Bild v.l.n.r.: Thomas Raab, Dr. Heinz-Werner Schulte (Vorsitzender) und Dieter Wizemann | Foto: Kreissparkasse
  • Kreissparkasse Ludwigsburg präsentiert vorläufige Zahlen zum Geschäftsjahr 2019
  • Mit Verlauf und Ergebnis zufrieden
  • Fazit positiv

Bei der Präsentation ihrer vorläufigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2019 zeigt sich die Kreissparkasse Ludwigsburg zufrieden. Vorstandsvorsitzender Dr. Heinz-Werner Schulte sagte bei der Bilanz-Pressekonferenz: „Wir sind mit dem Verlauf und dem Ergebnis zufrieden.“
⇒ Anstieg der Bilanzsumme um knapp drei Prozent auf insgesamt rund 10,83 Milliarden Euro
⇒ Lage der Finanzbranche weiterhin schwierig – Zinspolitik und Regulatorik erschweren Bedingungen
⇒ Gemeinnütziges Engagement der Kreissparkasse Ludwigsburg und ihrer fünf Stiftungen hilft in allen 39 Kommunen des Landkreises
⇒ Erhöhung des Stiftungskapitals um zwei Millionen Euro auf jetzt 31 Millionen Euro – im Jahr 2020 weitere Aufstockung auf dann insgesamt 33 Millionen Euro geplant

Ludwigsburg.| „Die Welt der Finanzdienstleistungen ist im Wandel, so stark wie kaum jemals zuvor“, sagte Dr. Heinz-Werner Schulte, der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Ludwigsburg, zu Beginn der Bilanz-Pressekonferenz. Mit den vorläufigen Zahlen, die der Marktführer im Landkreis traditionell zum Jahresauftakt präsentiert, zeigte sich Schulte trotz der schwierigen Rahmenbedingungen zufrieden. Beim Rückblick auf das Geschäftsjahr 2019 der Kreissparkasse zog Schulte ein positives Fazit und sagte: „Wir sind mit dem Verlauf und dem Ergebnis zufrieden und freuen uns über manche Rekorde.“

Für die Kreissparkasse Ludwigsburg sei, so Schulte weiter, das Geschäftsjahr 2019 trotz der enormen Herausforderungen erneut ein zufriedenstellendes gewesen. „Viele Kennzahlen zeigen nach oben“, sagte Schulte. Diese Erfolge zu erringen würde aber „von Jahr zu Jahr schwerer, weil die Rahmenbedingungen für die Finanzbranche immer schwerer werden.“ Minuszinsen und ausufernde Regulatorik sieht Schulte als „enorme Hemmnisse“ für alle Akteure auf dem Sektor Finanzdienstleistungen. Diese ebenso unnötige wie in weiten Teilen schädliche Einflussnahme von außen hindere Finanzdienstleister daran, ihre Ressourcen optimal einzusetzen, so Schulte und sich den eigentlichen Marktherausforderungen bestmöglich zu stellen. Davon gebe es genug. Allein das Thema Digitalisierung, so Schulte, „treibt mit ungeheurer Dynamik den Wandel der Finanzbranche“ voran.

Kennzahlen sind Spiegel des Erfolgs
Der Kreissparkasse Ludwigsburg ist es im Geschäftsjahr 2019 gelungen, ihre Bilanzsumme im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu steigern – auf insgesamt 10,83 Milliarden Euro (Ende 2018 hatte das Volumen bei 10,55 Milliarden Euro gelegen). Das entspricht einer Zunahme von 2,7 Prozent.

Kreditvolumen und Kundeneinlagen mit „kräftigen“ Zuwächsen
Einen „kräftigen Zuwachs“ von insgesamt 353 Millionen Euro verzeichnete die Kreissparkasse beim Kreditvolumen. Dessen Gesamthöhe betrug damit Ende 2019 rund 6,27 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahreswert (Ende 2018 waren es 5,92 Milliarden Euro gewesen) entspricht der Anstieg einer Steigerung von sechs Prozent.

Kredite an Unternehmen und Selbständige (ohne Bürgschaften) haben in 2019 um 130 Millionen auf ein Volumen von insgesamt 2,87 Milliarden Euro zugelegt. Das entspricht gegenüber dem Vorjahreswert einer Steigerung von 4,8 Prozent.

Die Kredite an Privatpersonen konnten 2019 gegenüber 2018 ebenfalls deutlich zulegen: sie nahmen um 173 Millionen Euro auf ein Gesamt-Volumen von 3,01 Milliarden Euro und damit um fast sechs Prozent zu. Im davor liegenden Geschäftsjahr 2018 hatte dieser Wert noch bei 2,84 Milliarden Euro gelegen. Dem Kreditvolumen sind noch weitere, volumenmäßig kleinere Kundengruppen wie etwa öffentliche Haushalte hinzuzurechnen.

Nach den Worten von Schulte gab es auch bei den Kundeneinlagen „mit einem Plus von 300 Millionen Euro erneut einen markanten Anstieg des Gesamt-Volumens zu verzeichnen“. Ende 2019 erreichte der Gesamtwert der Kundeneinlagen eine Höhe 7,47 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahreswert in 2018 (7,18 Milliarden Euro) entspricht das einer Zunahme von vier Prozent.

„Erfreuliche Konstanz“ beim Jahresergebnis
Der Blick auf die Entwicklung des Jahresergebnisses zeige, so Schulte, „eine erfreuliche Konstanz“. Im Jahr 2018 hatte der Wert ein Volumen von 17,92 Millionen Euro. Zum Ende des Geschäftsjahres 2019 schließlich betrug die Gesamthöhe des Jahresergebnisses 18,00 Millionen Euro.

