• Alle an der Quartiersentwicklung interessierten Menschen sind eingeladen
  • Ministerin Hoffmeister-Kraut sagt Teilnahme zu

Ludwigsburg.| Am 21. Mai lädt die Wohnungsbau Ludwigsburg GmbH (WBL) zur Grundsteinlegung auf dem ehemaligen BImA-Areal in Grünbühl- West ein. 107 Wohnungen in neun Mehrfamilienhäusern werden im ersten Bauabschnitt gebaut. Auch errichtet die WBL eine Kindertageseinrichtung, die für sechs Gruppen ausgelegt ist. In weiteren vier Bauabschnitten werden noch einmal rund 300 Wohnungen entstehen.

„Als wir 2013 den Kaufvertrag für die 321 sanierungsbedürftigen Wohnungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) unter- zeichneten, haben wir aktiv das Gespräch mit der Grünbühler Bürgerschaft sowie den Mieterinnen und Mietern gesucht“, erinnert sich Erster Bürgermeister und WBL-Geschäftsführer Konrad Seigfried. Denn dass eine solche Kaufentscheidung zunächst Sorgen und Nöte bei den betroffenen Bewohnern auslösen kann, lag auf der Hand.

„Wir haben von Anfang an deutlich gemacht, dass wir eine behutsame und sozial verträgliche Entwicklung des Areals zwischen Oder-, Elbe-, Neiße- und Weichselstraße gemeinsam mit den betroffenen Bewohnern realisieren wollen“, bekräftigt Andreas Veit, Vorsitzender der Geschäftsführung, „auch wenn damit klar war, dass dieser offene und transparente Entwicklungsprozess viel Zeit in Anspruch nehmen kann. Kein Mieter wird gekündigt und wir bieten allen geeigneten Wohnraum an. “

Quartiersentwicklung mit aktiver Mieterbeteiligung
Zahlreiche Informationsveranstaltungen, Bürgerversammlungen, Stadtteilspaziergänge und zwei Mieterbefragungen fanden vor Ort statt. Letztere ergaben, dass sich die Grünbühler – trotz nicht mehr zeitgemäßer Wohnungen – positiv mit ihrem Wohnort identifizieren. Demnach wollen mehr als 70 Prozent der befragten Bewohner in Grünbühl bleiben. Für die Neugestaltung des Quartiers formulierten sie ihre Hoffnungen, Wünsche und Erwartungen, die anschließend in die konkreten Planungen einflossen.

Mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit des Quartiers und unter Einbeziehung der gesammelten Anregungen verabschiedete der Gemeinderat der Stadt Ludwigsburg 2016 den Rahmenplan für die Weiterentwicklung Grünbühls. Zentrale Eckpunkte des Plans sind die Konzeption von rund 420 neuen Wohneinheiten von der 1,5-Zimmer-Wohnung bis zum Haus im Haus. Besonders energieeffiziente Wohnungen mit hohem Wohnkomfort, Balkonen oder Terrassen gehören ebenso dazu wie barrierefreie Wohnungen und neue Wohnformen im Bereich des betreuten Wohnens. Zusätzlich ist die Verbesserung der Nahversorgung und Infrastruktur angestrebt und erstmals gibt es auch die Möglichkeit, Eigentumswohnungen zu erwerben. Vor allem aber soll die Erneuerung des Quartiers in mehreren Teilschritten und grundsätzlich in enger Abstimmung mit den Bewohnern erfolgen.

Projektbüro Oderstraße als zentrale Anlaufstelle
Im Oktober 2017 eröffnete die Wohnungsbau Ludwigsburg in der Oderstraße 8 ein Projektbüro, das allen offensteht, die sich für den Fortschritt der Quartiersentwicklung interessieren. Sozialarbeiterin Julia Rüber, die das Büro leitet, ist Ansprechpartnerin für alle Fragen und Anliegen der Mieterschaft und unterstützt auch mit aktiver Hilfe, beispielsweise bei der Organisation von Umzügen.

Das Modell der Quartiersplanung im Projektbüro gibt Aufschluss über weitere wichtige Aspekte der laufenden Entwicklung. Grünbühl wird auf lange Sicht ein grüner Stadtteil mit viel Freiraum sowie alten und neuen Bäumen, grünen Wohnhöfen und Kleingärten bleiben. Das familien- freundliche Quartier bietet Wohnraum für Eltern und Kinder. Gleichzeitig entstehen neue Wohnungsangebote für Senioren, so auch betreutes Wohnen, sodass sich die Lebensqualität im Alter erhöht. Für eine optimierte Infrastruktur sorgt unter anderem eine Kindertageseinrichtung. Ein Ärztehaus, eine Apotheke sowie eine Bäckerei mit Café sind vorgesehen.

Öffentliche Grundsteinlegung mit Ministerin und Oberbürgermeister
Am Dienstag, dem 21. Mai, eröffnet WBL-Chef Andreas Veit ab 17:00 Uhr die Auftaktveranstaltung für den ersten Bauabschnitt in Grünbühl- West. Die Bedeutung dieser außergewöhnlichen und sozial verträglichen Quartiersentwicklung wird unterstrichen durch die Teilnahme von Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau. Sie wird, ebenso wie Oberbürgermeister Werner Spec, zu den Besuchern der Grundsteinlegung sprechen.

Schon im Vorfeld sagte Wirtschafts- und Wohnungsbauministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL: „Das Projekt Quartier Grünbühl-West ist ein hervorragendes Beispiel dafür, was aus dem Zusammenspiel von Städtebau- und Wohnraumförderung entstehen kann. Durch die Städtebauförderungsmittel des Landes und des Bundes sowie das Engagement der Stadt konnte das Sanierungsgebiet städtebaulich entwickelt, neu geordnet und gestaltet werden. Mit Unterstützung der Wohnraumförderung kann ein Quartier mit einer hohen Lebensqualität und rund 420 neuen Wohnungen entstehen. Die Bürgerinnen und Bürger profitieren unmittelbar und nachhaltig von der Förderung.“

Oberbürgermeister Werner Spec ergänzte: „Unser Stadtentwicklungskonzept steht für attraktive Wohnviertel und bezahlbaren Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten. Mit dem Wohnprojekt Grünbühl-West zeigt unsere WBL mustergültig, wie preiswertes Wohnen auf hohem energetischen Baustandard möglich ist und wie ein solch anspruchsvolles Projekt sensibel und sozial verträglich realisiert wird.“

Zu der Veranstaltung sind Mieter, Anwohner und die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen. Die WBL-Mieterinnen und -Mieter in Grünbühl waren dazu aufgerufen ihre Gedanken, Erinnerungen und Wünsche zu Grünbühl schriftlich an die WBL zu übermitteln. Diese ge- sammelten Beiträge werden im Grundstein einen würdigen Platz finden.

In allen fünf Bauabschnitten werden im Lauf der nächsten Jahre rund 420 neue Wohnungen entstehen. 280 davon werden Mietwohnungen sein, von denen wiederum ein hoher Anteil preisreduziert nach dem WBL-Modell „Fair Wohnen“ bzw. mit öffentlicher Förderung vermietet werden. „Unsere Kernaufgabe, bezahlbaren Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen zu schaffen, steht weiterhin im Mittelpunkt“, sagt Andreas Veit. „Sie wird erweitert und ergänzt durch die Entwicklung sozialer Infrastrukturen, die das Leben aller Bewohner im Quartier attraktiv und wertvoll machen.“