Bild (v. li. n. re.): Peter Unteregelsbacher, Rettungssanitäter, Isabel Kurz, Pressesprecherin der Kreissparkasse Ludwigsburg, Sandra Schassberger, Rettungssanitäterin und Pablo Locher, Rettungsassistent | Foto: Geiger
2.000-Euro-Spende der Kreissparkasse verhilft DRK-Motorrad zu Defibrillator

Ludwigsburg.| „Manchmal entscheiden Sekunden über Leben und Tod“, betont Sandra Schassberger beim DRK Kreisverband Ludwigsburg e.V. als Rettungssanitäterin tätig, als sie auf den technischen Lebensretter zeigt, den sie seit wenigen Wochen mit sich auf dem Einsatzmotorrad führt: einen sogenannten „Defibrillator“. Möglich geworden ist dessen Anschaffung und Einbau durch „eine großzügige Spende der Kreissparkasse“.

„Die jetzige Hilfe der Kreissparkasse für den DRK Kreisverband steht in einer langen Tradition der Unterstützung für das Deutsche Rote Kreuz“, sagt Isabel Kurz, Pressesprecherin der Kreissparkasse Ludwigsburg und beim marktführenden Finanzdienstleister im Kreis auch für den Bereich „Spenden und Sponsoring“ zuständig.

Allein in den vergangenen 15 Jahren sind dem DRK Kreisverband „rund 25.000 Euro an Spenden zugutegekommen“, so Kurz. Jede einzelne Spende verfolgt im Kern das gleiche Ziel: „Wir wollen den Helfern helfen, den Menschen im gesamten Landkreis besser helfen zu können“, betont Kurz.

Wie enorm wichtig schnelle Hilfe sein kann, zeigen zwei ganz aktuelle Fälle. Der eine ereignete sich hier im Landkreis, im Kirbachtal, zwischen den Gemeinden Hohenhaslach und Ochsenbach. Dort war Pablo Kraft, Rettungsassistent beim DRK Ludwigsburg, Anfang Mai auf seiner buchstäblich ersten Fahrt mit dem Motorrad unterwegs als er zu einem verunfallten Radfahrer kam. Dieser konnte mit dem erst zwei Tage vorher gelieferten Defibrillator gerettet werden.

Mitte Juni, so erinnert Steffen Schassberger, Bereichsleiter Rotkreuzdienste beim DRK Kreisverband, im Gespräch an den zweiten, sehr prominenten Fall, wurden die Zuschauer eines EM-Fußballspiels quasi Live-Zeugen einer hoch-dramatischen Szene um den Dänen Eriksen, der während des Spiels zusammenbrach und dessen Leben durch plötzlichen Herzstillstand bedroht war. Sofortige Hilfe, darunter der Einsatz eines Defibrillators, verhinderten das Schlimmste, der 29-jährige konnte dank Defi-Nutzung ins Leben zurückgeholt werden.

Laut Schassberger ist beim DRK Ludwigsburg nicht nur der „Defi“ neu, wie das Spezialgerät zur Behandlung von lebensbedrohlichen Herz-Rhythmus-Störungen von medizinischem Personal abgekürzt genannt wird, sondern auch die beiden seit Mai in Dienst gestellten Motorräder. Auf denen sind seither in wechselnden Schichten Sandra Schassberger, Peter Unteregelsbacher, Pablo Kraft und 10 weitere Einsatzkräfte im Einsatz.

Zwei Monate erst ist es her, dass der DRK-Kreisverband die ebenso ambitionierte wie notwendige Idee begann in die Tat umzusetzen: Für DRK-Ersthelfer eine Motorradstaffel aufzubauen. „Sinn und Zweck liegen auch für den Laien sofort auf der Hand“, so Schassberger. Die motorradfahrenden, ehrenamtlich tätigen Helfer sind an den Wochenenden auf gefahren- und unfallträchtigen Strecken unterwegs und im Notfall schneller am Einsatzort. Die so zu gewinnende „riesige Zeitersparnis“ kann dem Patienten oder Verunfallten den alles entscheidenden, lebensrettenden Vorsprung bringen.