Zinsspanne rückläufig
„Sorgen hingegen macht uns die Entwicklung der Zinsspanne“, bemerkte Schulte. Denn in ihrer Entwicklung zeige sich „leider deutlich der Fußabdruck der Niedrigzinsphase.“ Im Jahr 2018 lag sie bei 2,02 Prozent und 2019 bei 1,82 Prozent.

Diese Entwicklung sei, so Schulte, „grundsätzlich keine erfreuliche“. Die Beratung guter Finanzinstitute für ihre Kunden müsse gemeinsam neue Antworten auf die Frage suchen, wie es unter diesen Bedingungen den Kunden dennoch gelingen kann, Rendite zu erzielen. „Das ist möglich, noch immer“, betonte Schulte, „man braucht freilich kompetente und professionelle Partner an seiner Seite“.

Wertpapiere als Chance – Positives Bild bei der Vermögensverwaltung
„Das Börsenjahr 2019 hat vielen Anlegern Freude bereitet“, blickt Schulte auf das vergangene Jahr zurück. Die beiden Indizes DAX und Dow Jones haben, so Schulte, „mit einem Plus von 25 beziehungsweise 22 Prozent starke Zuwächse verzeichnet“. Die lange Zeit bestehenden politischen und wirtschaftlichen Spannungen sowie die konjunkturellen Sorgen haben die Börsen immer weniger belastet. So hätten sich die Börsen in 2019 im Vergleich zum eher krisenhaften Vorjahr 2018 „deutlich erholt“.

Gleichwohl herrsche in Deutschland noch immer „spürbare Aktien-Skepsis“ vor. Schulte sprach von „einer Art genetischer Abneigung der Deutschen gegenüber Aktien“. Mit Blick auf die Niedrigzinspolitik, mit der man wohl, so Schulte, „länger leben müsse als viele Experten zunächst angenommen haben“, wäre es aber unter Rendite-Gesichtspunkten ratsam, sich über Alternativen für die Anlage Gedanken zu machen. Beim Vermögensaufbau könnten, so Schulte, Aktien eine hilfreiche Rolle spielen.

Im Geschäftsjahr 2019 haben Kunden der Kreissparkasse Wertpapiere für insgesamt rund 414 Millionen Euro gekauft – und damit den Vorjahreswert (392 Millionen Euro in 2018) um 22 Millionen Euro übertroffen. Diese Zunahme entspricht einer Steigerung von fast sechs Prozent. Die Anzahl der Depots lag Ende 2019 bei rund 42.000.

Die Experten der Kreissparkasse können zudem feststellen, dass sich „der Trend zur nachhaltigen Geldanlage in 2019 weiter verfestigt“ hat, so Schulte. Ökonomie und Ökologie könnten, das zeigen viele Beispiel, eine renditeträchtige Verbindung eingehen. So hat sich etwa der „grüne Aktienfonds ‚ÖkoVision‘“ seit seiner Einführung bei der Kreissparkasse zum Jahresbeginn 2012 mit einem Kursgewinn von fast 140 Prozent bis Ende 2019 „sehr gut entwickelt“, so Schulte.

Der Blick auf die Vermögensverwaltung zeigt ebenfalls „ein positives Bild“, sagte Schulte. Wurden im Jahr 2018 noch 510 Mandate betreut, so betrug diese Zahl Ende 2019 schon 536 – was einer Zunahme von fünf Prozent entspricht. Beim betreuten Volumen fiel die Steigerung noch deutlicher aus: Ende 2018 lag die Gesamtsumme bei rund 315 Millionen Euro. Ein Jahr später, Ende 2019, waren es 54 Millionen Euro mehr. Ein Plus von mehr als 17 Prozent.

Versicherungsgeschäft legt kräftig zu
Mit ihrem 26-köpfigen Team gehört die hauseigene Versicherungsagentur der Kreissparkasse Ludwigsburg zu den größten Anbietern im Landkreis. „Der Mannschaft ist es gelungen, in der bedeutendsten Sparte ‚Leben Neugeschäft‘ das Vorjahres-Volumen von rund 112 Millionen Euro um 10,5 Millionen Euro auf fast 123 Millionen Euro zu steigern“, sagte Schulte.  In der Sparte „Bestand Komposit“ gelang den Versicherungs-Experten eine Steigerung von knapp 6,6 Millionen Euro auf fast 7 Millionen Euro des jährlichen Beitragsvolumens.

Neuer Rekord: Baufinanzierungen durchbrechen Schallmauer
„Mit dem Überschreiten des Drei-Milliarden-Euro-Volumens haben die Baufinanzierungen eine Art Schallmauer durchbrochen“, sagte Schulte. Für ihn sei dieser Umstand ein klarer Beleg dafür, dass „Anleger sich unverändert stark in Richtung Sachwerte orientieren“. Man könne davon ausgehen, dass dieser Trend anhalten werde.

Weiterer Rekord: beim Bausparen
„Auch beim Bausparen haben wir im Jahr 2019 mit der vermittelten Gesamtsumme von rund 322 Millionen Euro einen neuen Rekord erzielt“, sagte Schulte.

Kontenzahlen auf hohem Niveau
Ende 2018 hat die Gesamtzahl der Privatgirokonten mit fast genau 230.000 nach den Worten von Schulte „bereits ein hohes Niveau erreicht“. Dennoch hat das Jahr 2019 eine erneute Steigerung gebracht: die Gesamtzahl der Privatgirokonten lag Ende Dezember des vergangenen Jahres bei rund 232.400 – und damit um gut ein Prozent höher als im Vorjahr.

