Foto: Gerd Altmann auf Pixabay
Kritische Infrastruktur ist vorbereitet
  • Aktuell ausreichend PCR-Tests im Kreis vorhanden
  • Kreis könnte im eigenen PCR-Testzentrum vorrangig Tests für Schulen, Kitas und kritische Infrastruktur anbieten

Rems-Murr-Kreis.| Angesichts der Rekord-Inzidenzen, der jüngsten Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz und der anhaltenden Belastung des Gesundheitswesens hat der Erweiterte Krisenstab des Rems-Murr-Kreises am 25. Januar erneut getagt, um weitere Maßnahmen zu besprechen.

„Es war richtig und wichtig, seit Beginn der Pandemie in funktionierende Strukturen zu investieren – etwa bei den Teststrukturen und Impfungen“, sagt Landrat Dr. Richard Sigel. Über die kreisweite Buchungsplattform für Impftermine sind inzwischen auch 50 Arztpraxen angebunden. Auch wenn die Nachfrage nach Impfungen sinkt, sei man mit den geschaffenen digitalen Strukturen auch für eine mögliche vierte Impfung und die Umsetzung der Impfpflicht gut gerüstet, so der Landrat.

„Auch mit unserem breiten Netzwerk an Testangeboten sind wir gut gerüstet für die Omikron-Wand. Vor allem die Zahl der PCR-Testzentren konnten wir zuletzt nochmals deutlich erhöhen. Stand jetzt können PCR-Tests regulär über unsere Homepage gebucht werden“, so der Landrat weiter. Noch ist nicht bekannt, welche Regelungen Bund und Land zur Priorisierung der PCR-Tests treffen werden. „Im Rems-Murr-Kreis haben wir Stand jetzt ausreichend Test-Kapazitäten und könnten in unserem eigenen PCR-Testzentrum mit Anbindung an das Klinik-Labor vorrangig PCR-Tests für Schulen, Kitas und die kritische Infrastruktur ohne Engpässe anbieten“, so der Landrat. Im Erweiterten Krisenstab war man sich einig, dass dieses Angebot für die Bekämpfung der Omikron-Welle wichtig sei. „Wenn das Land die Schulen offen lässt, dann sollte man gerade in diesem sensiblen Bereich PCR-Tests einsetzen können, um bei einem möglichen Ausbruch schnell Klarheit zu haben“, betont der Landrat, der sich im Laufe der Pandemie immer wieder für funktionierende Strukturen für Kinder und Jugendliche eingesetzt hat.

Sollten für die Bürgerschaft die Schnelltests wieder stärker in den Fokus rücken oder für Freitestungen etwa in Schulen benötigt werden, ist der Rems-Murr-Kreis gut gerüstet. Zwei Drittel der Schulen im Landkreis nutzen die App RMK-COSIMA auch derzeit für die Abwicklung der Schnelltests. Überwachte Schnelltests könnten mit der RMK-COSIMA-App ein verlässliches Freitesten ohne Gang ins Testzentrum ermöglichen. „Wir erwarten, dass die Regelungen auf Bundes- und Landesebene bei einer Priorisierung von PCR-Tests solche praktikablen Lösungen mit überwachten Schnelltests durch geschulte Dritte vorsehen“, so der Landrat.

Lage in den Kliniken und in den Arztpraxen derzeit stabil
In den Rems-Murr-Kliniken ist die Lage derzeit stabil. Allerdings wirken sich hohe Inzidenzwerte immer erst zeitversetzt auf die Lage in den Krankenhäusern aus: „Ich denke, dass es noch ein oder sogar zwei Wochen dauern wird, bis wir endgültig wissen, wie sich die Omikron-Welle entwickelt“, sagt Dr. Torsten Ade, der Chefarzt der Notaufnahme der Rems-Murr-Kliniken. Die Experten gehen von einer Zunahme der Fälle aus. „Wir werden deutlich mehr Patientinnen und Patienten in der Notaufnahme haben und werden diese unter Isolationsbedingungen untersuchen müssen“, sagt Dr. Ade. Bisher gehe man zwar davon aus, dass Omikron-Fälle womöglich häufiger ambulant oder auf der Normalstation behandelt werden können und seltener in die Intensivstation verlegt werden müssen. Die Rems-Murr-Kliniken sind dank der neuen Infektionsstation für mittelschwere Verläufe gut aufgestellt und aktuell gibt es keine personellen Engpässe. „Ich gehe davon aus, dass die Hauptlast der Omikron-Welle bei den niedergelassenen Ärzten, den Normalstationen und den Notaufnahmen liegen wird“, so Dr. Ade.

„Die Arztpraxen sind nach zwei Jahren Pandemie weiterhin belastet, die Situation ist aber momentan stabil“, ergänzt Dr. Jens Steinat, Pandemiebeauftragter der Kreisärzteschaften. So nimmt aktuell vor allem die Zahl der PCR-Tests bei symptomatischen Patientinnen und Patienten deutlich zu. „Für den Fall, dass Praxis-Mitarbeitende erkranken und die Versorgungslage sich verschärft, haben wir aber Krisenpläne erarbeitet“, so Dr. Steinat weiter.

Wie wird das Krisenmanagement im Rems-Murr-Kreis organisiert?
Dem erweiterten Krisenstab gehören, neben dem Gesundheitsamt und dem Krisenteam des Landkreises, Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull, die Bürgermeister Thomas Bernlöhr und Reinhold Sczuka als Vertreter der Städte und Gemeinden, Dr. Jens Steinat als Pandemiebeauftragte der Kreisärzteschaften, der Vizepräsident des Polizeipräsidiums Aalen, der Direktor des Amtsgerichts Waiblingen und die Leiterin des Staatlichen Schulamts Backnang an. Die enge Anbindung an die Rems-Murr-Kliniken und deren Krisenstab wurde bei der jüngsten Sitzung angesichts der Lage in den Kliniken noch verstärkt: Mit der Teilnahme von Dr. Ade und Dr. Nickel. Ziel dieser breiten Besetzung ist es, mögliche Beschränkungen für den Rems-Murr-Kreis aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten und diskutieren.