Rettungswagen der Johanniter-Unfall-Hilfe am Standort Schorndorf ab 1. Juli im 24-Stunden-Betrieb

Rems-Murr-Kreis.| Seit Oktober 2019 fährt die Johanniter-Unfall-Hilfe mit einem neuen Rettungswagen vom Standort Schorndorf aus. Von dort sichert sie die Notfallrettung im südöstlichen Teil des Landkreises. Ab 1. Juli 2020 wird der Rettungswagen in einen 24-Stunden-Betrieb überführt.

„Die 24-Stunden-Rettungswache in Schorndorf ist ein weiteres Puzzlestück in einem Konzept, an dem wir schon lange arbeiten“, sagt Landrat Dr. Richard Sigel. „Das Gesamtpaket der Vorhalteerweiterung, das der Landkreis, die Krankenversicherungen als Kostenträger sowie die Rettungsorganisationen im Kreis schnüren, ist einmalig im Land. Nach der erfolgreichen Umsetzung der Maßnahmen im gesamten Kreis – wir gehen von Ende 2020 aus – sollten die Hilfsfristen in naher Zukunft eingehalten werden können.“

„Mit unserem Rettungsteam tragen wir weiter zur flächendeckenden medizinischen Notfallversorgung der Bürgerinnen und Bürger im Rems-Murr-Kreis bei“, freut sich Benjamin Belzer, Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe, über die 24-Stunden-Erweiterung in Schorndorf.

Weitere Verbesserungen in der Notfallrettung wurden bereits angestoßen oder abgeschlossen: Am Standort Winnenden-Hertmannsweiler hat der Malteser Hilfsdienst zum 1. Februar 2020 einen Rettungswagen im Tagdienst in Betrieb genommen. Dieser wird noch in den 24-Stunden-Betrieb überführt. Ein weiterer Rettungswagen des Malteser Hilfsdienstes in Sulzbach an der Murr wurde bereits zum 1. Mai 2019 vom Tagesdienst auf einen Rund-um-die-Uhr-Betrieb umgestellt. Noch in der Umsetzung befinden sich zwei weitere 24-Stunden-Rettungswagen: einer in Backnang (Johanniter Unfall-Hilfe), der andere in Waiblingen (Arbeiter Samariter Bund).

Die Maßnahmen zur Vorhaltung der Notärzte wurden mittlerweile komplett umgesetzt: Der Notarzt aus Althütte wurde zum 1. November 2019 nach Murrhardt verlegt. Dort hat der Rems-Murr-Kreis dem DRK-Kreisverband Rems-Murr Räume im Winterdienststützpunkt zur Verfügung gestellt. Der neu installierte Notarzt-Standort Welzheim, ebenfalls vom DRK, ist seit 30. März in seiner neuen Wache in Betrieb. Mit den beiden neuen Standorten wurde die Versorgung im Nordosten des Landkreises erheblich verbessert. Der DRK-Notarztstandort Winnenden wurde in einen 24-Stunden-Betrieb überführt.

Im Rahmen dieser Vorhalteerweiterungen werden die Vorhaltestunden der Rettungswagen von 85.051 Stunden jährlich auf 119.880 Stunden erhöht. Die Vorhaltestunden der Notärzte wurden von 38.172 Stunden jährlich auf 52.560 Stunden erhöht.

Der Bereichsausschuss hatte nach einem Gutachten für den Rettungsdienstbereich im Rems-Murr-Kreis Ende 2018 eine umfangreiche Ausweitung der Notfallrettung beschlossen. Unter anderem Eberhard Kraut, AOK-Geschäftsführer und zu dem Zeitpunkt Vorsitzender des Bereichsausschusses, und Landrat Dr. Richard Sigel als Vertreter der Aufsichtsbehörde hatten die Pläne vorgestellt. Die zusätzlichen Kapazitäten, was Personal, Wachen und Leitstelle betrifft, wurden und werden 2019 und 2020 geschaffen: 55 zusätzliche Vollzeitkräfte für den Rettungsdienst, neun zusätzliche Vollzeitkräfte für die Integrierte Leistelle Rems-Murr sowie sechs weitere Rettungsfahrzeuge sorgen für noch mehr Sicherheit.

Der Bereichsausschuss setzt sich aus stimmberechtigten und beratenden Mitgliedern der Kostenträger, also Vertretern der Krankenkassen, der Leistungserbringer, also der Rettungsdienstorganisationen, sowie der Aufsichtsbehörde, sprich dem Landratsamt, zusammen.