Ludwigsburg.|  Seit dem Beginn der Corona-Krise hat die Kreissparkasse Ludwigsburg ihre Kreditvergabe an Unternehmen und Privatkunden deutlich ausgeweitet. Allein im März stiegen die Kreditzusagen um rund 144 Millionen Euro. Davon entfielen 73 Millionen Euro auf Firmenkunden. Das Kreditvolumen der Kreissparkasse wuchs damit zum Ende des ersten Quartals auf 6,4 Milliarden Euro – ein Plus von rund 428 Millionen Euro gegenüber dem Stand Ende März 2019. Dies ist das stärkste Wachstum im ersten Quartal in den vergangenen zwanzig Jahren!

Gleichzeitig ermöglicht die Kreissparkasse Ludwigsburg rund 750 Privat- und Firmenkunden, die von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen sind, ihre Kredit- beziehungsweise Tilgungsraten für mindestens drei Monate auszusetzen. Ziel der Kreissparkasse ist es, ihren Kunden in der Corona-Krise schnell zu helfen. Insgesamt stundet das marktführende Finanzinstitut im Landkreis seinen Kunden aktuell eine Summe von rund 4,0 Millionen Euro. Viele dieser 700 Sparkassenkunden nutzen die Möglichkeit, nicht nur drei, sondern bis zu sechs Monate ihre Tilgungszahlungen auszusetzen.

Der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Ludwigsburg, Dr. Heinz-Werner Schulte, sagt zur aktuellen Lage: „Für die betroffenen Firmen- und Privatkunden ist die vorübergehende Aussetzung der Ratenzahlungen eine wichtige Hilfe in der Krise. In vielen hundert Beratungsgesprächen haben wir mit unseren Kunden Lösungen für finanzielle Engpässe gesucht und gefunden.“ Neben der Aussetzung von Ratenzahlungen handelt es sich dabei in erster Linie um neue Kredite, Überbrückungsgelder und natürlich die Zuschuss- und Förderkreditangebote mit staatlicher Garantieübernahme des Landes und des Bundes aus den Förderprogrammen der staatliche Förderbank KfW und der landeseigenen L-Bank.

Stand heute hat die Kreissparkasse Ludwigsburg Kreditanträge ihrer Kunden mit einem Volumen von rund 25 Millionen Euro an die KfW oder L-Bank weitergereicht.

Schulte kommentiert: „Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unserer Sparkasse bin ich sehr dankbar, dass sie trotz weiterer eigener Einschränkung durch Kontaktverbot und Schul- bzw. Kitaschließungen so engagiert und schnell Lösungen für die Kunden schaffen.“

Die Zahlen zeigen, dass die Kreissparkasse ihrer Verantwortung in der Krise gerecht wird: „Die Krise betrifft unsere Kunden, die mittelständischen Unternehmen ebenso wie Privatkunden, in ihrer ganzen Breite. Wir müssen uns auf ein höheres Ausfallrisiko, eine höhere Risikovorsorge und höhere Belastungen einstellen. Daher wird auch unser Ertrag unter Druck kommen. Wir sind deshalb froh, dass die Kreissparkasse in den Jahren seit der Finanzkrise ihr Eigenkapital deutlich stärken und an Kraft weiter zulegen konnten. Wir haben die guten Jahre genutzt, um Substanz für schlechte Jahre anzulegen. Das wird sich jetzt als Vorteil erweisen.“

Schulte machte gleichzeitig deutlich, dass die Kreissparkasse bei der Kreditvergabe mit Umsicht agiert: „Grundsätzlich gilt, dass auch neue Kredite, selbst wenn sie mit einer Haftungsfreistellung des Staates verbunden sind, zu Zins- und Tilgungsleistungen führen, die der Kreditnehmer tragen muss. Unseren Kunden ist nur mit einem Kredit geholfen, der ihre finanzielle Leistungsfähigkeit nicht überfordert. Wir prüfen die Kreditanträge so zügig wie möglich, aber auch mit der notwendigen Sorgfalt und tragen damit auch den Anforderungen der Aufsicht und der Förderbanken Rechnung. Daher ist uns die Beratung so wichtig. Denn mit einem Kredit, den ein Kunde nach der Corona-Pandemie nicht mehr zurückzahlen kann, ist niemandem geholfen.“