von Reinhild Berger

Ludwigsburg.| Nicht nur vielen Eltern von Schul- und Kitakindern hat die Corona-Krise schmerzhafte Verdienstausfälle beschert. Auch wer pflegebedürftige Angehörige zu Hause betreut, kann in den letzten Wochen in eine bedrückende, finanzielle Notlage geraten sein.

Der Kreisvorsitzende der Senioren-Union der CDU, Karl Wißkirchen, begrüßt das am 15. Mai 2020 vom Bundesrat beschlossene Gesetz, das die Situation von pflegenden Angehörigen in der Corona-Krise verbessern soll. Vorgesehen ist, dass Arbeitnehmer bis zum 30. September 2020 für insgesamt 20 Arbeitstage Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld haben. Das sind doppelt so viele Tage wie bisher.

Außerdem soll es für besondere Fälle leichter werden, Lohnersatz zu bekommen. Zum Beispiel, wenn ein Arbeitnehmer wegen der Pandemie die Pflege von Angehörigen oder die Organisation der Pflege übernehmen muss, weil keine andere Möglichkeit zur Verfügung steht. In den letzten Wochen haben sich zahlreiche Pflegeengpässe ergeben, weil Einrichtungen zur Tagespflege Corona-bedingt schließen mussten oder Pflegeheime keine neuen Bewohner aufnahmen. Auch die Pflegekräfte aus Osteuropa standen nicht wie gewohnt zur Verfügung.

Verständlicherweise steht in diesen Tagen die verlängerte Lohnfortzahlung für Familien, die wegen Kinderbetreuung Einkommenseinbußen hatten, häufig im Mittelpunkt der aktuellen Berichterstattung. Karl Wißkirchen: „Die Senioren-Union der CDU fordert Politik und Öffentlichkeit dringend auf, die große Gruppe der pflegenden Angehörigen im Auge zu behalten und ihrer Leistung Wertschätzung entgegen zu bringen.“ Drei Viertel der rund 3,5 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden allein oder mehrheitlich von Angehörigen betreut. Anspruchsberechtigte Personen sollten sich umgehend informieren, welche Unterstützungsleistungen ihnen durch das neue Gesetz zur Verfügung stehen.