Bild: Hope Cornell hatte im Spiel 2 vier Hits bei vier Schlagmöglichkeiten. Dabei schlug Cornell das Spielgerät, bei vollbesetzen Bases, im 3. Spielabschnitt zum Grand Slam Homerun über den Zaun | Foto: Iris Drobny

Stuttgart.| Softball 1. Bundesliga: Nach zwei Jahren Abstinenz ist es endlich wieder soweit – die Stuttgart Reds spielen wieder in der Softball-Bundesliga. Nachdem das Wintertraining, wie auch die Saisonvorbereitung im Freien, durch die anhaltende Corona-Pandemie unter ganz besonderen Voraussetzungen stattfinden mussten, waren sowohl die Coaches als auch die Spieler mehr als froh, dass es nun endlich losgehen konnte. Dabei überraschten die Reds-Damen bei sommerlichen Temperaturen und konnten gegen die Karlsruhe Cougars Spiel 1 mit 13:5 und Spiel 2 mit 17:0 gewinnen.

Eventuell im Vorfeld vorhandene Nervosität hatten die Spielerinnen des TV Cannstatt sehr schnell im Griff. Gleich im ersten Inning konnten auf zwei Singles, ein Double und einen Walk die ersten drei Runs für die Stuttgarterinnen auf das Score-Board gebracht werden. Im direkten Nachschlag konnten zwar auch die ersten beiden Schlagfrauen der Cougars punkten, aber dabei blieb es dann auch zunächst. Im zweiten Inning konnte keines der Teams weitere Punkte erzielen und zumindest auf Seiten der Reds brachte auch Inning drei nichts Zählbares. In ihrer dritten Offense mussten die Cougars dann zunächst zwei schnelle Aus hinnehmen, konnten dann mit zwei Runs die Führung übernehmen, aus einer folgenden Bases-loaded Situation aber kein weiteres Kapital mehr schlagen. Dieser Führungswechsel schien die Reds aber nicht zu schocken. Im Gegenteil, Inning vier wurde ein Offensivfeuerwerk. 6 Hits, darunter auch ein Triple setzten die Cougars massiv unter Druck, die dazu auch noch 3 Errors beisteuerten und erst nachdem 8 weitere Runs für Stuttgart auf dem Board waren, konnte das dritte erzielt und das Halb-Inning beendet werden. Mit dem Zwischenstand von 11:4 ging es dann in die untere Hälfte des vierten Innings. Wieder gelangen den Reds zu Beginn zwei schnelle Aus und die Cougars holten nur noch einen Run vor dem dritten Aus. Inning 5 brachte den Reds noch die Runs Nr. 12 und 13, während ein schnelles 1-2-3-Inning das Spiel per Mercy-Rule zugunsten der Reds beendete.

Für Spiel 2 wechselten die Reds auf Annie Stepniak als Pitcher und Jennifer Weil, die das erste Spiel gepitcht hatte, übernahm die Position des Catchers. Wie schon in Spiel 1 legten die Reds wieder gleich drei Runs vor, diesmal konnte die Cougars allerdings nicht direkt kontern. Im zweiten Inning war der vierte Run für die Reds die einzige Veränderung auf der Anzeigetafel, bevor in diesem Spiel das Big Inning der Reds schon im dritten Durchgang stattfand. 8 Runs auf 7 Hits, darunter ein satter Grand Slam Homerun von Short Stop Hope Cornell waren im Prinzip die Vorentscheidung, zumal die Cougars in ihrer Offensivhälfte weiterhin kein Mittel fanden, das Stuttgarter Abwehrbollwerk zu überwinden. Da die Reds in Durchgang vier trotz zweier Karlsruher Pitcherwechsel weiter kaum zu stoppen waren, erhöhte sich der Spielstand Mitte des vierten Innings auf 17:0. Um das vorzeitige Spielende noch hinauszuzögern wären jetzt mindestens drei Runs für Karlsruhe nötig gewesen. Die Reds ließen jedoch weiter nichts anbrennen und drei Schnelle Aus später war auch Spiel 2 klar und deutlich an die Reds gegangen. Neben dem Grand Slam von Hope Cornell herausragend: Annie Stepniak gelang in diesem Spiel ein No Hit – Shut Out, dem zum Perfect Game lediglich ein Walk und ein Wild Pitch im Weg standen.

Alles in allem ein sehr erfolgreicher Spieltag für die Reds. Im Vorfeld war ein Split das Ziel gewesen, aber die Reds nehmen auch gerne beide Siege mit. Daher fällt das Fazit positiv aus: Die Defensive stand sehr gut, das Hitting war gut und am Baserunning muss noch gearbeitet werden. Auch sollte man sich nicht von den deutlichen Ergebnissen blenden lassen. Da aufgrund der Corona Regeln seit letztem Herbst kein Breitensport mehr stattfinden durfte, stand die vereinseigene Sporthalle des Turnverein Cannstatt den Bundesligateams der Reds im Winter fast schon exklusiv zur Verfügung, um dort in Kleinstgruppen intensiv trainieren zu können. Möglichkeiten, die die wenigsten Vereine hatten und den Reds sicher einen Startvorteil verschafft haben. Um diesen zu halten muss die konzentrierte Arbeit der letzten Monate konsequent weitergeführt werden.