Ein Beitrag des SPD-Ortsvereins Freiberg am Neckar

Thorsten Majer, amtierender Kreisrat der SPD, hat beruflich viel mit Mieter- und Vermieterfragen zu tun. Er kennt daher die Probleme rund um den Wohnungsmarkt aus verschiedenen Perspektiven. Seine Erfahrungen und die daraus erwachsenen Vorstellungen  konnte er am vergangenen Freitag in Freiberg vorstellen.

Sein Vortrag stellte die schon seit einigen Jahren dramatische Situation nicht nur in Stuttgart, sondern auch in Ludwigsburg und in vielen Kreisgemeinden dar. Es werden viel zu wenige Wohnungen gebaut, dazuhin sind immer mehr Mietwohnungen in der Hand großer Gesellschaften, die auf Gewinnmaximierung aus sind. Der praktisch auf Nullniveau liegende Geldmarkt tut ein Übriges, um die Renditeerwartungen im Wohnungsbaubereich hochzuschrauben.

Da in unmittelbarer Zukunft keine Änderung zu erwarten ist, muss die schlechte Situation jetzt mutig angegangen werden. Das geht nicht ohne Zielkonflikte, aber für Majer ist augenblicklich die Wohnungsfrage vorrangig. Möglichkeiten sind verdichtetes Bauen, weg vom Einfamilienhaus mit großem Garten drumherum, Schaffung einer Kreis-Baugenossenschaft und behutsamer Einsatz der vorhandenen, aber oft nicht genutzten Instrumente, um Baulücken und Leerstände zu vermeiden.

Der Enteignungsangst setzte er entgegen, dass Artikel 14, Absatz 2 des Grundgesetzes greift: Eigentum verpflichtet. Aber entschädigungsloses Wegnehmen gibt es nicht. Schließlich griff Majer noch einige Mythen des Mietrechts auf, denen sowohl Vermieter wie auch Mieter aufsitzen. Oft muss Majer auch den Rat geben, dass sich ein Prozess keineswegs lohnt, zumal wenn teure Gutachten bezahlt werden müssen. Und er betonte, dass es auf beiden Seiten sehr vernünftige Menschen gibt, leider aber auch immer wieder unvernünftige Zeitgenossen.