Veranstaltungen lassen Vielfalt erleben
„Die Kreissparkasse Ludwigsburg strebt nicht nach maximalem Gewinn, sondern will durch ihre geschäftlichen, gesellschaftlichen und gemeinnützigen Aktivitäten einen Beitrag dazu leisten, den Menschen im Kreis maximale Lebensqualität zu ermöglichen“, erläuterte Schulte den umfassenden Anspruch des marktführenden Finanzinstituts im Kreis.

Veranstaltungen, große und kleine, selber organisierte und durch Sponsoring unterstützte, machen einen praktischen Teil dieses unternehmerischen Selbstverständnisses aus. Im Jahr 2019 hat die Kreissparkasse insgesamt 160 Veranstaltungen entweder selber durchgeführt oder unterstützt. Jährliches Highlight ist sicherlich das mehrtägige Mega-Event „musicOpen“ im Ludwigsburger Schlosshof. Die Konzertreihe, zu der jedes Jahr Zehntausende in den Innenhof des Barockschlosses pilgern, hat sich einen festen Platz im Kulturkalender Baden-Württembergs erobert. Kunden der Kreissparkasse können nicht nur beim musicOpen Vergünstigungen für sich nutzen.

Säulen der Hilfe werden immer stärker – Gemeinnütziges Engagement
„Ein weiteres, ganz besonderes Alleinstellungsmerkmal der Kreissparkasse Ludwigsburg ist ihr umfassendes gemeinnütziges Engagement“, sagte Schulte. „Kein anderer Finanzdienstleister setzt sich so stark, so umfangreich und so vielfältig für die Menschen im Landkreis ein, wie der Marktführer“, betont Schulte.

Jahr für Jahr würden die Kreissparkasse und ihre fünf Stiftungen mit Spenden und Sponsoring Hunderte von Projekten unterstützen, so Schulte. Die Bandbreite der Hilfe sei enorm und ziele, um nur die größten Bereiche zu nennen, auf Bildung, Kunst und Kultur ab, umfasse Jugendförderung, Arbeit und Soziales und reiche bis hin zu Umwelt und Naturschutz.

„Die Hilfe kommt allen 39 Kommunen im Landkreis zugute“, führte Schulte aus. Die Säulen der Hilfe werden immer stärker. Das Stiftungskapital wurde in 2019 um zwei Millionen Euro erhöht und betrug damit insgesamt 31 Millionen Euro. Im laufenden Jahr 2020 ist eine weitere Aufstockung in Höhe von zwei Millionen Euro angedacht.

Ausblick auf 2020
„Über das vor uns liegende Jahr 2020 lässt sich aus Sicht der Kreissparkasse nur eines mit Sicherheit sagen“, so Schulte: „Es wird wieder ein Jahr werden, dessen Schwierigkeitsgrad unter unternehmerischen Gesichtspunkten nicht unter dem des zu Ende gegangenen Jahres liegen wird.“

Die Kreissparkasse müsse wieder „kluge Lösungen“ finden und die richtigen Antworten auf die vielen Fragen, die sich aus dem weiterhin ansteigenden Ertrags- und Kostendruck ergeben.

Doch trotz aller Herausforderungen müsse man, so Schulte, mehr an die Gestaltbarkeit von Chancen und weniger an die Beharrlichkeit von Risiken denken.

Dynamik bei Digitalisierung hält an
„Die Kreissparkasse Ludwigsburg ist bald 170 Jahre alt, und erfindet sich trotz des hohen Alters ständig neu“, sagte Vorstandsmitglied Dieter Wizemann über den durch Digitalisierung ausgelösten rasanten Wandel, den das marktführende Finanzinstitut im Landkreis Ludwigsburg innovativ zu gestalten weiß. Diese enorme Umwälzung habe auch und gerade für den Finanzsektor große Auswirkungen.

„Industrie 4.0 oder Banking 4.0 oder gar 5.0 sind mehr als bloße Schlagworte“, erläuterte Wizemann. Diese Bezeichnungen stünden formelhaft für gravierende Veränderungen, die unaufhaltsam stattfinden, so Wizemann. „Aus unserer Sicht lassen sich die Chancen der Digitalisierung im Wesentlichen in drei zentralen Punkten zusammenfassen.“

Erstens gehe es darum, individueller werdende Kundenwünsche schneller zu erkennen, präziser erfassen und aktueller erfüllen zu können. Zweitens können im digitalen Umfeld zielgerichtet neue Finanzdienstleistungen entwickelt werden. Drittens könne man Prozesse effektiver miteinander verknüpfen und Vernetzungsgrade erhöhen. „Maßstab unseres Handelns ist der Kundennutzen. Unser Ziel ist die bestmögliche Lösung aller Kundenbedürfnisse zu bieten“, so Wizemann. „Insgesamt können damit Wachstums- und Ertragspotentiale erschlossen werden.“

 „Beim Blick auf diese drei zentralen Aspekte ist eines ganz wichtig“, sagte Wizemann, „nämlich, dass Digitalisierung ständig neue Chancen eröffnet“.  Das würde natürlich nicht bedeuten, Risiken einfach auszublenden. Selbstverständlich stehe Daten-Sicherheit ganz oben auf der Prioritätenliste. Datenschutz ist eine harte, ständig einzuhaltende Rahmenbedingung, die für das Vertrauen unserer Kunden essentielle Bedeutung hat.

„Es geht im Kern um die Frage“, so Wizemann, „ob man sich dem Fortschritt entgegenstellt oder ihn dankbar für die Fortentwicklung nutzt.“ Das gelte auch und insbesondere für die Digitalisierung. „Wer sie versucht aufzuhalten“, so Wizemann, „verpasst den Zug in die Zukunft.“ Digitalisierung sei als Tool zu verstehen, um Kundenanliegen schneller und lösungsorientierter erledigen zu können.

