird hier von ‚Abnutzung oder Verschleiß‘ gesprochen, doch handelt es sich viel mehr um eine Kompression“, erklärt Wolfgang Packi. Ein Knorpel verhält sich ähnlich wie ein Schwamm. Wird er zusammengedrückt, entweicht die im Knorpel enthaltene verbrauchte, nährstoffarme Flüssigkeit. Lässt der Druck nach, saugt sich der Knorpel wieder mit neuer, nährstoffreicher Flüssigkeit voll. Diese dient als Nährgrundlage und ermöglicht Entwicklung und auch Regeneration von Schäden. Dieser Prozess funktioniert jedoch nur, wenn sich Zusammenpressen und Entspannen abwechseln. Sonst ‚verhungert‘ der Knorpel könnte man sagen. Im Fall einer Arthrose ist das der Fall. Doch auch Unfälle oder Verletzungen haben häufig eine Arthrose zur Folge. Hier kommt es mitunter zum Funktionsverlust der Gelenkbänder. Sie sind dafür verantwortlich, dass die Knochen und Gelenke bei Bewegungen optimal geführt werden. Fällt diese Funktion weg, entsteht ein unkontrollierter ‚Spielraum‘, das Gelenk „wackelt“ bei jeder Bewegung. Es wirken sogenannte Scherkräfte und üben ebenfalls Druck auf das Gelenk aus.

Die wahre Schmerzursache

Nun erfolgen bei Schmerzen viele Behandlungen am Gelenk. „Im äußersten Fall kommt es sogar zu einer Operation mit Gelenkersatz. Doch im Anschluss klagen behandelte Personen oft weiter über Schmerzen“, sagt Wolfgang Packi und erklärt: „Hier wird die offensichtliche Strukturveränderung behandelt. Im Fall von Bewegungsschmerz, wie es bei Arthrose der Fall ist, ist es allerdings zielführender zu ermitteln, warum die Funktion eingeschränkt ist. Warum arbeitet das Gelenk oder vielmehr der Knorpel nicht mehr so, wie von der Natur vorgesehen? In der Regel liegt das an einer Asymmetrie der beteiligten Muskulatur.“ Diese können durch Verletzungen oder rheumatische Erkrankungen entstehen, doch viel häufiger sind es Aspekte wie langes Sitzen, wenig oder einseitige Bewegung im Alltag, falsche Körperhaltung oder extreme Belastungen.

Bewegung: Es kommt auf richtig und ausreichend an

Ebenso wie falsche oder zu wenig Bewegung zu Arthrose und damit zu Schmerzen führen kann, kann richtige und ausreichende Bewegung diese auch therapieren. Diesen Ansatz verfolgt die Biokinematik. „Bei der Behandlung von Arthrosepatienten mit der Biokinematik arbeiten wir an den Regulationsmechanismen des Bewegungsapparates. Das sind die Muskeln. Bänder, Knochen und Gelenke können sich nicht selbst bewegen, das bewerkstelligen die Muskeln. Sind sie in ihrer Funktion gestört, zieht das eine Kettenreaktion nach sich.“ In der einwöchigen stationären Therapie arbeiten Fachärzte und Physiotherapeuten in der Packi Klinik ganz individuell an der Wiederherstellung an der Symmetrie und ausgeglichenen Funktion betroffener Muskelgruppen. „Bei sportlich bedingten Funktionsstörungen der Gelenkbänder arbeiten wir zum Beispiel am umliegenden muskulären Bereich. Dieser kann so umgebaut werden, dass er die fehlende Funktion übernimmt und Gelenk und Knorpel bei Bewegung wieder optimal geführt werden.

Im besten Fall regeneriert der Knorpel

Sofern die Arthrose im Knorpel noch nicht zu weit fortgeschritten ist, kann durch die Biokinematik der natürliche Prozess der Nährstoffaufnahme und somit der Zellbildung wiederhergestellt werden. „Regelmäßige Bewegung ist Grundvoraussetzung, damit sich Knorpelzellen bilden. Ist das der Fall, können wir durch den langfristig angelegten Therapieablauf operative Eingriffe oder gar den Einsatz von künstlichen Gelenken für unsere Patienten abwenden“, so Packi. Betroffene erhalten dazu in der Packi Klinik einen Bewegungsplan, den sie im Alltag Zuhause allein weiterführen können.


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