Bild vlnr.: Thomas Raab (Mitglied des Vorstands), Dr. Heinz-Werner Schulte (Vorstandsvorsitzender) und Dieter Wizemann (Mitglied des Vorstands) | Foto: Kreissparkasse
Rekord im Baufinanzierungsgeschäft
  • Kreissparkasse Ludwigsburg stellt bei Bilanz-Pressekonferenz vorläufige Zahlen zum Geschäftsjahr 2021 vor und blickt auf „ein erneut herausforderndes Jahr“ zurück
  • Vorstandsvorsitzender Dr. Heinz-Werner Schulte sagt: „Wir waren und sind verlässlicher Partner, gerade auch in Krisenzeiten“ und bewertet den starken Einlagenzuwachs als „Vertrauensbeweis der Kunden“
  • Mit Verlauf und Ergebnis des Geschäftsjahres ist die Kreissparkasse „sehr zufrieden“. Nach den Worten von Schulte sei es auch im zweiten Pandemie-Jahr „trotz der Umstände gelungen, auf Wachstumskurs zu bleiben“
  • Baufinanzierungsgeschäft ist Highlight: Neugeschäft mit über 700 Millionen Euro auf Rekordniveau

Ludwigsburg.| Die diesjährige Bilanz-Pressekonferenz der Kreissparkasse Ludwigsburg begann deren Vorstandsvorsitzender Dr. Heinz-Werner Schulte mit den Worten: „Wir waren unseren Kunden, den privaten wie den gewerblichen, ein verlässlicher Partner und haben es geschafft, trotz erneut schwieriger Umstände das Gesamtjahr erfolgreich zu gestalten.“

Rückblick

Die Pandemie habe zwar auch dem im Landkreis marktführenden Finanzinstitut Vieles abverlangt. Doch es sei dem Kreissparkassen-Team insgesamt gelungen, „das Geschäftsjahr 2021 in die lange Reihe guter Geschäftsjahre einzureihen“. Die Kreissparkasse sei für ihre Kunden nach den Worten von Schulte „ein Anker der Stabilität, der Sicherheit und der Verlässlichkeit“. Schulte zeigte sich mit Verlauf und Ergebnis des Geschäftsjahres 2021 „zufrieden“ und präsentierte mit seinen Vorstandskollegen Dieter Wizemann und Thomas Raab vorläufige Zahlen.

Wachstum bei allen üblichen Kennzahlen

Zum ersten Mal überhaupt hat die Bilanzsumme der Kreissparkasse Ludwigburg im zurückliegenden Geschäftsjahr 2021 das Volumen von 12 Milliarden Euro überschritten und einen Gesamtwert von rund 12,51 Milliarden Euro erreicht. Gegenüber dem Vorjahr 2020 (Volumen: 11,50 Milliarden Euro) entspricht das einer Zunahme von mehr als einer Milliarde Euro oder einem prozentualen Zuwachs von fast 9 Prozent.

Kundeneinlagen steigen stark und erzielen Rekordwert – Kreditvolumen verzeichnet ebenfalls deutliches Plus

„Mit einem Zuwachs von 550 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr 2020 haben die Kundeneinlagen im Geschäftsjahr 2021 sehr deutlich zugelegt und insgesamt ein Volumen von rund 8,57 Milliarden Euro erreicht“, sagte Schulte. Dieser „Anstieg auf ein neues Rekord-Niveau“ entspricht einem Plus von 6,9 Prozent und wird vom Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse als „ein Beleg des Vertrauens unserer Kunden in uns“ bewertet.

Auch beim Kreditvolumen verzeichnet das im Landkreis marktführende Finanzinstitut „einen noch stärkeren Anstieg als im Vorjahr“. Das Kreditvolumen ist im Geschäftsjahr 2021 um fast 300 Millionen Euro auf insgesamt 6,69 Milliarden Euro angewachsen – das entspricht gegenüber dem Vorjahr 2020 einem Plus von 4,6 Prozent.

Kredite an Unternehmen und Selbständige haben ebenfalls zugenommen, so Schulte. Zum Ende des Geschäftsjahres 2021 betrug deren Gesamtvolumen rund 2,98 Milliarden Euro, was einem Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert aus 2020 von 2,0 Prozent oder 57 Millionen Euro entspricht.  Mehr als dreimal so stark fiel die Zunahme bei den Krediten an Privatpersonen aus: Diese haben im zurückliegenden Geschäftsjahr gegenüber 2020 um 173 Millionen Euro auf insgesamt rund 3,29 Milliarden Euro zugelegt; das entspricht einem Anstieg von 5,5 Prozent.