„Kundenwünsche ändern sich, neue Produkte entstehen“
Mit der permanenten Verbesserung und Erweiterung der Funktionalitäten unserer Online-Anwendungen komme die Kreissparkasse Ludwigsburg Kundenwünschen entgegen, so Wizemann. Denn „Kundenwünsche ändern sich, und diesen Wünschen müssen wir gerecht werden“. Heutzutage würden Kunden von ihren Finanzinstituten mit großer Selbstverständlichkeit die Digitalisierung von Standardprozessen erwarten. Dabei gehe es darum, dass man sich als Kunde bequem und von zu Hause aus oder unterwegs über Produkte informieren, alle Serviceleistungen in Anspruch nehmen und Transaktionen ausführen kann. Ein gutes Beispiel dafür sei etwa bei der Kreissparkasse die Integration des Wertpapier-Brokerage in die Sparkassen-App, die den Kunden seit 2019 das bequeme Abwickeln von Wertpapier-Geschäften in der App ermöglicht.

Mobile Geräte, wie etwa Laptops, Smartphones oder Tablets erlaubten es heute dem Kunden, „seine Bank“ von überall her erreichen zu können, „und das oft rund um die Uhr“. Kunden erwarteten von „ihrer“ Bank, dass ihnen diese jederzeit und überall eine umfassende Analyse und Steuerung ihrer gesamten finanziellen Lebenswelt ermögliche. „Die Könige der Geschäftsbeziehungen sind die Kunden“, unterstrich Wizemann, sie würden „stärker denn je bestimmen, was sie wann über welchen Kanal nutzen wollen“. „Über unsere leistungsfähige App auf dem Smartphone haben unsere Kunden, bildlich gesprochen, ‚ihre‘ Filiale in der Jackentasche immer dabei“, so Wizemann.

Modernes Banking sei mobiles Banking via Internet. Die neuen Möglichkeiten werden von immer mehr Menschen genutzt.

Das neue Jahr eröffnet neue Optionen
Unser Onlinebanking wird auch 2020 weiter mit attraktiven Zusatzfunktionen ausgebaut. Zum Jahresstart wurde beispielsweise die neue Funktion „Online-Steuererklärung“ in unser Banking integriert. Damit lässt sich die Steuererklärung online erstellen.

Im Firmenkundenbereich werden mit dem Ausbau des Firmenkundenportals ebenfalls viele neue Möglichkeiten zur Verfügung gestellt. Unter anderem wird es unseren Firmenkunden möglich sein, über die Nutzerverwaltung mehrere Mitarbeiter zur Erledigung von Bankgeschäften entsprechend selber zu berechtigen und Zugriffe oder Limite an die eigene Organisations- und Kompetenzstruktur der Firma anzupassen.

Kennziffern im Online-Banking belegen enorme, ungebrochene Dynamik
Eine wachsende Mehrheit von Kunden, so Wizemann, nutze die ständig erweiterten Online-Optionen der Kreissparkasse für ihre Bankgeschäfte. Der Zugang via Online sei mittlerweile, gemessen an der Zahl der Kontakte, die bedeutendste Kommunikationsebene auch für die Kreissparkasse.

Mit welch enormer Dynamik die Digitalisierung auch bei der Kreissparkasse Ludwigsburg voranschreitet, lässt sich an konkreten Zahlen ablesen. Blickt man auf die Gesamtzahl der Online-Banking-Teilnehmer in den vergangenen vier Jahren, zeigt sich „eine sehr starke Zunahme“.

Bis Ende des vergangenen Geschäftsjahres ist sie seit 2015 um rund 32.000 angestiegen und erreichte einen Gesamt-Wert von rund 137.000. Das entspricht einem Plus von nahezu 30 Prozent in nur vier Jahren. Diese Teilnehmer führen aktuell 155.000 Girokonten online. Damit ist unsere Online-Bankingquote auf 63 Prozent gestiegen.

„Bei den Login-Zahlen ist die Zunahme noch viel stärker“, sagte Wizemann. Im zurückliegenden Jahr 2019 erreichte die Gesamtzahl der Logins eine Höhe von rund 38,4 Millionen – ein Zuwachs von knapp 30 Prozent  in einem Jahr. Konkret bedeutet dies, dass uns unsere Kunden mehr als 38 Millionen mal konkret mit Anmeldung in unserer Internetfiliale besucht haben.

Auch die Zahl der genutzten Apps ist im letzten Jahr um 35 Prozent auf fast plus 48.000 gestiegen. Die Funktionalitäten Informations- und Bankingmöglichkeiten haben wir voriges Jahr verbessert und erweitert. Mit der Sparkassen-App und den ergänzenden Apps der Sparkassenorganisation auf dem Smartphone haben unsere Kunden ihre Bankfiliale quasi in der Hosentasche.

„Man könnte noch eine Vielzahl weiterer Kennzahlen anfügen“ so Wizemann. Die Kernaussage der Daten wäre aber stets dieselbe: „Die Digitalisierung im Finanzsektor ist der vielleicht stärkste Umgestaltungsfaktor, der die Branche und all ihre Geschäfte nachhaltig verändert.“

Das Fazit von Wizemann: „Online-Banking wird immer besser. Es ist einfach, schnell und sicher. Deswegen nutzen es immer mehr Menschen. Wer es kennengelernt hat, möchte es nicht mehr missen.“

Payment: Bezahlen, die Kreissparkasse macht es einfach
Mit Blick auf das zentrale Thema „Payment“ sind der Kreissparkasse, nach den Worten von Wizemann, folgende Anforderungen, die für den Kunden besonders wichtig. „Erstens sollen unsere Kunden jederzeit und überall in der Lage sein, zu bezahlen. Zweitens sollen sie im In- und Ausland bezahlen können.

