Über 4.400 AOK-versicherte Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger haben im letzten Jahr die Diagnose Brustkrebs erhalten, davon 184 in Stuttgart. Trotz der hohen Zahl an Neuerkrankungen geht der Trend leicht zurück, wie die AOK Stuttgart-Böblingen in einer Presseinformation mitteilt.

Stuttgart.| Fakt ist: Auch Männer können an Brustkrebs erkranken, doch nach wie vor sind Frauen zu über 98 % von der Erkrankung betroffen. Brustkrebs (Mammakarzinom) ist bei Frauen die häufigste Krebserkrankung. In Deutschland gibt es jährlich über 70.000 Neuerkrankungen. „Im vergangenen Jahr mussten sich in Baden-Württemberg insgesamt 4.404 AOK-Versicherte einer Brustkrebsbehandlung in ambulanter oder stationärer Form unterziehen. Darunter 70 Männer und 4.334 Frauen. Im Stadtkreis Stuttgart waren es 184, davon fünf Männer und 179 Frauen“, so Wassiliki Babel, Sprecherin der AOK Stuttgart-Böblingen. Brustkrebs tritt mit zunehmendem Alter immer häufiger auf. Die meisten Krankheitsfälle finden sich bei den 75-Jährigen. Mit steigendem Alter sind die Neuerkrankungen leicht rückläufig.

Dr. Gudula Kirtschig, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg: „Die Medizin ist heute in der Lage, den Brustkrebs oder Vorstufen davon schon in so frühen Stadien zu erkennen, wie es noch vor einigen Jahren nicht möglich war“. Je früher der Krebs erkannt werde, desto besser kann er behandelt werden und umso größer ist die Chance auf Heilung, deshalb sollte das Thema Vorsorge nicht verdrängt, sondern die Möglichkeiten der Früherkennung genutzt werden“, so Dr. Kirtschig. Frauen sollten dazu regelmäßig einmal im Monat ihre Brüste sowie die Lymphknoten in den Achselhöhlen, am Brust- und am Schlüsselbein selbst abtasten und auf Veränderungen achten. „Diese Selbstuntersuchung trägt dazu bei, den eigenen Körper besser kennenzulernen und ein Gespür für normale oder zyklusabhängige Veränderungen zu bekommen“, erklärt Dr. Kirtschig.

Die genauen Ursachen für Brustkrebs lassen sich – wie bei den meisten anderen Krebsarten auch – bislang nicht identifizieren, heißt es weiter in der AOK-Information. Bekannt seien jedoch einige Risikofaktoren, die zur Entstehung beitragen können. Dazu zählen unter anderem das Lebensalter der Frau, die hormonelle Situation, Übergewicht, genetische Veranlagung, Bewegungsmangel, Alkoholkonsum und das Rauchen. Auch Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, können von einer Lebensstiländerung profitieren. So zeigen Studien, dass regelmäßige Bewegung die Nebenwirkungen der Behandlung lindern und das Risiko einer erneuten Brustkrebserkrankung senken kann. Die AOK-Ärztin: „Ein gesundes Körpergewicht kann ebenfalls das Risiko für Rückfälle sowie andere Erkrankungen senken. Gleichzeitig wirkt es sich positiv auf die Lebensqualität aus und wirkt Erschöpfung, auch Fatigue genannt, entgegen.“

„Erfreulich ist, dass die Neuerkrankungsrate seit 2016 landesweit um rund 6 Prozent zurückgegangen ist, in Stuttgart sogar um 9,9 Prozent“, so Wassiliki Babel und ergänzt: „Deshalb sind die Themen Vorsorge und Früherkennung auch und gerade in Pandemiezeiten wichtiger denn je.“