TVC-Baseballer in Südafrika

Frido Fink, 19 Jahre junger Baseball Bundesligaspieler bei den Stuttgart Reds, wollte nach bestandenem Abitur und noch vor einem Architekturstudium eine andere Kultur und ein anderes Land kennenlernen und dabei, was auch sonst, Baseball auf höchstem Niveau spielen. Das dies in einer Zeit mit einer weltweiten Pandamie schwierig ist, versteht sich von selbst. Mit den letzten Ligaspielen vergangenen September auf der Baseballanlage des TV Cannstatt intensivierte er seine Kontakte, die man als deutscher Baseballer zwangsläufig haben muss. Denn als Spitzensportathlet bei einer in Deutschland geltenden Randsportart kommt man relativ schnell und früh in der Welt herum.

Für Frido Fink begann seine Baseballkarriere im November 2009 als Achtjähriger, als seine Mutter ihn ins damalige Training in der entsprechenden Altersgruppe brachte. Aber warum gerade Baseball? Für Frido Fink damals quasi alternativlos. Schließlich haben sich seine Eltern über den Baseballsport kennengelernt und auch beide jeweils viele Jahre für die Stuttgart Reds gespielt. Und da sein älterer Bruder auch schon mit Baseball beim TV Cannstatt angefangen hatte, war die Auswahl der Sportart für Frido quasi vorbestimmt.

Relativ schnell zeigte sich, dass Frido viel Talent von seinen Eltern mit in die Wiege gelegt bekommen hatte. Die Fortschritte zeigten sich täglich und dann, schon fast logisch, wurde er im Jahr 2012 mit 11 Jahren erstmals für die Baden-Württemberg Auswahl nominiert. Ein Jahr später, 2013, spielte er auf Einladung sein erstes internationales Turnier in den USA/St. Louis für das „Team Europe“. 2015 der nächste Karriereschritt mit der Berufung in die Deutsche Nationalmannschaft der Altersklasse U15. Es folgten Turniere in den USA, Südkorea, Frankreich und Tschechien. Sein bis dahin größtes Abenteuer war dann im Winter 2016/2017, als er für 3 Monate in der Dominikanschen Republik wohnte und dort über die Deutsche Baseballacademy neben Schule täglich Baseball trainieren und spielen konnte. Sein Bundesligadebut für die Stuttgart Reds gab Frido dann bereits als Sechszehnjähriger am 09. Juli 2017 bei einem Spiel gegen die München Haar Disciples.

Nach der sehr erfolgreichen Saison 2020 und der Beendigung der Schule hatte Frido nun viel Zeit und wollte dies dann nutzen, um im Ausland ein Praktikum seiner Studienrichtung zu belegen und dabei natürlich Baseball zu spielen. Erste Adresse, um genau so etwas zu machen im europäischem Winter, ist der Sommer in Australien. Hier halten sich viele Nachwuchstalente aus der ganzen Welt zu dieser Zeit auf, um dort in mehreren organisierten Ligen erstklassigen Baseball zu spielen. Doch recht früh wird klar, dass dieses Jahr dank Corona alles anders ist. Australien signalisert, dass sie für Ausländer quasi dicht machen, und dass die Baseballligen ohne ausländische Spieler spielen sollten.

Durch Vermittlung des Stuttgarter Head Coaches Curtis di Salle war dann die Insel Aruba, nördlich von Venezuela, das wahrscheinlich kommende Ziel von Frido Fink. Doch steigende Coronazahlen dort vor Ort machten auch dieses Ziel unmöglich. Dann aber doch noch greift ein Kontakt seines Stuttgarter Mitspielers Danilo Weber, und es folgt die Einigung mit dem Baseball Verein Helderberg Pirates. Die Vorbereitungen für das Abenteuer in Südafrika beginnen. Doch dann steigen plötzlich die Coronazahlen in Deutschland stark an. So stark, dass nun ausgerechnet Deutschland als Risikoland eingestuft wird, und damit eine Einreise aus Deutschland von südafrikanischer Seite aus nicht erlaubt wird. Die beantragte Sondergenehmigung lässt auf sich warten und möchte einfach nicht kommen.

Die Eltern buchen daraufhin kurzentschlossen eine gemeinsame Reise in das Nachbarland Namibia, und so genießt Frido Fink noch einen Traumurlaub mit Tiersafari. Von Namibia aus mit mehr als 10 tägigem Aufenthalt in einem „Low-Risk-Country“ darf Frido mit einem aktuellen negativen Coronatest nach Südafrka einreisen. Dass dazu noch gleichzeitig die Sondergenehmigung kommt, macht vieles zudem einfacher. Frido Fink bezieht daraufhin Anfang Dezember 2020 seine Einzimmerwohnung in Somerset West, rund 25 Autominuten von Kapstadt entfernt. Es herrscht vor Ort Maskenpflicht, Ausgangssperre ab 23:00 Uhr und ab 21:00 Uhr auch ein Alkoholverbot. Alles kein Problem für den einzigen Deutschen im Team der Helderberg Pirates. Kann man doch täglich bei bestem Wetter trainieren und auch schon Vorbereitungsspiele für die kommende Saison spielen.

Doch auch dann trifft zur Weihnachtszeit Südafrika die zweite Coronawelle. Die Saison wird verschoben, Training ist nur noch in kleinen Gruppen möglich. Auch das Praktikum findet nicht mehr wie geplant und vereinbart statt. „Die Südafrikaner halten sich an die staatlichen Regeln und akzeptieren Maßnahmen mit einer gewissen Lockerheit“, berichtet Frido Fink aus Südafrika. Da man draußen quasi alles machen kann, schaut sich Frido die Landschaft und Tierwelt an und zieht dabei nur das Positive aus der aktuellen Lage heraus. Und auch Baseball kommt nicht zu kurz. Zwar wurde die Liga inzwischen komplett abgesagt, aber mit dem Amerikaner Chris Beyers kann Frido Fink täglich hart unter besten Bedingungen trainieren.

Dazu kann er die Vereinsanlage zu bestimmten Zeiten nutzen, und auch sind die Kraftstudios in Südafrika geöffnet. Somit sollte die Vorbereitung für ihn besser sein, als das Wintertraining seiner Mitspieler beim TV Cannstatt. Je nach Saisonstart der Baseball Bundesliga, momentan geplant für Anfang April, möchte Frido Fink wieder rechtzeitig nach Stuttgart zurückkehren.