Mit unserer Sparkassen-Card und unseren Kreditkarten ist es schon bisher möglich, einfach und kontaktlos beim Einkauf, im Hotel oder beim Tanken bezahlen zu können.  „Wir freuen uns, mit der Einführung von Apple Pay all unseren Kunden Bezahlen mit ihrem Iphone ermöglichen zu können“, sagte Wizemann. „Zum Start werden Kreditkarten unterstützt, die girocard bereiten wir für 2020 vor“, ergänzte Wizemann. Auch der Einzelhandel ist bereits vorbereitet: Die Mehrheit der Point-of-Sales-Terminals akzeptiert kontaktlose und mobile Zahlungen und damit ab heute auch Apple Pay-Zahlungen mit Sparkassen-Kreditkarten. Zudem bietet man mit der App „Mobiles Bezahlen“ auch für die Nutzer anderer Smartphones eine sehr attraktive Lösung an. „Payment einfach, bequem und sicher zu gestalten, sehen wir als eine unsere zentralen Aufgaben an“, betonte Wizemann.

Einfach, bequem und sicher soll das Bezahlen auch im Bereich E-Commerce sein. Die Kreissparkasse biete hier, so Wizemann, etwa mit Paydirekt oder mit den Kreditkarten„sehr gute Möglichkeiten für alle Bedarfssituationen“.

Zudem habe die Kreissparkasse mit der „Vorteilswelt“ das Thema „Bezahlen“ noch mit einem besonderen Nutzen für die Kunden verknüpft: ein „Geld-zurück-Programm“. Vor fast drei Jahren, im Mai 2017, ist die „Sparkassen-Vorteilswelt“ an den Start gegangen. Vorteile davon haben alle drei Beteiligtengruppen: die Kunden, die Händler und das Finanzinstitut. „Es handelt sich um eine „Win-Win-Win-Situation“, so Wizemann.

Den Vorteil zu nutzen sei ganz einfach. „Kunden der Kreissparkasse werden beim Einkaufen einzig und alleine für das Bezahlen mit ihrer Sparkassen-Card bei zahlreichen autorisierten Partnerunternehmen aus Handel, Dienstleistung und Gastronomie im Landkreis belohnt.“ Der Clou dabei: die Privatgirokunden bekommen einen Teil des Kaufpreises im Folgemonat ganz automatisch auf ihr Privat-Girokonto gutgeschrieben.

Ende des Jahres 2019 waren im Landkreis Ludwigsburg 133 Händler Teil der Vorteilswelt. Deutschlandweit waren es 4.850 teilnehmende Partner. Insgesamt sind den Privatgirokunden der Kreissparkasse im zurückliegenden Jahr rund 137.000 Euro rückerstattet worden, so Wizemann.

Filialnetz mit kreisweiter Präsenz
Zu den vielen Stärken der Kreissparkasse Ludwigsburg zählt ihre Nähe zum Kunden. Diese findet auf verschiedene Arten ihren Ausdruck. Auch räumlich. „Jeder Kunde findet in einer für ihn akzeptabel erreichbaren Entfernung eine Filiale, in der er sich persönlich und kompetent beraten lassen kann“, so Wizemann.

Dieses Angebot gehöre unverändert zum Markenkern der Kreissparkasse, so Wizemann. Zwar sei die Gesamtzahl der Filialen im vergangenen Jahr minimal gesunken – und zwar von 100 auf insgesamt 98 Ende des Jahres 2019. Doch „mit fast 100 Filialen sind wir kreisweit unverändert der Finanzdienstleister mit dem dichtesten Filialnetz überhaupt.“ Von den kreisweit insgesamt 98 Filialen waren Ende vergangenen Jahres 58 personenbesetzt und 40 reine SB-Filialen. Die Ausweitung der Digitalisierung – immer mehr Kunden erledigen insbesondere die einfachen Bankgeschäfte via Internet – sowie der Kostendruck waren auch für uns ausschlaggebend, das Filialnetz diesen Entwicklungen anzupassen. Anstelle von mehr vollständigen Zusammenlegungen haben wir uns entschlossen, durch Anpassungen der Service-Öffnungszeiten eine größere Zahl personenbesetzter Filialen zu erhalten. Dem Bedarf entsprechend bieten wir in allen personenbesetzten Filialen werktäglich Beratung von 08.00 – 20.00 Uhr an.

Mit unseren SB-Filialen komplettieren wir wirtschaftlich sinnvoll für die Kunden und uns unser Angebot vor Ort. Denn mit unserer Gesamtzahl von 111 Geldautomaten stellen wir die Bargeldversorgung flächendeckend sicher. Schließlich kommen dazu 75 Kontoterminals, die die Kunden vorrangig für Überweisungen und Auszugsdrucke verwenden.

Die Kreissparkasse, so Wizemann weiter, investiere Jahr für Jahr hohe Summen in ihr Filialnetz. In den Geschäftsjahren 2017 bis inklusive 2019 betrug die durchschnittliche jährliche Investitionssumme rund 15 Millionen Euro.

„Unsere ungebrochene Investitionsbereitschaft in unser Filialnetz ist nicht nur Bekenntnis zu unseren knapp 100 Geschäftsstellen, sondern auch Beleg für unsere Überzeugung: Nämlich die Zukunftsfähigkeit der Filiale für die Kundenbeziehung Mensch zu Mensch“, fasste Wizemann zusammen. Dieses Jahr werden wir eine neue Filiale in Benningen eröffnen und mit dem Neubau unserer Filialdirektion in Kornwestheim beginnen.

