Foto: SG BBM

von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Ohne Favoritenrolle läuft’s besser bei Bundesliga-Absteiger SG BBM Bietigheim. Das könnte das Fazit sein der beiden Auftritte beim First-Four-Turnier im DHB-Pokal. Während sich die Bietigheimer Handballer am Samstag mit viel Mühe gegen Gastgeber HSG Rodgau Nieder-Roden mit 28:27 (13:14) durchgesetzt hatten, waren die Leistungen am Sonntag gegen Bundesligist MT Melsungen besser. Die 25:31 (14:14)-Niederlage gegen den letztjährigen Tabellenfünften bedeutet dennoch das Pokal-Aus.

Eine Halbzeit lang war die Zweitrundenbegegnung eine Partie auf Augenhöhe. Die ersten Szenen gehörten zwar dem haushohen Favoriten aus Nordhessen. Doch nach dem 1:4-Rückstand stabilisierten die Mannen um Kapitän Jan Asmuth ihre Abwehr, Jonas Maier im Tor der SG BBM bekam Bälle zu fassen. Und auch die Angriffsbemühungen wirkten kreativer und effektiver im Abschluss als noch am Vortag gegen den hessischen Drittligisten. Der Lohn war eine zwischenzeitliche 8:6-Führung nach einer guten Viertelstunde und ein 14:14 beim Seitenwechsel.

„In den zehn Minuten nach der Halbzeit ist das Spiel uns etwas weggelaufen“, beklagte Co-Kapitän Jürgen Müller dann die vorentscheidende Phase im Spiel. Melsungen zog nach nur fünf Minuten auf 19:15 davon. Das ging auch SG BBM-Coach Hannes Jón Jónsson entschieden zu schnell. „Wir hatten nach der Pause zu viele technische Fehler. Damit haben wir Melsungen besser ins Spiel gebracht“. Melsungens bester Werfer Mario Maric wurde in dieser Phase am Kreis in Szene gesetzt und zeigte sich durchsetzungsstark. Bis auf 29:21 wuchs der Vorsprung der Nordhessen an. „Wir haben am Ende mit einer offenen Abwehr alles riskiert, da hat nicht alles geklappt. Deshalb ist der Rückstand angewachsen“, analysierte Jónsson. Immerhin: seine Spieler verkürzten bis zum Ende noch auf 25:31. „Wir haben phasenweise gut gespielt und gehen mit einem guten Gefühl ins erste Punktspiel gegen Hamm“, sagte der Isländer. Das hatte Tags zuvor noch anders geklungen.

SG BBM Bietigheim: Maier, Müller; Schäfer (5/1), Kraus (4), Rentschler (3), Rønningen (3), Link (2), Döll (2), Asmuth (2), Claus (1), Dahlhaus (1), Fischer (1), Emanuel (1), Marčec, Boschen, Öhler.

MT Melsungen: Simic, Sjöstrand, Maric (6), Reichmann (5/1), Kunkel (5), Pavlovic (3), Schneider (2), Mikkelsen (2/1), Sidorowicz (2), Häfner (2), Salger (1), Kühn (1), Lemke (1), Danner (1), Allendorf.

Am Samstag hatte die SG BBM nur mit viel Mühe und einem 28:27 (13:14)-Erfolg die zweite Runde erreicht. Die HSG Rodgau Nieder-Roden präsentierte sich vor eigenem Publikum als hochmotivierter Gastgeber. Spätestens nachdem die SG BBM ihre ersten Chancen ungenutzt ließ, waren die „Baggerseepiraten“ hellwach. Der Drittligist spielte die erste Hälfte mit wenigen technischen Fehlern und fand auch immer wieder die Lücken in der alles andere als sattelfesten SG BBM-Hintermannschaft. Nur einmal, beim 1:0 durch Tim Dahlhaus lagen die Schwaben im ersten Abschnitt vorn. Zwischenzeitlich hatte sich die Mannschaft von HSG-Trainer Jan Redmann beim 8:11 einen Drei- Tore-Vorsprung erarbeitet.

SG BBM-Trainer Jónsson lud seine Spieler zur Auszeit. Jonas Link sorgte mit seinen vier Toren vor der Pause, darunter der Treffer zum 13:14-Halbzeitstand, dafür, dass der Bundesliga-Absteiger nicht schon vor der Pause Faden und Anschluss verlor. In den ersten Minuten im zweiten Abschnitt schien die Pausenansprache von Hannes Jón Jónsson Wirkung gezeigt zu haben. Die SG BBM führte schnell mit 18:16 Toren. Dreimal hintereinander war Martin Marčec im Tempospiel erfolgreich. Doch der letztjährige Tabellenvierte der 3. Liga Ost sortierte sich mit dem eigenen Publikum im Rücken wieder. Erfolgreichster Werfer der HSG mit einer 100%-Quote von Siebenmeterpunkt war Timo Kaiser (8/6). Und fünf Minuten vor dem Ende war Nieder-Roden wieder mit 25:26 in Front. Die SG BBM hatte beim 27:27-Gleichstand den letzten Angriff. Mimi Kraus sorgte schließlich mit einem seiner unverwechselbaren Schlagwurftore in der Schlusssekunde dafür, dass dem Zweitligisten zumindest die Verlängerung erspart blieb.

Wenig Mühe hatten die favorisierten Erstligisten in ihren Erstrundenbegegnungen. In 15 der 16 Pokalturniere kam der gesetzte Bundesligist in die dritte Runde. Einzige Überraschung ist die klare 21:31-Niederlage von GWD Minden gegen Hamm-Westfalen. Der ASV ist damit die einzig verbliebene unterklassige Mannschaft in der 3. Pokalrunde – und am kommenden Sonntag (17 Uhr) Gegner der SG BBM beim Zweitliga-Auftakt in der EgeTrans Arena in Bietigheim.

SG BBM: Müller, Maier; Schäfer (5/4), Link (4), Kraus (3), Fischer (3), Marčec (3), Döll (2), Asmuth (2), Claus (2), Rentschler (2), Dahlhaus (1), Rønningen (1), Boschen, Öhler, Emanuel.