Bild: Geehrt wurden folgende Mehrfachpatinnen und Mehrfachpaten, von links: W. Scheel: H. Knoch; U. Müller; W. Hintennach; B. Münker; D. Stuber; F. Metsch; C. Große; E. Hofmann; G. Fischer; durch Dr. Sielaff (li) und A. Fuchs (re) | Foto: Werner Kuhnle
Der Verein „Jobbrücke“ errichtete schon viele Brücken in den gewünschten Job

von Ulrich Müller

Freiberg a. N.| „Wir haben viel zu feiern! Feiern Sie mit!“, so begrüßte der Vorsitzende der Jobbrücke Freiberg, Dr. Sielaff am Mittwochabend die rund 200 Gäste zur Jubiläumsveranstaltung im Bürgerzentrum Prisma. Anwesend waren Vertreter von Unternehmen, Stadtverwaltung, Gemeinderat, Kooperationspartner, Mitglieder und Paten/innen der Jobbrücke.

Begleitet doch die Jobbrücke Freiberg, der Verein zur vorberuflichen Jugendförderung seit nunmehr zehn Jahren einzelnen Schülern der Oscar-Paret-Schule in das Berufsleben oder ebnet den Weg zu weiterführenden Schulen.

Seit nunmehr zehn Jahren ist die Jobbrücke eine Bereicherung der sozialen Landschaft der Neckarstadt, denn seit zehn Jahren kümmert sich der Verein um Haupt-, Werkreal- Gemeinschafts-und Realschüler der neunten und zehnten Klassen der Oscar-Paret-Schule (OPS). Dazu bietet der Verein zum Einen professionellen kostenlosen Nachhilfeunterricht und zum Anderen zusätzlich noch ehrenamtliche Paten für die Schüler/innen die an dem Programm teilnehmen, an. Sie helfen den Schülern bei der Suche nach einer Lehrstelle ihrer Wahl und stehen ihnen bei, um sie beim Start ins Berufsleben oder auf der Suche nach einer weiterführenden Schule zu unterstützen.

Dabei erfährt die Jobbrücke großzügige Hilfe von der Stadt Freiberg und den Nachbargemeinden Pleidelsheim und Ingersheim, sowie von Privatpersonen, Banken, von Industrie und Gewerbe. Die Mitgliederzahl ist in den wenigen Jahren auf 101 Industrie- und Gewerbebetriebe sowie auf 82 Privatpersonen angewachsen, also auf ein einflussreiches Netzwerk.

Der Moderator an dem Festabend, Martin Willy erinnerte an die lebensbegleitete Berufsberatung. Dieses Konzept, so führte Willy aus, wird von der Agentur für Arbeit proklamiert und ergänzte, dass dieses Modell durch die Jobbrücke Freiberg nun schon seit zehn Jahren erfolgreich umgesetzt wird.

In seiner seinem Grußwort zum Jubiläum lobte Bürgermeister Dirk Schaible die Jobbrücke Freiberg mit „Viel erreicht und viel vor“!  Besonders das ehrenamtliche Konzept der Jobbrücke, das durch die Patenschaft zum Wohle der Schüler/innen getragen wird, nannte er vorbildlich. Als Glücksfall bezeichnete Bürgermeister Schaible den Unternehmer Max Rosskopf, der mit als Gründervater der Jobbrücke gilt. In bedankender Weise überreichte Bürgermeister Schaible eine Spende an den Verein, die der Vorsitzende Dr. Sielaff gerne entgegennahm. Den Fokus des Vorredners Schaible auf die positive Tätigkeit der Jobbrücke stellte auch René Coels, Rektor der OPS für die Jobbrückenarbeit heraus. Die gute Partnerschaft zwischen Jobbrücke und Schule stellte er als herausragendes Element zum Wohle der Schüler/innen die Unterstützung benötigen, dar.

Die sich ändernde Situation, dass heute vermehrt Ausbildungsplätze auf eine geringere Nachfrage treffen, sprach Wolfgang Eggerl, Vorstand des Freiberger Unternehmerforums an. Allerdings müssen heute die Aspiranten auf einen Ausbildungsplatz steigenden fachlichen Ansprüchen genügen. Daraus sei abzuleiten, dass die Jobbrücke trotz eines breiteren Angebotes an Ausbildungsplätzen, auch in Zukunft für die Jugendlichen noch dringlich benötigt wird. Weiterhin hob Eggerl den engen Schulterschluss zwischen Freiberger Unternehmen und der Jobbrücke hervor. Zum Dank sagte Wolfgang Eggerl ebenfalls eine Spende zum Jubiläum der Jobbrücke Freiberg zu.