Regele-Areal setzt Reihe großer Baumaßnahmen fort – Erhöhung städtischer Attraktivität
„Im Oktober 2019 setzten wir den physischen Startschuss für das Groß-Projekt ‚Regele-Areal mit Verlegung von Versorgungsleitungen‘“, sagte Wizemann und fügte an: „Die Investition reiht sich in die großen Baumaßnahmen der Kreissparkasse in der jüngeren Vergangenheit ein. Marbach, Vaihingen-Enz und – nun beginnend – Kornwestheim sind hier, neben dem Regele-Areal, zu nennen.“

Ein Großteil der hier getätigten Investitionen würde, so Wizemann, durch heimische Unternehmen ausgeführt. Ein Umstand, den man „als bewussten Beitrag zur Stärkung von Unternehmen und Arbeitsplatzsicherung bei heimischen Firmen verstehen sollte“.

Allein für das Groß-Projekt Regele-Areal veranschlagen die Planer Gesamtkosten von rund 65 Millionen Euro. Mitten in Ludwigsburg wird durch dieses Bauprojekt eine neue Bruttogeschossfläche von rund 12.500 Quadratmeter realisiert. Büro- und Ladenflächen werden geschaffen, durch neue Arzt-Praxen wird die medizinische Versorgung verbessert und zudem entstehen 11 neue Wohnungen und eine öffentliche Tiefgarage mit knapp 150 Stellplätzen.

„Wenn das Projekt im Jahr 2023 abgeschlossen sein wird, wird dies zu einer „erheblichen Steigerung der städtischen Attraktivität, im Zentrum Ludwigsburgs führen“, blickte Wizemann voraus. Damit werde das gesamte Schillerviertel aufgewertet.

Der größte Erfolgsfaktor: Mitarbeiter und Azubis
„Von allen Faktoren, die zum Erfolg der Kreissparkasse beitragen, steht einer ganz oben auf der Wichtigkeitsskala: die Mitarbeiter“, sagte Wizemann. Ende 2019 waren insgesamt 1.473 Mitarbeiter bei der Kreissparkasse Ludwigsburg beschäftigt, darunter 117 Auszubildende.

Mit einer Ausbildungsquote von über 9 Prozent gehört die Kreissparkasse zu den ausbildungsstärksten Finanzinstituten und „macht damit“, so Wizemann, „zweierlei Dinge deutlich. Erstens wollen wir als einer der größten Ausbildungsbetriebe im Landkreis unserer Verantwortung jungen Menschen gegenüber gerecht werden und zweitens zeigen wir damit, dass wir in unserem Team jungen Menschen attraktive Berufschancen eröffnen.“ Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres im September 2020 plant die Kreissparkasse bis zu 60 neue Azubis einzustellen.

„Weiterbildung geht weiter, immer weiter“

„Mit dem Berufsabschluss hört allerdings die Notwendigkeit zum Aneignen von Wissen nicht auf“, führte Wizemann aus, ganz im Gegenteil. „Die Verpflichtung zur Weiterbildung geht weiter, ein Berufsleben lang. Und durch die angesprochene Digitalisierung sowie sich ständig ändernden Rahmenbedingungen ist ständige Fortbildung essentiell für die Ausübung einer qualifizierten, interessanten Tätigkeit.“

Dafür wendet die Kreissparkasse Jahr für Jahr große Summen auf. Allein im Geschäftsjahr 2019 haben wir knapp 820.000 Euro in Weiterbildungsmaßnahmen unserer Mitarbeiter investiert. Insgesamt haben sich unsere Mitarbeiter an rund 4.050 Weiterbildungstagen zusätzliches Wissen angeeignet. Im Durchschnitt waren das mehr als drei Weiterbildungstage pro Mitarbeiter.

Partner für Firmenkunden – Motor des Mittelstands

„Die Kreissparkasse Ludwigsburg ist Partner für rund 10.000 gewerbliche Kunden im Landkreis“, begann Vorstandmitglied Thomas Raab seine Ausführungen zum Firmenkundengeschäft.

Im BusinessCenter haben wir, so Raab, in 2019 „Erreichbarkeit und Service ausgebaut und sind durchgehend von 08:00 bis 18:00 Uhr für unsere gewerblichen Kunden erreichbar.“ Die 14 Mitarbeiter kümmerten sich allein im Jahr 2019 um rund 50.000 Anrufe und konnten die Themen der Kunden in der Mehrzahl der Fälle sofort im Gespräch lösen.

Erfreulich sei im vorausgegangenen Geschäftsjahr 2019 zudem das „kraftvolle Kreditwachstum“ gewesen, so Raab. Das Kreditvolumen habe „um knapp fünf Prozent beziehungsweise um rund 130 Millionen Euro auf 2,87 Milliarden Euro zugelegt“.

In den „anspruchsvollen Beratungsgesprächen“ gehe es, so Raab, unter anderem darum, „Konjunkturzyklen zu simulieren und passende Finanzstrukturen daraus abzuleiten“, was die Kunden angesichts der derzeitigen Unsicherheit sehr schätzen.

Ein weiteres Hauptaugenmerk haben die Firmenkunden-Experten der Kreissparkasse in 2019 auf die Förderung nachhaltiger Investitionen gelegt, „also auf die Gewinnung gewerblicher Fördermittel für Themen wie Umwelt und Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und erneuerbare Energien“. In konkreten Zahlen sei es, so Raab, gelungen, das Volumen der Fördermittel in 2019 gegenüber dem Vorjahr erheblich zu steigern: von neun Millionen Euro (in 2018) auf rund 30 Millionen im vergangenen Geschäftsjahr.

