Trio auf dem Kelch (von links): Stuttgarts Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper, Bahnhofsarchitekt Christoph Ingenhoven und Olaf Drescher, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH, begleiten die Betonage am Samstag. Foto: DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH / Reiner Pfisterer
Betonage der 14. Kelchstütze mit OB Dr. Nopper und Architekt Ingenhoven

Stuttgart.| Besonderer Anlass mit besonderen Gästen: Die Deutsche Bahn hat heute erfolgreich die 14. Kelchstütze für den künftigen Stuttgarter Hauptbahnhof betoniert. Damit steht die Hälfte der insgesamt 28 einzigartig geformten Betonkunstwerke, die das Dach der neuen Bahnsteighalle bilden. Gemeinsam mit Olaf Drescher, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH, haben der neue Stuttgarter Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper und der Architekt des Bahnhofs, Christoph Ingenhoven, die Arbeiten mitverfolgt.

„Mit der Fertigstellung der ersten Hälfte der markanten Kelchstützen nimmt der künftige Stuttgarter Hauptbahnhof immer deutlichere Konturen an. Architekt Ingenhoven hat seinerzeit ein architektonisches Glanzlicht entwickelt, das für die Weiterentwicklung Stuttgarts von großer Bedeutung ist. Als Stadt freuen wir uns über den Baufortschritt, denn die städtebauliche Chance von Stuttgart 21 rückt damit in zeitlich immer größere Nähe. Das Rosenstein-Quartier ist der wichtigste Baustein für die Stadt- und Wohnungsentwicklung Stuttgarts in den nächsten Jahren“, sagte Dr. Frank Nopper.

„Der Bau der Kelchstützen ist für uns Ingenieure kein Alltagsgeschäft, sondern eine echte Herausforderung. Wir schaffen mit Stuttgart 21 nicht nur ein Architektur-Mekka. Wir machen den gesamten Stuttgarter Bahnknoten fit für die Zukunft. Viele Millionen Pendler und Reisende werden von neuen, schnelleren und komfortableren Verbindungen profitieren“, sagte Olaf Drescher.

„Das Herz der Stadt Stuttgart wird in fünf Jahren der künftige Bahnhof mit den umgebenden Plätzen sein. Der neue Stuttgarter Bahnhof wird die Gewichte in der Stadt verändern, es entsteht eine neue Mitte, die die gesamte Umgebung nachhaltig zum Besseren verändern wird. Neue Verbindungen, neue Möglichkeiten, nichts wird bleiben, wie es ist. Der Bahnhof setzt hier den Maßstab, an dem sich die Qualität seiner zukünftigen Umgebung messen lassen muss“, sagte Christoph Ingenhoven.

100 Betonmischer-Ladungen mit Spezialbeton
Die Betonage startete heute bereits um 6 Uhr. Für die 14. Kelchstütze werden insgesamt rund 100 Betonmischer-Ladungen mit circa 700 Kubikmeter Spezialbeton benötigt. Die Arbeiten an der 15. Kelchstütze laufen bereits, dort ist die Betonage noch in diesem Frühjahr geplant.

Einzigartige Dachkonstruktion
Die beeindruckende Betonschalenkonstruktion mit ihren charakteristischen Lichtaugen wurde in dieser Form noch nie gebaut. Für Ingenieure und Arbeiter stellt der Bau der Kelchstützen eine große technische Herausforderung dar. Im gesamten Kelch befinden sich 350 Tonnen Bewehrungsstahl, die sich auf 22.000 einzeln vermessene Stahlstreben verteilen. Der jeweils vorab hergestellte, sechs Meter hohe Kelchfuß besteht aus 35 Kubikmeter Beton, der darauf befindliche, noch einmal bis zu sechs Meter hohe obere Abschnitt ist in 700 Kubikmeter Beton gegossen. Der Durchmesser beträgt im oberen Bereich rund 32 Meter, der Durchmesser der Öffnung für das Lichtauge 16 Meter. Die sogenannte Hutze für die Einfassung der markanten Lichtaugen wird planmäßig etwas später betoniert.

Der Bau des künftigen Bahnhofs nahm im Jahr 1997 im Rahmen eines Realisierungswettbewerbs seinen Anfang. Das 32-köpfige Preisgericht wählte damals aus 126 eingereichten Vorschlägen einstimmig den Entwurf des Büros Ingenhoven aus.