Jahresergebnis stabil auf hohem Niveau

Der Blick auf das Jahresergebnis zeige, so Schulte, seit Jahren Konstanz auf hohem Niveau. Wurden im Geschäftsjahr 2019 noch 17,95 Millionen Euro erwirtschaftet, so lag dessen Gesamtvolumen zum Ende des Geschäftsjahres 2020 mit 17,96 Millionen Euro leicht über dem Vorjahreswert. Ende 2021 erreichte das Jahresergebnis ein Volumen von 17,99 Millionen Euro.

Besonders erfreulich für den Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse ist zudem die Entwicklung der Zahl der Privatgirokonten. „Dieser Parameter für Kundenvertrauen steigt bei uns seit Jahren“, so Schulte. Im Jahr 2019 lag die Gesamtzahl noch bei rund 232.400; ein Jahr später stieg sie auf rund 233.300. Und im zurückliegenden Geschäftsjahr 2021 sogar rund 236.000.

Geschäftsfelder erzielen Rekorde

Auf einigen Geschäftsfelder sei es, so Schulte, „sogar gelungen, beeindruckende Rekorde zu erzielen“. Eines der Highlights: das Baufinanzierungsgeschäft. Der Bestand an Baufinanzierungen betrug zum Ende des Jahres 2021 rund 3,66 Milliarden Euro (Vorjahr 2020: 3,44 Milliarden Euro). Der Zuwachs von rund 217 Millionen entspreche einem Plus von mehr als 6 Prozent. „Das Neugeschäft im BauFi-Bereich liegt mit einem Volumen von rund 724 Millionen Euro auf absolutem Rekordniveau“, sagte Schulte, „und damit rund 30 Prozent über dem Vorjahreswert“ (in 2020 waren es rund 557 Millionen Euro).

Im Wertpapierbereich sei es gelungen, Erträge von knapp 24 Millionen Euro zu erzielen, was einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 14 Prozent entspricht.

„Im Kompositversicherungsgeschäft können wir ebenfalls von einem erfreulichen Wachstum berichten“, so Schulte. Sowohl die Kompositstückzahlen als auch die Kompositbeitragssumme konnten im Geschäftsjahr 2021 jeweils um über 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden.

„Auf unsere Hilfe ist Verlass“ – Engagement hilft Kindern und Jugendlichen

Kinder und Jugendliche gehören nach den Worten von Schulte, „in besonderer Weise zu den Leidtragenden der Pandemie, sie mussten und müssen viele negative Auswirkungen ertragen.“ Vor diesem Hintergrund sei es der Kreissparkasse „besonders wichtig“, ihr gemeinnütziges Engagement zum Nutzen junger Menschen auszurichten. So seien neben den bereits seit Jahren unterstützten Sprachförder-Projekten beträchtliche Spenden etwa an den Kinderschutzbund gegangen oder – erst jüngst im Dezember – an die Musikschulen im Landkreis. „Auf unsere Hilfe ist Verlass“, betonte Schulte.

Insgesamt habe, so Schulte, im Jahr 2021 das Gesamtvolumen des gemeinnützigen Engagements rund 3,3 Millionen Euro betragen – hierin ist die Kapitalerhöhung für die Stiftung „Gesundheit“ in Höhe von zwei Millionen Euro enthalten. Mit Spenden- und Sponsoringmaßnahmen wurden im Jahr 2021 insgesamt knapp 400 Förderprojekte unterstützt.

Ende 2021 verfügten die fünf Stiftungen der Kreissparkasse Ludwigsburg insgesamt über ein Stiftungskapital in Höhe von 35 Millionen Euro. Mit den in 2022 geplanten Zustiftungen für die beiden Kreissparkassenstiftungen „Jugendförderung, Arbeit und Soziales“ und „Kunst, Kultur und Bildung“ im Volumen von zusammen zwei Millionen Euro wird das Gesamt-Stiftungskapital dann 37 Millionen Euro betragen.

