Stuttgart.| Sie sind auf den Geschmack gekommen. Nach zwei Turnieren im NeckarPark, die als Ersatz für die ausgefallene deutsche Beachvolleyball-Tour gelten, wollen die Ausrichter ein Turnier in Stuttgart zur Regelmäßigkeit werden lassen.

Die in wenigen Wochen aus dem Boden gestampften beiden Stuttgarter Turniere als Teil-Ersatz für die German Beach Tour, die vom Deutschen Volleyball-Verband kurzfristig abgesagt wurde, sind am Sonntag mit den zweiten Endspielen erfolgreich zu Ende gegangen. Bei den Frauen setzte sich das  Interims-Duo Svenja Müller/Sarah Schneider gegen Laura Caluori/Leonie Körtzinger durch, bei den Herren Philipp Arne Bergmann/Yannick Harms, die die Zwillinge Bennet und David Poniewaz bezwangen.

Für die Sieger gab es wichtige Punkte für die deutsche Rangliste, die als Grundlage für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand (2. – 5. September)  herangezogen wird.

„Für die Gewinner fühlt sich ein Turniersieg hier an wie ein Sieg auf der Deutschen Tour. Da wird der Name ‚Qualifier‘ der Sache nicht entsprechend gerecht. Das ist schade“, sagt Andreas Burkard, einer der beiden Organisatoren in Stuttgart. Obwohl die aus dem Boden gestammte Ersatz-Tour die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft dient, hat der nationale Verband den Namen „German Beach Tour“ für die sechs Veranstaltungen nicht freigegeben.

Beide Turnierwochenenden in Stuttgart glänzten mit einer äußerst familiären Atmosphäre und dem engen Zusammenhalt der einzelnen Beitragenden. „Es ist unheimlich beeindruckend und berührend, zu sehen, wie alle an einem Strang gezogen haben. Die vielen freiwilligen Helfer oder die Schiedsrichter, die auf ihr übliches Honorar verzichtet haben oder auch der Einsatz der Expertise und Manpower vom Volleyball-Landesverband Württemberg. Wie Zahnräder, die perfekt ineinander gegriffen haben“, resümiert Constantin Adam, der Athletenmanager, der als Initialzünder und treibende Kraft hinter der Turnier-Ausrichtung gesehen werden kann.

 „Wo gibt es so etwas heute noch, dass sich ein freiwilliger Helfer mit einem Spitzensportler beim gemeinsamen Mittagessen im Zelt austauschen können“, sagt Andreas Burkard, Geschäftsführer des Volleyball-Landesverband Württemberg (VLW). „Wir haben das Turnier für den Sport und die Sportlerinnen und Sportler organisiert und spüren dabei so viel Herzblut, dass von allen Seiten gegeben wird. Normalerweise gehört zu Beachvolleyball viel Spektakel, aber für dieses Mal war dieser kleine, feine Charakter einfach perfekt passend.“

Und das Veranstalter-Duo hat Lust auf mehr. „Wir wollen Stuttgart wieder auf die Beachvolleyball-Landkarte bringen“, sagt Adam. „In Zukunft soll jedes Jahr ein Veranstaltung in irgendeiner Form stattfinden.“ Das spielt auch dem Volleyball-Landesverband in die Karten. „Wir wollen Menschen bewegen“, sagt Andreas Burkard. „Das können Mitmach-Aktionen sein auf Events wie zum Beispiel auf dem im nächsten Jahr wieder stattfindenden Kessel-Festival in Stuttgart, oder eben auch mit ein großen Turnier.“ Eine Fortsetzung der Zusammenarbeit der beiden Organisatoren ist sicher.

Weiter geht die Ersatz-Deutsche-Tour im Norden. Von 23. bis 25. Juli ist die BeachArena in Königs Wusterhausen im  Fokus der deutschen Beachvolleyball-Elite, die nicht gleichzeitig in Tokio bei den Olympischen Spielen weilt. Ein Wochenende später, von 30. Juli bis 1. August, trifft sich die Szene an der BeachMitte in Berlin.

Bisherige Sieger der #QualifierTimmendorferStrand:

Stuttgart2: venja Müller/Sarah Schneider // Philipp Arne Bergmann/Yannick Harms
Stuttgart 1: Anna-Lena Grüne/Leonie Körtzinger // Paul Becker/Armin Dollinger
Düsseldorf 2: Karla Borger/Julia Sude // Rudy Schneider/Clemens Wickler
Düsseldorf 1: Kim Behrens/Sandra Ittlinger // Rudy Schneider/Clemens Wickler