Bild: stv. Vorstandsvorsitzender Joachim Sandner (links) und Vorstandsvorsitzender Thomas Palus | Foto: Volksbank Ludwigsburg

Ludwigsburg.| Zum 1. Januar 2020 wird die Volksbank Ludwigsburg den zweiten großen Schritt zur Modernisierung ihrer Kundenpräsenz einläuten. Kernbausteine sind ein regionaleres, leistungsfähigeres Filialkonzept und der deutliche Ausbau der Omnikanal-Kundenbetreuung.

Seit dem ersten Filialprojekt 2016 hat die Volksbank Ludwigsburg mit einem ganzen Maßnahmenbündel um die Zukunftsfähigkeit von vielen Filialstandorten gerungen. So wurden etwa durch einen stärkeren Zuschnitt der Öffnungszeiten auf die tatsächliche Nachfrage, den Ausbau ihrer SB-Serviceangebote und eine striktere Trennung von Beratung und personenbedientem Service erste Optimierungen umgesetzt.

Zeitgleich wurden zahlreiche Dialoge mit Kunden, Ortschaftsräten und Bürgermeistern geführt, um die Wahrnehmung und Angebote der Filialen wieder als Teil der regionalen Versorgung zu stärken – begleitet von umfangreichen Werbe- und Aufklärungskampagnen vor Ort. Ein drittes Maßnahmenbündel umfasste die Modernisierung und Digitalisierung der Serviceangebote in der Filiale vor Ort: etwa die videogestütze Fernberatung durch in der Ludwigsburger Bankzentrale ansässige Experten.

„In den zurückliegenden drei Jahren konnten wir wichtige Erkenntnisse sammeln und haben diese jetzt umfassend analysiert. Das Ergebnis war doch recht ungewöhnlich, aber in seiner Aussage zugleich richtungsweisend: Der Kunde von heute möchte eine hochwertige persönliche Beratung, benötigt aber nicht mehr die Filiale direkt vor Ort. Dies ist dem gesellschaftsprägenden Wandel bei Mobilität und Digitalisierung geschuldet“, so das zusammenfassende Fazit von Thomas Palus, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Ludwigsburg.

Natürlich sei es weder sinnvoll noch wirtschaftlich vertretbar, sich gegen die gesellschaftliche Entwicklung zu stemmen: „Die Kosten, die entstehen, wenn wir eine personenbesetzte Kleinstfiliale stundenlang offen halten, obwohl am Vormittag nur zwei oder drei Kunden vorbeischauen, sind in Zeiten von politisch gewollten Minuszinsen für uns nicht mehr finanzierbar – und ist damit auch im Interesse unserer Mitglieder und Kunden“, verdeutlicht der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Volksbank Ludwigsburg und zuständige Ressortvorstand, Joachim Sandner, die Herausforderungen.

Dies gelte im Übrigen auch für die Umwandlung in kaum kostengünstigere SB-Standorte, zumal die Bargeldnutzung selbst in Deutschland deutlich rückläufig sei. Da SB-Standort und Filiale nahezu die gleiche technische Infrastruktur benötigen, ergibt die Umwandlung einer Kleinstfiliale in einen reinen SB-Standort nur einen geringen Kostenvorteil – rund 70% der Kosten würden weiterhin anfallen.

„Wir haben daher zum 1. September 2019 unsere Privatkundenbetreuung in vier Teilmärkte gegliedert“, erläutert Sandner das neue Konzept: „Im Herzen dieser Teilmärkte werden umfassende Beratungscenter an den Standorten Bietigheim-Stadtmitte, der Ludwigsburger Bankzentrale, am Marbacher König-Wilhelm-Platz sowie in der Vaihinger Stadtmitte angesiedelt.

„Durch die Schaffung dieser dezentralen Strukturen im Privatkundenmarkt kommen wir dem Kundenwunsch nach hochwertiger persönlicher Beratung in akzeptabler Entfernung von Wohnort entgegen: In den Beratungscentern finden Privatkunden auf Wunsch von 8 bis 20 Uhr den richtigen Ansprechpartner für alle Themen rund um Kredit, Vermögen oder Absicherung. Den noch bestehenden Wünschen nach einem personenbedienten Service tragen die Zentren ebenfalls Rechnung. So rücken wir wieder näher an unsere Kunden heran und schaffen zugleich mehr Flexibilität und Chancen für die zukünftige Entwicklung unseres filial- und onlinegestützten Privatkundenmarktes“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende Thomas Palus weitere Details.

Mit einem erweiterten Personalangebot werden die Beratungscenter zusammen mit den großen Bestandsfilialen weiterhin flächendeckend dem Kunden zur Verfügung stehen. Das neue Konzept sieht dazu vor, mit Startdatum 1. Januar 2020 zwölf Klein- und Kleinstfilialen ohne Entwicklungsmöglichkeiten mit anderen Standorten zusammenzulegen, um so zukunftsfähige Einheiten zu schaffen.

Im Stadtgebiet Ludwigsburg wird dazu die Filiale Poppenweiler mit dem Standort Neckarweihingen zusammengelegt. Der Standort Hoheneck wird künftig von der Filiale Arsenalplatz mitbetreut. Gleiches gilt für das neue Beratungscenter Marbach, das künftig auch für die Kunden aus Rielingshausen da ist.

Das jüngst eingeweihte Beratungscenter in die Bietigheimer Innenstadt wird sich ab 1. Januar 2020 auch um die Kunden aus dem benachbarten Metterzimmern kümmern. In Vaihingen werden die Standorte in der Innenstadt sowie in Horrheim und Kleinglattbach im neuen Beratungscenter Innenstadt zusammengefasst. Die Standorte Murr und Steinheim fasst die Volksbank mit den jeweils benachbarten Kleinststandorten Höpfigheim und Kleinbottwar zusammen und die Filiale Großbottwar kümmert sich künftig direkt um die Kunden in Winzerhausen.

Die Standorte Ditzingen-Schöckingen, Eberdingen-Hochdorf sowie Benningen werden ebenfalls mit benachbarten Filialen zusammengelegt.

„Dem gesellschaftlichen Wandel zunehmender Digitalisierung und Mobilität tragen wir aber auch durch andere Maßnahmen Rechnung“, erläutert Palus. „Parallel zum Aufbau eines zeitgemäßen regionalen Filialangebots bauen wir ab dem 1. Oktober 2019 in einem zweiten Großprojekt unsere digitalen Leistungen deutlich aus. Unser zweites Standbein wird daher ein umfassendes Omnikanal- Angebot aus digitalen Services, schlanken Online-Produkten und einem leistungsfähigen KundenDialogCenter sein. Auch hier werden unsere Kunden alle gewünschten Bankleistungen und Beratungsangebote finden.“

Da die Nachfrage nach telefonischen Service- und Beratungsleistungen immer mehr zunehme, will die Volksbank hier umfassend in den Personalausbau investieren und sieht auch eine Ausweitung des Angebots von gleichfalls 8 bis 20 Uhr vor.

„Gerade weil wir uns der genossenschaftlichen Tradition und unserer Geschichte bewusst sind, packen wir diesen umfassenden Umbau der Volksbank Ludwigsburg jetzt an. Die genossenschaftliche Idee macht es uns vor – sie erfindet sich immer wieder neu, bleibt so jung und zukunftsorientiert. Nicht von ungefähr erlebt sie gerade jetzt eine unglaubliche Renaissance, etwa in regionalen Versorgungs- und Energiegenossenschaften“, blicken beide Vorstände optimistisch in eine „spannende Zukunft“.