Foto: Volksbank Ludwigsburg

Ludwigsburg.| Am 30. Mai 2020 hatten die Vertreter der Volksbank Ludwigsburg mit überwältigender Resonanz den Beschluss zur Führung eines Prozesses gegen das ehemalige Aufsichtsratsmitglied Herrn Gerhard Heilemann wegen seiner Organstellung gefasst. Zuvor hatte dieser am 22. Mai 2020 per E-Mail zum großen Bedauern der Bank einen zeitlichen Aufschub zum Finden einer gütlichen Regelung ablehnen lassen.

Wie bereits angekündigt, sehen Aufsichtsrat und Vorstand in diesem deutlichen Vertretervotum auch den klaren Auftrag, den eingeschlagenen Weg maximaler Transparenzherstellung im Sinne der Bank und ihrer Mitglieder fortzuführen. Daher hat der Aufsichtsrat der Volksbank Ludwigsburg am 30. Juni 2020 Klage gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Bank, Herrn Karlheinz Unger, eingereicht, um eine mögliche Verjährung von Tatbeständen zu vermeiden.

Dies wurde notwendig, da der Bank nun detaillierte juristische Bewertungen zu möglichen Complianceverstößen in der Vergangenheit vorliegen, die dann durch spezialisierte Rechtsanwälte im Entwurf einer Klageschrift zusammengefasst wurden. Um das ganze Ausmaß der möglichen Verstöße aufzuspüren, zusammenzutragen und zu bewerten, waren seit Sommer 2019 mehrere Arbeitsgruppen beschäftigt gewesen. „Mit unserer zivilrechtlichen Klage wollen wir mögliche Verfehlungen und daraus entstandene Kosten klären, die in der Summe bei einem hohen sechsstelligen Betrag liegen könnten. Allein rund um den Themenkomplex der früheren MHP-Arena-Loge hat die damit beauftragte Anwaltskanzlei einen Betrag von über einer Viertelmillion Euro ermittelt, bei dem für uns weder die Compliance-Konformität der Vorgehensweise noch irgendein Vorteil für die Bank erkennbar sind“, berichtet der Vorstandsvorsitzende Thomas Palus. „Ich bitte allerdings um Verständnis, dass aufgrund laufender zivil- und strafrechtlicher Verfahren im Moment keine weiteren Informationen hierzu möglich sind.“

Dass sich Unger jeder gütlichen Klärung verweigert habe, sei daher für die Bank nicht überraschend. Nun gelte es, den Weg ruhig und sachlich weiter zu beschreiten und die Auffälligkeiten juristisch klären zu lassen. „Auch von Poltereien und lautstark in den Raum gestellten Behauptungen werden wir uns dabei nicht beeindrucken lassen,“ betont Michael Kerker, Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Ludwigsburg. Denn schließlich gehe es hierbei um Rechenschaft aller Beteiligten gegenüber den Eigentümern dieser Bank – den rund 82.000 Mitgliedern hier in der Region.