• Der Unmut der Bürgerinnen und Bürger über die blauen Glasboxen wächst
  • Junge Union Kreisverband Ludwigsburg fordert schnellen und unkomplizierten Austausch
  • Insbesondere für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger ist die aktuelle Lösung eine Zumutung

Der Austausch der Mülltonnen im Zuge des Abfallsystemwechsels im Landkreis Ludwigsburg stiftet enormen Unmut bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern. In den Lokalmedien im Kreis werden insbesondere die Probleme mit der blauen Glasbox des Entsorgers Prezero scharf kritisiert. Deshalb fordert der Kreisverband der Jungen Union Ludwigsburg einen schnellen und unkomplizierten Austausch oder innovative, kurzfristige und unbürokratische Lösungen, um das Problem schnell in den Griff zu bekommen.

Insbesondere für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger ist die neue blaue Glasbox eine Zumutung. Aufgrund zahlreicher Zuschriften an die Junge Union und die CDU sind wir uns sicher: Die Bürgerinnen und Bürger sind bereit, sich auf das neue System einzulassen. Auch wir als Junge Union begrüßen die Umstellung, weil sie den Kreislauf deutlich stärker fördert als bisher. Allerdings ist der aktuelle Zustand ein Armutszeugnis für die bisher so hoch angesehene Abfallwirtschaft im Landkreis Ludwigsburg.

Wir benötigen kooperative und geeinte Kräfte, die unseren Bürgerinnen und Bürgern ausreichend große Behälter zur Verfügung stellen. Es kann nicht sein, dass eine Box so groß wie eine Getränkekiste mit nur 36 Liter Fassungsvermögen nur einmal im Monat abgeholt wird. Die blauen Boxen sind für viele Haushalte zu klein und zu schnell gefüllt. Außerdem gab es bereits jetzt Fälle, in denen mutwillig umgeworfene Boxen zu Scherben auf dem Gehweg und der Straße geführt haben. Auch möchte nicht jeder, dass in der Nachbarschaft transparent wird, wer was und wie viel konsumiert. Zudem besteht die Gefahr, dass Menschen vermehrt wieder mehr auf Kunststoff umsteigen werden.

Die Junge Union im Kreis Ludwigsburg kritisiert überdies, dass die Bürgerinnen und Bürger vor Auslieferung keine Wahlmöglichkeit zwischen Glasbox und Tonne erhalten hatten. Zwar könne die Glasbox gegen eine blaue 120-Liter-Tonne ausgetauscht werden. Doch wie in den vergangenen Wochen der Lokalpresse zu entnehmen war, wird dies vorerst nicht der Fall sein. Der Sprecher von Prezero, Boris Ziegler, erklärte etwa, ein Austausch gegen einen größeren Behälter komme allenfalls langfristig oder nach guter Begründung infrage. Dies ist ein Schlag ins Gesicht aller Bürgerinnen und Bürger. Auch die Frage nach der ökologischen und ökonomischen Sinnhaftigkeit muss gestellt werden, da ein Opt-In- oder Opt-Out-System dazu hätte führen können, nicht unnötig Körbe herstellen und ausfahren zu müssen. Die Akzeptanz in der Bevölkerung wäre hierbei sicherlich gleichsam höher gewesen.

Des Weiteren ist es insbesondere für unsere älteren und behinderten Mitmenschen unabdingbar, dass die Entsorger ohne Wenn und Aber einen Behältertausch möglich machen. Und zwar möglichst in Bälde und nicht erst nach der ersten Leerung im Februar, wie es Prezero angekündigt hat. Gerade diese Personengruppen können nicht mehr ohne Mühe die vollen Behälter vor das Haus tragen. Insbesondere wenn Treppenstufen ins Spiel kommen, sodass sich diese Mitmenschen nicht einmal am Geländer festhalten oder ihren Stock zur Hilfe nehmen können.

Die Junge Union Kreisverband Ludwigsburg fordert deshalb eine schnelle und unbürokratische Lösung des Problems mit den blauen Glaskörben. Bevor die bisher für den Rundmüll verwendeten grünen Tonnen eingesammelt werden, erhalten Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sie per Aufkleber zu blauen Altglastonnen umzuetikettieren. Wir schätzen den Aufwand für ein solches Modell als begrenzt ein. Die Effizienz und der Ertrag wären jedoch um ein Vielfaches höher und würden den Verantwortlichen Zeit geben, um eine einvernehmliche Lösung des Problems herbeizuführen.