Bild (v.l.n.r.): Dr. Angela Brüx, Dr. Markus Rösler sowie Dr. Sandra Detzer, nominiert für den Bundestagswahlkreis Ludwigsburg | Foto: privat
Mehr Geld für die Schiene als Schwerpunkt

Mit 94 Prozent Zustimmung wählten die grünen Mitglieder im Wahlkreis Vaihingen/Enz gestern in Gerlingen den amtierenden Landtagsabgeordneten Dr. Markus Rösler als Kandidat für die Landtagswahl im März 2021.

Gegen den 58jährigen Rösler aus Vaihingen-Ensingen, der 46 von 49 Stimmen erhielt und die Grünen bereits seit 2011 im Landtag vertritt, waren keine Gegenkandidat*innen angetreten.

Seine 42jährige Ersatzbewerberin Dr. Angela Brüx, Regional- und Gemeinderätin aus Sachsenheim, wurde mit 100 Prozent Zustimmung gewählt – sie erhielt alle 49 Stimmen.

Rösler sieht die größte Herausforderung für die künftige Legislatur im Beitrag einer nachhaltigen Verkehrspolitik für den Klimaschutz:

„Es ist gut, dass Klimaschutz wieder Teil der öffentlichen Debatte wird – denn die Klimaerwärmung wird uns die nächsten Jahrzehnte dauerhaft vor große Herausforderungen stellen – man denke nur an das sinkende Grundwasser, sterbende Wälder und Hitzewellen insbesondere in den Städten. Im Verkehrssektor sind die Emissionen aber seit 1990 in Deutschland nicht gesunken. Dringend müssen daher Geld umschichten zu Gunsten beispielsweise der Stadtbahn im Raum Ludwigsburg – Markgröningen und natürlich auch bis Schwieberdingen, für eine S-Bahn-Verlängerung von Bietigheim über Sachsenheim, Sersheim und Vaihingen bis Mühlacker sowie für eine Durchbindung der Strohgäubahn bis Stuttgart-Zuffenhausen. Der geplante autobahnähnliche Ausbau der B 10 von Stuttgart bis Vaihingen – das ist Dinosaurierdenken aus dem letzten Jahrhundert. Wer Klimaschutz und Insektensterben, Lärmschutz und Flächenverbrauch ernst nehmen will, muss solchen Überlegungen eine Absage erteilen, da wir die Gelder für Nachhaltige Mobilität, Bildung, Forschung und Naturschutz viel dringender benötigen.“, so Rösler.

Rösler, seit den 1990er Jahren auch in internationalen Expertengremien für Großschutzgebiete aktiv, schlägt zudem eine Erweiterung des Nationalparks Schwarzwald vor, um die bisher getrennten zwei Teile zu einem zusammenhängenden Gebiet zu machen. Außerdem will er sich für ein drittes Biosphärengebiet im Land einsetzen.

Im Wahlkreis, wo er sich erfolgreich für eine finanzielle Unterstützung des Keltenmuseums durch das Land eingesetzt hatte, wird er für eine weitere Unterstützung über den Landeszuschuss in Höhe von 500.000 Euro hinaus werben.

Angela Brüx will sich für eine ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltige Transformation der Wirtschaft, bezahlbaren Wohnraum und mehr Naturschutz einsetzen.

Rösler und Brüx wollen das grüne Direktmandat gegen die CDU verteidigen und im Wahlkreis selbst drei Prozent besser als im Landesdurchschnitt abschneiden.