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Machen wir uns nichts vor; wir alle suchen den perfekten Partner. Manche finden ihn früher, andere später. Die einen schrauben ihre Erwartungshaltung aufgrund der gesellschaftlichen Erwartung deutlich herunter und geben sich mit dem nächstbesten Fang zufrieden. Andere sind Sklaven ihres Perfektionismus und fügen sich des Langzeit-Single-Daseins, ohne dies als Problem anzusehen – ganz egal wie oft (un)glücklich Vergebene den metaphorischen Finger in die Wunde legen.

Partnerschaftsstudie: Sind wir wirklich Singles mit Niveau?
Zum Ende eines jeden Jahres führt ein großer Online-Partnervermittler die sogenannte Partnerschaftsstudie durch. Das Ergebnis der fast 10.000 Befragten liegt nun vor und bietet Einblick in die Partnerschaftsgewohnheiten Deutschlands. Das gängigste Beziehungsmodell hierzulande ist die „serielle Monogamie“. Dies bedeutet: es gibt nicht nur den einen Partner, mit dem man glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage zusammenlebt. Der Trend geht eindeutig zu mehreren Beziehungen. Die Hälfte der Deutschen führt im Laufe ihres Lebens zwei bis vier Partnerschaften. Lediglich 15% der Befragten gaben an, fünf oder sechs Beziehungen zu haben. Immerhin neun Prozent kommen auf sieben oder mehr. Über zehn Beziehungen gaben grade mal noch vier Prozent der Befragten an. Gegenteilig dazu stehen sechs Prozent der Befragten, die Angaben noch keine ernsthafte Partnerschaft geführt zu haben.

Beim Thema Liebe denkt der Romantiker in mir an ganz oder gar nicht. Die Studie aber lässt darauf schließen, dass man nicht mehr ineinander verliebt ist, sondern nur in die romantisierte Vorstellung von Liebe und einer geborgenen Partnerschaft. Denn wahre Liebe ist mit Hingabe zu vergleichen. Doch vom Spüren einer Zuneigung bis hin zur gegenseitigen Entwicklung von Gefühlen ist es ein langer und steiniger Weg. Es könnte alles so einfach sein – ist es aber nicht. Liebe bedeutet nicht, etwas zu tun und eine Gegenleistung zu bekommen. Liebe bedeutet, sich aufzuopfern, weil man es möchte. Wie in guten, so in schlechten Zeiten. Es ist kein 50-50 Ding, in dem beide gleichviel investieren. Liebe bedeutet, an schlechten Tagen auch mal nur 20 % geben zu können und die restlichen 80 % durch seinen Partner zu erfahren. Dies Tag für Tag, Jahr für Jahr aufbringen zu können benötigt Kraft. Kraft, die man gerne bereit ist zu investieren. Bis zu dem Tag, an dem man sich fragt, ob es das alles noch wert ist.

Lust (oder doch Frust) auf Neues?
Ob bei den durchschnittlich zwei bis vier Beziehungen der beziehungsweise die Richtige dabei war, spielt hierbei absolut keine Rolle. Der Sprung in eine neue Partnerschaft ist mindestens genauso anstrengend wie aufregend. Dass man auf seinen Bahnen durch den Dating-Pool Enttäuschungen erlebt und Stück für Stück den Glauben an das Gute in der Menschheit verliert, ist an der Tagesordnung. Doch leider werden es immer weniger Prinzen auf ihren weißen Rössern in strahlender Rüstung. Die heutigen Konflikte, die in einer Partnerschaft entstehen, lassen die Rosenkavaliere im Grab umdrehen. So streiten sich mehr als 50% aller Paare wegen zu langer Smartphone-Nutzung und mehr als 25 %, da eine Serie heimlich und ohne den Partner weitergehsehen wurde. Willkommen zum Fremdgehen des 21. Jahrhunderts. O tempora, o mores.

2018 war das Jahr der Trennungen. Die Stars haben hier gründliche Influencer-Arbeit geleistet. Von Til Schweiger, Helene Fischer, Ariana Grande, dem Wendler oder Bum-Bum-Boris Becker – sie alle haben die Trennung en vogue gemacht. Dabei wünschen sich doch alle nur das eine: die Schulter zum Anlehnen. Den Fels in der Brandung. Den Anker eines Schiffes. Doch wirklich viel ist kaum mehr einer bereit dafür zu investieren. Bevor sich erneut auf jemand wildfremdes eingelassen wird, geht man den Schritt zurück zum Ex. Auch hier sind prominente Beispiele wie Ben Affleck oder wieder die bei der jungen Zielgruppe äußerst angesagten Ariana Grande zeigen sich öffentlich mit ihren Ex-Partnern. Diese sollten jedoch immer mit Vorsicht genossen werden. Man weiß zwar, worauf sich eingelassen wird – aber wirklich überrascht darf man nicht sein, wenn bald wieder getrennte Wege gegangen werden.