Verlass ist auf die Kreissparkasse auch in anderer Hinsicht: Der in Kooperation mit den Geno-Banken des Landkreises gegründete virtuelle Marktplatz „Wir-kaufen-hier.com“ hat sich „als regionales Branchenportal bewährt, bringt Händler und Bürger im Kreis online zusammen und wurde Ende 2021 optimiert“, so Schulte.

Ausblick

„Wir blicken mit Zuversicht auf das neue Jahr 2022, sind uns aber bewusst, dass es wieder ein Jahr voller Herausforderungen und Unwägbarkeiten werden wird“, sagte Schulte.

Die jüngste Ankündigung der Finanzaufsicht, den Kapitalpuffer von derzeit 0 Prozent auf 0,75 Prozent für Kredite zu erhöhen, ist aus Sicht von Schulte völlig unverständlich: „In dieser Marktphase werden der deutschen Kreditwirtschaft zusätzliche Hürden auferlegt, die eine  Begleitung der wirtschaftlichen Erholung deutlich erschwert oder unmöglich macht.“

Die Bilanzsumme der Kreissparkasse Ludwigsburg werde, so viel sei nach Schultes Worten „schon jetzt absehbar“, im Geschäftsjahr 2022 leicht rückläufig sein. Das liege an zu erwartenden Veränderungen im Eigengeschäft der Kreissparkasse. Schulte: „Im Kundengeschäft gehen wir von weiteren Steigerungen aus.

Dieter Wizemann: „Große Dynamik in der Digitalisierung“

Digitalisierung mit großer Dynamik

„In der Finanzwelt erlebten alle Akteure schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie eine enorme Dynamik im Bereich Digitalisierung“, beschreibt Vorstandsmitglied Dieter Wizemann die generelle Entwicklung während der vergangenen Jahre. „Corona hat diese Dynamik noch verstärkt, die Pandemie wirkt wie ein Beschleuniger“, so Wizemann.

Die zentrale Antriebskraft für die große Dynamik in der Digitalisierung aber war und ist das sich stark verändernde Kundenverhalten, so Wizemann. Noch im Jahr 2011 meldete sich ein Online-Banking-Kunde nur jeden vierten Tag bei der Kreissparkasse. Das Jahr 2021 zeigte eine deutlich höhere Frequenz: im Durchschnitt ging der Kunde täglich online. „Wir erleben diesen Wandel nicht nur, wir gestalten ihn im Sinne des Kunden“, so Wizemann. Ein Ergebnis: der „Hybride Berater“, der seinem Kunden sowohl online als auch persönlich zur Verfügung steht. Die Kreissparkasse bietet ihren Kunden als „Multikanalbank“ eine stark verbreiterte Palette an Informations- und Kommunikations-Möglichkeiten an.

„Besonders haben wir uns dieser Tage auch über ein Ergebnis der Zeitschrift ‚Finanztest‘ 02/2022 gefreut: Von 14 überprüften Multibanking-Apps wurde unsere Sparkassen-App als eine von zwei Apps mit ‚Gut‘ bewertet und war insgesamt Testsieger“, sagte Wizemann.

„Wie ausgeprägt die Dynamik des Wandels ist, wird deutlich, wenn man Zahlen aus dem Bereich Digitalisierung der Jahre 2011 und 2021 miteinander vergleicht“, so Wizemann. Innerhalb dieses Zeitraums hat sich etwa bei der Kreissparkasse die Gesamtzahl der Online-Banking-Teilnehmer um fast 80 Prozent erhöht: von knapp 88.000 auf rund 156.000.

Im gleichen Zeitraum stieg die Anzahl der online-geführten Konten um rund 75 Prozent: von 100.200 auf rund 176.000. Dies sind rund 70 Prozent aller Girokonten – eine weitere Zunahme gegenüber dem Vorjahr. Für Produktabschlüsse, Serviceaufträge und Kommunikation ist die Nutzung seitens der Kunden „ebenfalls kontinuierlich gestiegen“, so Wizemann, und zwar von 35.000 Online-Aktionen im Jahr 2011 auf über 106.000 im Jahr 2021.

