Teilnahme an der Mitmachaktion 2021 „Wir brechen das Schweigen“ am 25. November

Ludwigsburg.| Gewalt gegen Frauen wird oft bagatellisiert oder ignoriert. Frauen wird häufig die Schuld gegeben, wenn sie Gewalt erfahren. Die Folge: Betroffene sprechen aus Scham und Angst nicht über das Erlebte. „Mit der Teilnahme an der Mitmachaktion ,Wir brechen das Schweigen‘ des Hilfetelefons setzen wir am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, ein Zeichen – solidarisch, deutlich, kreisweit“, begründen die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Cynthia Schönau, und der Stadt Ludwigsburg, Judith Raupp, ihre Beteiligung an der Aktion.

Im Jahr 2020 wurden im Landkreis Ludwigsburg laut dem Sicherheitsbericht des Polizeipräsidiums allein 783 Personen Opfer von Häuslicher Gewalt/Partnergewalt (2019: 699), was eine Steigerung von zwölf Prozent bedeutet. 622 der Opfer und somit die überwältigende Mehrheit davon waren weiblich. In gewalttätigen Partnerschaften werden Frauen vor allem Opfer von Körperverletzungen. Die Gewaltspirale reicht von leichten (539 Fälle) bis zu gefährlichen Körperverletzungen (92 Fälle). Doch es ist davon auszugehen, dass die bei der Polizei bekannt gewordenen Delikte nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Der Weiße Ring schätzt, dass 80 Prozent der Taten nicht angezeigt werden.

Nach Schätzungen des bundesweiten Hilfetelefons ist jede dritte Frau in ihrem Leben von sexueller und/oder körperlicher Gewalt betroffen. Doch nur 20 Prozent der Frauen, die Gewalt erfahren, wenden sich tatsächlich an eine Beratungsstelle. „Das wollen wir ändern“, so die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ludwigsburg, Judith Raupp. Mit dem bundesweiten Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“, das unter 08000 116 016 und über hilfetelefon.de zu erreichen ist, können sich betroffene Frauen aber auch Lehrkräfte, Übungsleiterinnen und -leiter oder Menschen aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen sowie Fachkräfte zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen beraten lassen.

An 24 Stunden und 365 Tagen im Jahr sind mehr als 80 Beraterinnen unter der Rufnummer 08000 116 016 und über die barrierefreie Webseite www.hilfetelefon.de kostenlos und vertraulich erreichbar. Sowohl die Telefon- als auch die Onlineberatung sind vertraulich: Anrufe können nicht zurückverfolgt werden, E-Mail-Austausch und Chat sind anonymisiert. Sprachbarrieren gibt es nicht: Jederzeit können Dolmetscherinnen für 17 Fremdsprachen zu den Gesprächen dazu geschaltet werden. Auch hörbeeinträchtigte Menschen können das Hilfetelefon mittels eines Dolmetscherdienstes für Gebärdensprache kontaktieren. Die Beraterinnen sind qualifizierte Fachkräfte mit Erfahrung in der Beratung von gewaltbetroffenen Menschen.

Das Hilfetelefon ist beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) in Köln angesiedelt.