„Wir tragen mit all diesen Aktivitäten und Service-Leistungen dazu bei, den Motor des Mittelstands zu unterstützen“, sagte Raab.

Erneut ein gutes Jahr im Bereich Leasing

„Nach dem Superjahr 2018 war es nicht ganz einfach, im Bereich Leasing erneut einen Erfolg einzufahren, doch genau das ist uns gelungen“, sagte Raab. In 2018 lag des gesamte mit Leasing erzielte Volumen bei über 54 Millionen Euro. „Die ersten acht Monate des zurückliegenden Jahres 2019 liefen ebenfalls sehr gut, dann aber, in den letzten vier Monaten 2019, wurden spürbar weniger Investitionen nachgefragt“, so Raab. Dennoch ist es den Leasing-Experten der Kreissparkasse gelungen, im Gesamtjahr 2019 ein Volumen von knapp 47,4 Millionen Euro zu erzielen.

Beim Blick in die Zukunft der regionalen Wirtschaft „bleibt der Aspekt der Elektromobilität bei Pkw Herausforderung und Chance zugleich“, so Raab. „Im gerade erst begonnenen Geschäftsjahr 2020 hoffen wir, dass sich der leichte Brems-Effekt des letzten Drittels des Vorjahres nicht so fortsetzt“, sagte Raab. Der Jahresauftakt 2020 gebe hier Anlass zu Optimismus.

S-International: neues Führungsduo schreibt Erfolgsgeschichte fort

„Genau vier Jahre ist es her, dass die S-International von zwei Gründungspartnern aus der Taufe gehoben worden ist, den Kreissparkassen Heilbronn und Ludwigsburg. Vor zwei Jahren sind sechs weitere Sparkassen dazu gestoßen. Alle zusammen schreiben eine beeindruckende Erfolgsstory“, sagte Raab.

Mit Jahresbeginn 2020 habe, so Raab, ein Führungs-Duo die Leitung der S-International Baden-Württemberg Nord GmbH & Co. KG von „der sehr erfolgreichen Vorgängerin Evi Popp“ übernommen. Die beiden neuen Geschäftsführerinnen Heike Rudolph und Petra Wunderlich führen ein Gemeinschaftsunternehmen mit derzeit mehr als 70 Mitarbeitern, „das ein starkes Wachstum hinter sich hat und weiteres Wachstum anstrebt“, so Raab.

Rechne man die Bilanzsummen der aktuell acht Partner zusammen, so komme man, auf ein Gesamt-Volumen von über 52 Milliarden Euro. In einem Bundesland wie Baden-Württemberg, dessen Unternehmen „ihren Erfolg maßgeblich dem Engagement im Ausland verdanken“ sei ein Banking-Partner dieses Formats, der Experte im internationalen Banking, ein entscheidender Erfolgs-Faktor.

„Profitieren von den Dienstleistungen der S-International können alle Unternehmen, große und kleinere, aus allen Branchen“, so Raab.

Das Leistungsvermögen der S-International werde noch deutlicher, wenn man den Blick auf konkrete Zahlen richte, so Raab. In 2019 habe die S-International „Dokumentengeschäfte für grenzüberschreitende Kundengeschäfte im Volumen von rund 40 Millionen Euro“ getätigt.

Zudem sei mit rund 34.000 Zahlungstransaktionen ein Volumen von „über 680 Millionen Euro abgewickelt“ worden, so Raab.

Im Bereich „Währungsmanagement für Kunden“ sei es gelungen, ein Volumen von rund 295 Millionen Euro zu erreichen, davon dienten „rund 60 Millionen Euro Absicherungsgeschäften für Zinsen und Rohstoffe, wie etwa Metalle, Strom und Treibstoffe“, so Raab.

Bedarf an Immobilien bleibt auf hohem Niveau
„75 Mitarbeiter kümmern sich bei der Kreissparkasse Ludwigsburg um alle Aspekte, die das Thema ‚Immobilie‘ betreffen – sie hatten im vergangenen Geschäftsjahr 2019 viel zu tun“, blickte Thomas Raab auf Entwicklung und Bilanz des Immobiliengeschäfts 2019 der Kreissparkasse zurück.

Der Bedarf an Immobilien, sowohl an gewerblichen als auch an wohnwirtschaftlichen, sei „weiterhin sehr hoch“, so Raab. Eine Reihe von Gründen habe zu dieser Situation geführt, über die Raab sagt: „Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Immobilien auch im laufenden Jahr hoch bleiben wird.“

Zum einen sei das Zinsniveau unverändert historisch niedrig, Baugeld deshalb günstig zu haben. Zum zweiten suchen Anleger in Zeiten von Niedrigzinsen Sicherheit und Rendite. Zum dritten sei der Landkreis Ludwigsburg, dessen Bevölkerung stetig wächst, „hoch attraktiv“, biete viele interessante Arbeitsmöglichkeiten und habe zudem noch einen hohen Freizeitwert. Der seit Jahren anhaltende Zuzug in den Landkreis belege „das anhaltend starke Interesse vieler Menschen, die natürlich Wohnraum benötigen.“

„Der größte Makler im Landkreis sind wir“, sagte Raab. Die Kreissparkasse habe allein im vergangenen Jahr 308 Objekte vermittelt. Das seien zwar in absoluten Zahlen 19 Objekte weniger als im Jahr zuvor (in 2018 waren es genau 327 Objekte gewesen). Doch der Blick auf die Gesamthöhe der Baufinanzierungen zeige einen „deutlichen Anstieg“. Im Durschnitt sei an den knapp 250 Arbeitstagen des Geschäftsjahres 2019 pro Arbeitstag eine Summe von 2,6 Millionen Euro ausgereicht worden. Im Jahr zuvor (2018) waren es durchschnittlich noch 2,1 Millionen Euro pro Arbeitstag gewesen.