Wizemann erwartet, dass „die Nutzungsintensität im Online-Banking weiter steigen wird und der Trend zur Digitalisierung unvermindert anhält“. Wobei diese Entwicklung, so Wizemann, nicht bedeutet, dass die Kreissparkasse nur noch auf Digitales setzt. „Wir behalten unser seitheriges Erfolgsrezept bei und bieten unseren Kunden die Online-Welt und selbstverständlich die des persönlichen Kontaktes an“, so Wizemann und ergänzt: „Das Eine tun ohne das Andere zu lassen – unsere Kunden haben die Wahl.“

Die zunehmende Digitalisierung hat zugleich einen Nachhaltigkeitsaspekt: „Obwohl unsere Informations- und Aufklärungsverpflichtungen gegenüber Kunden regulatorisch getrieben steigen, sinkt unser Papierverbrauch“, so Wizemann. Allein im Jahr 2021 habe die Kreissparkasse vier Tonnen Papier weniger verbraucht – und da habe das elektronische Postfach der Online-Banking-Kunden einen sehr großen Beitrag geleistet. Dieser Aspekt verweist auf ein großes gesellschaftliches Thema: Nachhaltigkeit.

„Nachhaltigkeit ist in unserer Geschäftsstrategie verankert“

„Nachhaltigkeitsbewusstsein rückt sowohl im Denken und Handeln der Bürger als auch der Unternehmen – und damit bei unseren Kunden – immer mehr in den Fokus. Wir haben seit unserer Gründung im Jahr 1852 nicht nur ein nachhaltig erfolgreiches Geschäftsmodell, sondern auch den öffentlichen Auftrag als Gründungsidee in unserem Zweck verankert. Am Stellenwert dieser Idee hat sich in diesen 170 Jahren bis heute nichts geändert – im Gegenteil“, sagte Wizemann.

Nachhaltigkeit im heute verstandenen Sinn habe, so Wizemann, einen erweiterten Horizont und beinhalte drei Dimensionen mit dem Kürzel ESG: Umwelt (Environment), Soziales (Social) und verantwortungsvolle Unternehmensführung (Governance). Das „E“ für Umwelt- und Klimaschutz hat durch den globalen Klimawandel erheblich an Bedeutung gewonnen.

„Diesem Anspruch werden wir nicht nur in unserer Unternehmensstrategie und damit der strategischen Steuerung unseres Hauses gerecht. Vielmehr haben wir in 2021 unser Selbstverständnis mit Blick auf nachhaltig verantwortungsvolles Handeln über alle Wirkungsbereiche formuliert“, so Wizemann, „und das für die Gesellschaft, für Kunden, für Mitarbeiter und für Finanzen.“ Wizemann weiter: „Denn In jedem Bereich gewinnt das Nachhaltigkeitsbewusstsein immer stärker an Bedeutung. Eben weil’s um mehr als Geld geht – sowohl innerhalb der eigenen vier Wände als auch im Außenverhältnis für unsere Kunden.“

Dieses Selbstverständnis kommuniziere die Kreissparkasse auch auf ihrer Homepage unter „Ihre Sparkasse / Nachhaltigkeit“. „Ich lade Sie herzlich ein, unsere vielfältigen Maßnahmen und Aktivitäten dort nachzulesen. Dort finden Sie auch unseren jährlichen Nachhaltigkeitsbericht in kompakter Form“, sagte Wizemann.

„Und schließlich haben wir unser Selbstverständnis auch mit einer Selbstverpflichtung unterlegt, nämlich der ‚Selbstverpflichtung deutscher Sparkassen für klimafreundliches und nachhaltiges Wirtschaften‘. Damit haben wir uns verpflichtet, bis spätestens 2035 im eigenen Geschäftsbetrieb CO2-neutral zu sein“, blickte Wizemann in die Zukunft.

„Auf eine starke Entwicklung im Jahr 2021 im Kundenverhältnis möchte ich kurz eingehen, die beispielhaft für die Entwicklung des Nachhaltigkeitsbewusstseins in unserer Gesellschaft steht“, erläuterte Wizemann.

Nachhaltigkeit bei der Geldanlage: steigende Nachfrage

Das Interesse an vielfältigen Anlageprodukten als auch die Zahl der Kunden, denen Nachhaltigkeit bei ihren Finanzanlagen wichtig ist, steigt stark an. Im Wertpapiergeschäft spiegelt sich dieses Anlageinteresse in Zahlen wider: Das Gesamtvolumen des investierten Kapitals in nachhaltige Fonds lag im Jahr 2019 noch bei rund 61 Millionen Euro, 2020 waren es bereits 91 Millionen Euro. Und im zurückliegenden Geschäftsjahr 2021 ist das Gesamtvolumen auf 163 Millionen Euro gestiegen, d.h. gegenüber dem Vorjahreswert ein Plus von fast 80 Prozent.

