• Kloster Lorch, Burg Wäscherschloss, Burgruine Hohenstaufen
  • Große Geschichte und eindrucksvolle Landschaft

Von Kloster Lorch über das Wäscherschloss auf den Hohenstaufen: Mit einer abwechslungsreichen Wanderung lassen sich an einem Tag die drei bedeutenden Staufermonumente verbinden – ein eindrucksvolles Erlebnis. Der Hohenstaufen belohnt den Aufstieg mit einem herrlichen Ausblick ins Stauferland.

Zu Fuss im Stauferland unterwegs
Auch zu Zeiten der großen Staufer war man zu Fuß unterwegs – der Weg zwischen dem Benediktinerkloster Lorch und der Stammburg auf dem Hohenstaufen war vor 800 Jahren wahrscheinlich viel begangen. Heute auf diesen Wegen zu wandern, ist ein ganz besonderes Erlebnis: Die Landschaft zwischen Remstal und Ostalb ist von großem Reiz – und vielleicht gar nicht so viel anders als zu der Zeit, als die mittelalterliche Kaiserfamilie hier lebte und wirkte. Was dem heutigen Standard entspricht, ist die Verkehrsanbindung: Den Startpunkt in Lorch fahren beispielsweise von Stuttgart aus Züge im Stundentakt an – und von Göppingen kommt man halbstündlich wieder zurück.

Der Anfang am Fuss des Stauferklosters Lorch
Startpunkt der Wanderung ist das Kloster Lorch, das auf dem Höhenzug über dem Remstal liegt – und das man schon von weitem sieht. Zu anderen Zeiten wäre ein Besuch auf dem Hügel Pflicht: Hier hatten die Staufer die Grablege für die Familie geplant. Die romanische Klosterkirche ist ein eindrucksvoller Ort; die das Klostergelände umgebende Mauer bietet eine fantastische Aussicht. Derzeit ist Kloster Lorch wegen der Corona-Verordnung geschlossen: Daher bleibt es beim Blick von unten. Der Wanderweg ist ab dem Bahnhof Lorch leicht zu finden: Er folgt auf der ganzen Strecke dem Hauptwanderweg 7 des Schwäbischen Albvereins und ist durchgehend mit „HW 7“ und einem roten Balken auf weißem Grund beschildert: Da fällt die Orientierung leicht.

Etappe eins zum Wäscherschloss
Von Kloster Lorch aus führt die erste Etappe zum Wäscherschloss. Mitten durch die Ortschaft geht der Weg, immer den rotweißen Wanderzeichen nach. Um aus dem Talgrund der Rems auf die Höhe zu kommen, geht es zum Teil sogar mit Treppen den Hang hinauf. Schließlich verlässt der Weg den Ort: Eine Fußgängerbrücke überquert die Bundesstraße 29. Ab hier bietet die Wegstrecke immer wieder den Blick auf die langgestreckte Klosteranlage mit dem markanten Marsiliusturm auf der gegenüberliegenden Talseite – perfekte Fotomomente und eine Einladung zum Wiederkommen.

Perfekt erhaltene Stauferburg
Der Weg führt weiter bergauf durch den Wald in Richtung Süden. Die Steigung ist gut zu schaffen: Gerade mal 100 Höhenmeter braucht es, und die fruchtbare Hochebene ist erreicht. Immer wieder erblickt man zwischendurch den Bergkegel des Hohenstaufen – eine kleine Orientierungshilfe für unterwegs. Weiter geht es durch das idyllische Bauernland nach Wäschenbeuren. Von der Ortsmitte sind es wenige Schritte zur Burg – und die verbirgt sich auf den letzten Metern in einem Waldstück. Dabei ist das Wäscherschloss eine der ganz wenigen Burganlagen, die sich mit komplett erhaltenen Mauern präsentiert: Mit ihren mächtigen staufischen Buckelquadern umschließen sie auf fünf Seiten wehrhaft den Hof. Beim Selfie vor dem Burgportal blickt man direkt aufs nächste Etappenziel: den Hohenstaufen.

Zur Stammburg auf dem Hohenstaufen

Das Wäscherschloss mit seinem einzigartigen Blick auf den mächtigen Bergkegel des Hohenstaufen bietet eine gute Gelegenheit zum Rasten. Wer eine Vesper eingepackt hat, tut gut daran, sich jetzt zu stärken ‒ denn der Burgberg der kaiserlichen Stammburg will erstiegen werden, wie schon zu Zeiten von Barbarossa. Zuerst aber führt der perfekt markierte „HW7“ bergab durch den Wald in ein sanftes Tal mit einem Bächlein. Bald danach erreicht man das Dorf Maitis und hat beim nun beginnenden Anstieg immer wieder den Rückblick auf die idyllische Landschaft mit der Burg Wäscherschloss. Nun folgt die anstrengendste Etappe der Stauferwanderung: Vom Dorf Maitis bis auf den Hohenstaufen sind es zwar nur noch rund 2,5 Kilometer, aber es geht 250 Höhenmeter nach oben! Beim Schnaufen muss man sich vorstellen, wie viel Sicherheit der steile Berghang gegen Angreifer gab – und wie mühsam es für alle war, die für die adeligen Burgherren die Vorräte auf den Berg tragen mussten.

Am Hohenstaufen

Mit dem Hohenstaufen ist der höchste Punkt der Wanderung erreicht. Von der mächtigen Burg hat sich nicht viel erhalten: Die Bauern der Umgebung nutzten, lange nach der Zeit der Staufer, die Steine als Baumaterial. Die Grundmauern und erläuternden Tafeln geben aber dennoch einen guten Eindruck vom einstigen Stammsitz der Staufer. Atemberaubend ist der Panoramablick vom isolierten Bergkegel – über das Stauferland und natürlich zurück auf den Wanderweg!

Verpflegung auf dem Hohenstaufen und ein Bus zum Zug
In Corona-Zeiten empfiehlt es sich, ausreichend Vesper und Getränke in den Tagesrucksack zu packen. Geöffnet ist die Freiluftgastronomie auf dem Hohenstaufen: Das Team von „Himmel und Erde“ verkauft Snacks und Speisen, die man auf dem freien Bergplateau an der frischen Luft verzehren kann. Die gesamte Wanderung vom Bahnhof Lorch bis zum Bahnhof Göppingen ist knapp 20 Kilometer lang. Wer will, kann die letzte Etappe mit dem Bus abkürzen, so dass nur noch 12 Kilometer Fußweg bleiben: Von der Haltestelle Rathaus / Dorfplatz in Hohenstaufen fährt der Bus 933 an Wochentagen stündlich, am Wochenende und feiertags alle zwei Stunden Richtung Göppingen. Endstation ist der ZOB Göppingen, der in rund 20 Minuten erreicht wird.