Insgesamt habe das Volumen im Bereich Baufinanzierung / Neugeschäft im vergangenen Jahr bei rund 645 Millionen Euro gelegen – und damit 22 Prozent höher als im Jahr davor (Gesamtsumme: rund 530 Millionen Euro). Das Jahr 2019 habe die Reihe der Rekordjahre fortgesetzt. „Das hat dazu geführt, dass wir bei Baufinanzierungen in 2019 die Drei-Milliarden-Marke durchbrochen haben“, so Raab.

Diese Zahlen seien, so Raab, grundsätzlich sehr erfreulich. Dennoch würde fehlender Wohnraum und steigende Mieten zunehmend zum Problem.

Vor diesem Hintergrund gelte es, so Raab, die Anstrengungen zur Schaffung von Wohnraum und Gewerbeflächen „zu intensivieren“.

S-Wagnis- und Beteiligungskapital GmbH
„Die mit insgesamt 39,5 Millionen Euro ausgestattete S-Wagnis- und Beteiligungs GmbH hat ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 gestaltet“, sagte Raab. Die Anzahl der Beteiligungen blieb mit insgesamt 36 auf konstant hohem Niveau.

Beim Beteiligungs-Volumen hingegen brachte das Geschäftsjahr 2019 im Vergleich zu den Vorjahren „einen sehr starken Anstieg“, so Raab. Im Jahr 2017 lag das Beteiligungs-Volumen noch bei insgesamt 16,5 Millionen Euro. Ein Jahr später, in 2018, war die Summe auf knapp 22 Millionen angestiegen. „Und im Geschäftsjahr 2019 lag das Gesamt-Volumen mit knapp 28 Millionen Euro fast 30 Prozent über dem Vorjahreswert“, betonte Raab.

Wesentlicher Bestandteil der Arbeit der S-Wagnis-Fachleute war in 2019 die Prüfung von rund 70 Businessplänen aus den Bereichen StartUp, Wachstum und Unternehmenskauf.

Großen Wert habe man zudem darauf gelegt, so Raab, sich mit dem neuen Strukturwandelbeauftragten zu vernetzen und die Zusammenarbeit mit den Beteiligungsgesellschaften benachbarter Sparkassen zu intensivieren.

Private Banking und Wealth Management: Orientierung an Individualität
„Alle der insgesamt 20 Berater, die für die Kreissparkasse in den Bereichen Private Banking und Wealth Management tätig sind, beschäftigen sich mit einer einzigen Frage: Wie sieht das individuell optimale Vermögenskonzept für den einzelnen Kunden aus?“, erläuterte Thomas Raab.

Es gelte, für die Bereiche Geldanlage, Altersvorsorge, Finanzierung oder die Nachfolgefrage die jeweils individuell bestmögliche Lösungen zu erarbeiten. „Drei Punkte sind es, die unsere Kunden dabei am meisten bewegen. Erstens Vermögenserhalt, zweitens Immobilien und drittens Generationenmanagement“, schilderte Raab. In Summe ergebe sich so ein großes zu betreuendes Volumen.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2019 betrug das gesamte Kundengeschäftsvolumen rund 1,4 Milliarden Euro.

Gleich eine Reihe verschiedener Faktoren würden, so Raab, dazu beitragen, dass „Private Banking und Wealth Management Wachstumsgebiete bleiben“. Demografische Aspekte spielten eine Rolle, ebenso der Umstand, dass im Landkreis Ludwigsburg eine große Zahl vermögender ratsuchender Menschen lebe.

„Doch mit einem Vermögen sind eben auch viele Fragen verbunden“, so Raab, „und wir können, zumal in Zeiten anhaltender Niedrigzinsen, die Antworten liefern.“ Antworten, die auch künftigen Generationen die Tür zu Aufbau oder Erhalt von Vermögen öffnen.

Immer mehr Kunden suchten den Rat der Kreissparkassen-Experten, wenn es darum geht, eine „Immobilienportfolioanalyse“ machen zu lassen, sich über die Möglichkeiten des „Generationenmanagements“ zu informieren oder Lösungen für das komplexe Thema „Testamentsvollstreckungen“ zu erarbeiten.

„Beim hoch-sensiblen Thema ‚Testamentsvollstreckung‘ etwa haben wir im Jahr 2019 einen deutlichen Anstieg des Interesses verzeichnet“, so Raab. „Die Zahl übernommener Testamentsvollstreckungen ist von 2018 auf 2019 von 265 auf 305 Fälle, und damit um mehr als 15 Prozent angestiegen.“

Anstiege gab es zudem bei der Anzahl betreuter Familien (von 2.541 im Jahr 2018 auf 2.752 im Geschäftsjahr 2019) und beim betreuten Wertpapier-Volumen: da konnten wir binnen Jahresfrist einen Zuwachs von rund 785 Millionen Euro auf mehr als 908 Millionen Euro verzeichnen; was einem Plus von fast 16 Prozent entspricht.

Manch vermögender Kunde denkt über die Gründung einer Stiftung nach und sucht Rat. „Den findet er bei uns“, so Raab. Das schlägt sich in Zahlen nieder. Waren es in 2018 noch 11 Stiftungen, bei deren Gründung wir unterstützt haben, so stieg deren Zahl in 2019 auf insgesamt 21; das entsprechende Volumen war binnen Jahresfrist von rund 16,5 Millionen Euro auf knapp 18,6 Millionen Euro gestiegen.