„Auch die Mandate mit Fokus auf ESG-Kriterien im Rahmen unserer individuellen Vermögensverwaltung haben sich im Geschäftsjahr 2021 überaus dynamisch auf ein Anlagevolumen von über 100 Millionen Euro entwickelt“, so Wizemann.

Damit zeige sich über alle Kundengruppen, dass Nachhaltigkeit bei der Geldanlage immer wichtiger werde. „Und dieser Trend wird sich weiter verstärken. Dabei heißt Ökologie bei weitem nicht Verzicht auf Ökonomie, also Rendite“, so Wizemann.

„Insgesamt leben wir Nachhaltigkeit im Außen- wie im Innenverhältnis. Denn wir sehen hier viele Chancen und damit eine mehrfache win-win-Situation für unsere Kunden, für uns als Sparkasse und schließlich für unsere Gesellschaft insgesamt“, sagte Wizemann.

Thomas Raab: „Wir stehen unseren Firmenkunden zur Seite“

Mittelstand – krisenfest und zukunftsfähig

Vorstandsmitglied Thomas Raab sieht den Mittelstand krisenfest und zukunftsfähig aufgestellt. „Der Mittelstand in Deutschland, Baden-Württemberg und im Kreis Ludwigsburg ist insgesamt in guter Verfassung“, so Raab. Für die Firmen, so Raab, haben sich im zurückliegenden Geschäftsjahr 2021 Rohstoffpreise und Lieferkettenprobleme, im Vergleich zu den durch Corona verursachten Schwierigkeiten, als die größere Belastung gezeigt.

Aber die hohe Flexibilität des Mittelstandes, gepaart mit der in den Vorjahren erworbenen finanziellen Robustheit, hat nach den Worten von Raab dafür gesorgt, „dass Umsätze und Gewinne in den meisten Branchen nicht so stark rückläufig waren wie zunächst erwartet“. Eine Pleitewelle sei bis dato ausgeblieben. Das liege, so Raab, auch daran, dass die finanzielle Verfasstheit der Mehrheit der Firmen gut und durch „hohe Liquidität und freie Kontokorrentkredit-Linien“ gestützt ist.

Auch und gerade im Pandemiejahr 2021 habe sich, so Raab, wieder einmal gezeigt, dass die Sparkassen „verlässlicher Partner des Mittelstandes sind und eine stabilisierende Wirkung auf die Wirtschaft haben“. Bundesweit sind die Sparkassen „Finanzierungspartner Nummer eins des deutschen Mittelstandes“.

Im Landkreis Ludwigsburg gilt das auch für die Kreissparkasse. „Wir sind Finanzierungspartner Nummer eins der mittelständischen Unternehmen hier vor Ort“, sagte Raab. Die starke Rolle der Kreissparkasse lasse sich an ihrer „Reichweite“ ablesen.  Insgesamt sind im Kreis rund 21.500 Unternehmen tätig (gerechnet ohne Betriebsstätten). Setzt man dazu die Gesamtzahl der Geschäftsgirokonten, die Unternehmen bei der Kreissparkasse führen (nämlich rund 12.500) ins Verhältnis, so ergibt sich eine „Reichweite“ von rund 60 Prozent.

Der Marktführer arbeitet am weiteren Ausbau dieser Position. Dem eigens für die Akquise von Firmenkunden ins Leben gerufenen „Neukundenteam“ und dem Gesamtvertrieb sei es im Jahr 2021 gelungen, „einen Netto-Zuwachs bei Business-Konten von 200 zu erreichen“, so Raab. Dieser Erfolg sei umso bemerkenswerter, wenn man weiß, dass die Gesamtzahl der Unternehmen eher stagniere.

