Anfang November dreht sich alles um Schiller, Literatur und Lesen

Marbach a. N.| Marbach ehrt ihren großen Sohn. Neben der Pflege traditioneller Bräuche, wie dem Läuten der Schillerglocke Concordia, dem Blumengruß am Schillerdenkmal oder der musikalischen Huldigung vor Schillers Geburtshaus, möchte die Schillerwoche Lust auf Literatur, auf das Lesen oder auch auf das Schreiben machen und bietet für alle Lesefreunde ein vielfältiges Programm: Es gibt Lesungen, Vorträge und Ausstellungseröffnungen, Poetry Slammer messen sich mit ihren Texten, die Württembergische Landesbühne Esslingen präsentiert eine Neuinszenierung von „Kabale und Liebe“, Cem Özdemir hält die Schiller-Rede, am Schiller-Sonntag gibt es zahlreiche Leseaktionen und geöffnete Geschäfte und der Schillerpreis der Stadt wird an die Genforscherin Professor Christiane Nüsslein-Volhard verliehen.

Am 10. November 1759 kam Friedrich Schiller in der Niklastorstraße 31 in Marbach am Neckar zur Welt. Schillers literarische Überlieferung hat im Schiller-Nationalmuseum auf der Schillerhöhe ihren Platz gefunden. Heute befindet sich auf dem Dichterhügel auch das Deutsche Literaturarchiv und das Literaturmuseum der Moderne.

Eröffnet wird am Samstag, den 02.11. um 19.30 Uhr mit nächtlicher Lesung und Weinverkostung in Schillers Geburtshaus. Birger Laing beleuchtet die Freundschaft  zwischen Goethe und Schiller.

Am Montag, 04.11. um 19.30 Uhr beleuchten Herbert Pötzsch, Bürgermeister i. R. und Dr. Michael Davidis im Marbacher Rathaus mit Vortrag und Lesung die Zeit des Marbacher Bürgermeisters Traugott Haffner als „Marbach zur Schillerstadt“ wurde.

In der Stadthalle findet am Mittwoch um 19.30 Uhr der legendäre Poetry Slam in der Schillerwoche statt, bei dem das Kulturamt zum Dichterwettstreit auffordert, moderiert von Alexander Willrich und Johannes Elster. Plätze für den Poetry Slam sind noch zu vergeben (Anmeldung Tel. 07144 102 314 oder kultur@schillerstadt-marbach.de). Das Literaturmuseum der Moderne kann an diesem Abend zwischen 18 – 19.30 Uhr kostenlos besichtigt werden.

In der Stadtkirche gibt Pfarrer Dr. Joachim Kummer, Giengen an der Brenz, am Donnerstag, 07.11., um 19.30 Uhr Einblicke in „Schillers Religiosität und Gottesvorstellungen“. In seinem Vortrag geht  Referent der Frage nach, welcher Glaube und welche Gottesvorstellung sich mit der  philosophischen Strömung des „Deutschen Idealismus“, der von Schiller geprägt wurde, verbindet.

Auf den Brettern der Stadthalle spielt am Freitag, den 08.11. um 19.30 Uhr die Württembergische Landesbühne Esslingen „Kabale und Liebe“: Luise und Ferdinand lieben sich und haben einander ewige Treue geschworen. Beide Väter verlangen die Trennung dieser unmöglichen Verbindung, denn sie stammt aus einer bürgerlichen Familie und er gehört dem Adel an. Höfische Intrigen werden gesponnen, die geradewegs in die Katastrophe führen…Mit ungeheurer sprachlicher Kraft und Emphase schildert Friedrich Schillers 1784 uraufgeführtes Drama die moralische Verkommenheit des herrschenden Systems. Themen wie Machtmissbrauch und die Forderung nach persönlicher Freiheit sind noch immer aktuell. An diesem Abend kann man der Schiller-Nationalmuseum zwischen 18 – 19.30 Uhr kostenlos besuchen.

Der 260. Geburtstag Schillers am Sonntag, 10.11., wird wie in jedem Jahr ganz traditionell gefeiert: Um 7, 11 und 17 Uhr läutet die Schillerglocke Concordia in der  Alexanderkirche und um 19 Uhr huldigen die Marbacher Vereine den Dichter auf musikalische Weise vor seinem Geburtshaus. In den Literaturmuseen auf der Schillerhöhe ist Tag der offenen Tür mit zahlreichen Führungen durch die Ausstellungen. Um 11 Uhr hält Cem Özdemir die Schillerrede 2019, um 14 Uhr eröffnet die Ausstellung „Dostojevskij und Schiller“, um 15 Uhr die Ausstellung „#step one. Narrating Africa“. In der Innenstadt beginnt um 12.30 der Schiller-Sonntag „Bitte nicht berühren“  – der etwas andere verkaufsoffene Sonntag mit Kinderlesungen und vielen anderen phantasievollen Lese-Aktionen für die ganze Familie. Um 20 Uhr findet, wie alle zwei Jahre, die feierliche Verleihung des Schillerpreises statt. Die Schillerpreisträgerin 2019 ist die Tübinger Genforscherin und Nobelpreisträgerin Professor Christiane Nüsslein-Volhard, die Laudatio hält Professor Horst Bredekamp.

Am 11.11. feiern die weiterführenden Schulen vormittags ihre Schillerfeiern mit Buchpreisverleihungen, während die Grundschüler sich um 14.30 Uhr zum traditionellen Blumengruß am Schillerdenkmal versammeln.

Die Schillerwoche ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Stadt Marbach am Neckar, des Deutschen Literaturarchivs Marbach und der Marbacher Vereine und Schulen. Sie wird gefördert mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg und unterstützt durch die Marbacher Firmen Leopold Verpackungen GmbH, EgeTrans Internationale Spedition GmbH, Hainbuch GmbH und Müller – Die Lila Logistik, das BBP Kunststoffwerk Baier und durch die Marbacher Zeitung.