von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen,.| Enttäuschend endete für die SG BBM Bietigheim das erste von drei Spielen in der aktuellen Woche. Nach der 24:26- Heimniederlage gegen den HC Elbflorenz wartet am Mittwoch (19 Uhr) der VfL Gummersbach auf die Jungs von Iker Romero. Am Samstag (19 Uhr) kommen dann die Rimpar Wölfe in die Bietigheimer EgeTrans Arena.

Wenn der spanische Trainer der SG BBM sein Taktikboard schon Sekunden vor dem Schlusspfiff wegpackt, nachdem er 60 Minuten lang wild gestikulierend sein Team angetrieben hatte, dann ist Dampf im Kessel beim früheren Weltklasse-Spieler. Nicht zu verkennen war, dass der 41-Jährige nicht einverstanden war mit dem Auftritt und der Einstellung seiner Mannschaft am vergangenen Freitag. Selbstverständlich erwartet der neue Trainer der SG BBM jetzt eine Reaktion seines Teams und die muss ausgerechnet beim souveränen Spitzenreiter der 2. Liga kommen.

Der VfL Gummersbach gewann am Freitag das Spitzenspiel bei der HSG Nordhorn-Lingen in beeindruckender Weise mit 22:28 Toren, verwies den Bundesligaabsteiger auf den dritten Rang und baute seine Führung im Tableau weiter aus. Der Kurs der Oberberger, die in der letzten Saison als Dritter noch am Aufstieg knapp gescheitert waren, zeigt schnurgerade zurück in die 1. Liga. Auch für Iker Romero ist Gummersbach der Aufstiegsfavorit Nummer Eins.

Besonders die Heimbilanz der Mannschaft von Gudjon Valur Sigurdsson beeindruckt. Jedes seiner sechs Heimspiele hat der Tabellenführer mit mindestens sechs Toren Unterschied gewonnen und zeigt dabei eindrucksvoll den von Romero beschworenen Killerinstinkt. „Wenn dir der Gegner die Chance bietet, dann töte ihn, sonst tötet er dich“, klingt das bei Iker Romero frei übersetzt nach einem spanischen Sprichwort.

In der Breite und Qualität zählt der Kader des VfL zu den Top-Besetzungen der 2. Liga. Auf der Torhüterposition wurde der Abgang von Matthias Puhle, dem ligaweit besten Keeper letzten Saison, durch Tibor Ivanisevic (HSG Wetzlar) adäquat kompensiert. Keiner hat bislang mehr Würfe abgewehrt als der Serbe. Durch gezielte Neuzugänge wie den Isländer Hakon Dadi Styrmisson (62/10 Saisontore) auf Linksaußen wurde der Kader fit gemacht für die Rückkehr ins Oberhaus. Eine bärenstarke Saison spielen Routinier Janko Bozovic (77/26), Neu-Nationalspieler Julian Köster (45) oder der erst 19-jährige Neuzugang Ole Pregler (38) im Rückraum des VfL. Gummersbach erzielt im Schnitt die meisten Tore pro Spiel und muss die wenigsten Gegentreffer entgegennehmen.

Hinter dem Spitzenreiter verläuft die 2. Liga vor dem 14. Spieltag unverändert spannend. „Jeder kann jeden schlagen“, der Spruch fürs Phrasenschwein hat nie besser gepasst als in dieser Runde. Ein Anspruch, den auch Iker Romero für sein Team reklamiert. Aber der Erfolg liegt für den Spanier manchmal nicht nur im Sieg. „Wenn wir nach dem Spiel im Bus sagen können, wir haben alles gegeben, haben alles versucht, aber der Gegner war besser, dann kann ich das akzeptieren“, sagte der Coach der SG BBM lange vor der Partie in Gummersbach. Mit der richtigen Einstellung in jedem Spiel komme über die Saison gesehen auch der Erfolg, da sei er sich sicher.

Neben dem Ergebnis ist ein guter Auftritt in der SCHWALBE arena also das, was von den Bietigheimer Handballern gefordert wird. Verzichten muss die SG BBM bis zum Jahresende unverändert nicht nur auf den langzeitverletzten Patrick Rentschler, sondern auch auf Jan Asmuth. Der Linksaußen laboriert weiterhin an einem Muskelfaserriss im Oberschenkel und wird erst in der Vorbereitung auf die Rückrunde wieder ins Mannschaftstraining einsteigen können.

Auch in der Zuschauerstatistik übrigens ist der VfL in der Liga ganz vorne. Rund 2250 Zuschauer besuchten im Schnitt die Heimspiele des Traditionsvereins. Am Mittwoch gilt in der SCHWALBE arena in Gummersbach die 2G- Regel. Die Partie ist als Livestream auf www.sportdeutschland.tv zu sehen.