Partner vor Ort für den Erfolg weltweit: „SIBWN ist Deutschlands Nummer eins“

„Zentraler Grund dafür, dass unser Mittelstand so erfolgreich arbeitet, ist seine Fähigkeit, sein Know-how in internationalen Erfolg ummünzen zu können“, sagte Raab. Wer aber auf ausländischen Märkten Erfolg suche, sei gut beraten, wenn er sich als Unternehmer in der Absicherung von Finanzrisiken beraten lasse. „Der Bedarf an Finanz-Expertenwissen ist enorm groß und wächst“, so Raab. Die Erfolgsgeschichte der erst im Jahr 2016 gegründeten „S-International Baden-Württemberg Nord GmbH & Co. KG“ (SIBWN) sieht Raab als Beleg hierfür.

Raab ist im vergangenen Jahr zum Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung der noch jungen SIBWN gewählt worden und gestaltet die Erfolgsgeschichte von Anfang an mit.

Die SIBWN war 2016 als Kooperation der beiden Sparkassen Ludwigsburg und Heilbronn gestartet. Schnell kamen weitere Sparkassen hinzu. Seit Mitte des Jahres 2021 waren es schon 11 Sparkassen, die sich in der SIBWN zusammengeschlossen hatten. Anfang 2022 wurde der Kreis um zwei weitere Sparkassen erweitert: neu hinzugekommen sind die Kreissparkassen Ostalb und Tübingen. So ist in wenigen Jahren auf dem Gebiet ein „Big Player“ im Exportland Baden-Württemberg entstanden.

„Die SIBWN hat sich in der Sparkassen-Finanzgruppe als umsatzstärkster Anbieter von Dienstleistungen und Finanzierungen für das Auslandsgeschäft entwickelt “, so Raab. Blickt man auf einige Zahlen der Gesellschaftersparkassen wird schnell deren Größenordnung klar. Die 13 Sparkassen verfügen zusammen mit einer Bilanzsumme von knapp 84 Milliarden Euro große Finanzkraft. Im Gesamt-Team arbeiten rund 100 Experten; sie sorgen für eine effiziente Abwicklung und beraten beziehungsweise begleiten Firmenkunden mit passgenauen Lösungen bei ihren Aktivitäten auf internationalen Märkten.

Die Angebotspalette der SIBWN reicht von Basisdienstleistungen wie etwa Zahlungsverkehr, über das dokumentäre Auslandsgeschäft bis hin zu Trade- und Export-Finance. Das professionelle Risikomanagement von Zinsen, Währungen und Rohstoffen runden das Angebot ab.

In 2021 wurden rund 210.000 Transaktionen (in 2020: 176.000) mit einem Volumen von rund 6,3 Milliarden Euro im Zahlungsverkehr abgewickelt (Volumen im Jahr 2020: 4,4 Milliarden Euro). Im kommerziellen Auslandsgeschäft hat die SIBWN ein Volumen von rund 353 Millionen Euro betreut (Vorjahreswert: 240 Millionen Euro). Im Zins-Währungs- und Rohstoffmanagement waren es im Jahr 2021 rund 2,4 Milliarden Euro (Vorjahreswert: 1,6 Milliarden Euro), davon allein 1,36 Milliarden Euro im Währungsmanagement (Vorjahreswert: 1,0 Milliarden Euro).

Ausblick Firmenkunden

Die Prognosen führender deutscher Wirtschaftsforschungsinstitute und des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) für das Jahr 2022 wurden zwar zuletzt nach unten korrigiert, sind aber durchweg deutlich positiv und sagen starkes Wachstum für das Jahr 2022 voraus, so Raab. Die Bandbreite der Wachstumsangaben reicht von 3,6 Prozent (DIHK) über 3,7 (ifo-Institut) bis hin zu 4,0 Prozent (IfW Kiel). Deutsche Bundesbank und Bundesregierung rechnen sogar mit einem Wachstum von 4,1 Prozent, der IWF (Internat. Währungsfonds) sagt mit 4,6 Prozentpunkten das stärkste Wachstum voraus.

Auch die Kreissparkasse Ludwigsburg erwartet mit Blick auf ihre Firmenkunden im Jahr 2022 einen Aufschwung und steht dafür „mit Know-how und Krediten“ bereit, so Raab. Die Erholung wird allerdings, so Raab, in den einzelnen Branchen unterschiedlich ausfallen.

Insgesamt werde die Kreissparkasse ihre Firmenkunden mittel- und langfristig, so Raab, beim aktuellen Aufschwung und der anstehenden großen Transformation zur Nachhaltigkeit beratend und finanzierend begleiten.