Der Titel „Berufe der Zukunft, wovon leben in 2050“ versprach Spannung. Diesen Spannungsbogen entwickelte Stefan Ranzinger, Leiter des Beruflichen Schulzentrum Bietigheim-Bissingen mit visionären Ideen. Der Gastbeitrag nahm die Zuhörer mit auf eine Zeitreise in das Jahr 2050 in dem alles anders ist als heute bekannt. Der Technologiewandel in Zusammenhang mit der Macht der Daten, stellte alles Bisherige in Frage. Nur wer sich zielführend diesem Technologiewandel anpassen könne, kann den Herausforderungen der Zukunft entsprechen. Dies gilt für Unternehmen und Mitarbeiter, sowie für die aktuell bestehenden Arbeitsformen.

Die sich an das Referat anschließende Podiumsdiskussion hatte Anforderungen, Schwierigkeiten und Chancen für Auszubildende und Arbeitgeber zum Thema. Ralf Litschke von der IHK Ludwigsburg, Wolfgang Metzger, Unternehmer aus Freiberg, Katja Larbig, von der Stiftung Karlshöhe, Thomas Fritz, Geschäftsführer der Ensinger Mineral-Heilquellen diskutierten ausführlich und für die Zuhörer sehr informativ das gestellte Thema. Alle waren sich einig, dass von den Auszubildenden Neugierde, Lernfreude und Begeisterung für den auserwählten Beruf erwartet wird.

Zwischen den einzelnen Blöcken von Referaten und Diskussion umrahmte der Chor der OPS die Veranstaltung in hervorragender Art und Weise. Die Darbietungen wurden mit lang anhaltendem Beifall bedacht. Der Chor will weiterhin Botschafter der Jobbrücke sein und zeigt somit die Verbundenheit von Schule und Jobbrücke.

Nach der Uraufführung des neuen Jobbrücke-Imagefilms erfolgte als ein weiterer Höhepunkt an diesem Abend die Ehrung von verdienten Mehrfachpaten, die bereits fünf und mehr Patenschaften absolviert hatten. Wissenswert in diesem Zusammenhang ist, dass sich eine Patenschaft jeweils über ca. 18 Monate mit intensiver Betreuung erstreckt. Bislang waren 140 Paten im Einsatz, viele von ihnen wie bereits gesagt, mehrfach.

Für acht Patenschaften wurde Frank Metsch und für sieben Patenschaften Ute Lang geehrt. Jeweils sechs Patenschaften haben Billur Münker, Elisabeth Hofmann, Wiltrud Hintennach und Dagmar Stuber absolviert. Für jeweils fünf Patenschaften wurden Josef Kruger, Wilhelm Scheel, Gerhard Fischer, Claudia Große, Harald Knoch, Susanne von Borstel, Renate Dreesen, Silke Höfer, Günther Jungnickl und Ulrich Müller geehrt.

Anschließend bedankten sich Dr. Sielaff und Wiltrud Hintennach -im Jobbrücke-Vorstand für Finanzen zuständig- noch bei den Repräsentanten der Hauptförderer der letzten 10 Jahre, der Stiftung Jugendförderung, Arbeit und Soziales der Kreissparkasse Ludwigsburg,  der Agentur für Arbeit, Ludwigsburg sowie dem Freiberger Unternehmen Teamtechnik mit einem Geschenkkorb für die beteiligten Teams.

Zum Abschluss des ereignisreichen Abends bedankte sich der Vorsitzende der Jobbrücke, Dr. Wolfgang Sielaff noch bei allen Sponsoren, Unterstützern, Helfern und Gästen für ihr Kommen.

Bei Getränken und Fingerfood konnten zum Ausklang noch viele Gespräche geführt, Meinungen ausgetauscht und Kontakte intensiviert werden. Eine rundum gelungene Jubiläumsfeier zeigte, wie Teile einer Stadt gemeinsam dem wichtigsten was wir haben – unseren jungen Menschen, bei Bedarf als Wegbegleiter zur Seite stehen.