In den Wintermonaten wird unser Immunsystem durch lange Aufenthalte in stickigen oder überheizten Räumen stark belastet. Manchen schlägt die dunkle Jahreszeit auch aufs Gemüt. Sport im Freien wirkt hier als Reiztherapie, ähnlich wie Wechselduschen und kann gleichzeitig gegen Winterdepressionen helfen, so die AOK Stuttgart-Böblingen in einer Pressemitteilung.

Stuttgart.| Ein ausgedehnter Spaziergang auf dem Killesberg, ein sportlicher Dauerlauf im nächstgelegenen Wäldchen oder auch mit den Skiern auf der Piste: Erlaubt ist, was Spaß macht, vorausgesetzt die Wege sind einigermaßen gut ausgeleuchtet und es herrschen keine extremen Wetterbedingungen. „Auch in der kalten Jahreszeit tut Bewegung gut: Denn wer sich im Freien bewegt sorgt dafür, dass die Durchblutung in Händen, Füßen und in den Schleimhäuten von Nase und Rachenraum gesteigert wird“, weiß David Mahier, Bewegungsexperte bei der AOK Stuttgart-Böblingen.

„Passend gekleidet ist Kälte kein Problem“, sagt Mahier, der im AOK-Gesundheitszentrum am Berliner Platz Versicherte zum Thema Bewegung berät. Atmungsaktive Wäsche und eine wasserabweisende Jacke sind ideal. Wichtig auch: Schuhe mit gutem Profil, Handschuhe und im Dunkeln Reflektorstreifen sowie eine Mütze – denn die meiste Wärme wird über den Kopf abgeleitet. Bei Minustemperaturen sollten Sportler durch die Nase atmen, um Infekten und Reizhusten vorzubeugen. „Sonst trocknen Hals und Rachen aus.“ Aber: Im Winter drohen nicht nur Erkältungen: Bei Glatteis nützt Walkern und Läufern allerdings das beste Schuhprofil nichts und etwa ab minus 20 Grad sollte man wissen, wie viel Anstrengung man sich trotz konsequenter Nasenatmung noch zumuten kann.

Wichtig ist, es erst einmal langsam angehen zu lassen. Dazu gehört auch, dass vor jeder sportlichen Aktivität das Aufwärmen selbstverständlich sein soll. David Mahier: „Damit Verletzungen vermieden werden, muss der Körper auf `Betriebstemperatur` gebracht werden. Ist der Kreislauf dann richtig in Schwung, kann man auf Gefahren besser reagieren und das Skivergnügen oder den Waldlauf in vollen Zügen genießen.“

Studien belegen außerdem, dass körperliche Bewegung, vor allem Jogging, Walking, aber auch Aerobic und Kraftsport Depressionen vorbeugen kann. Wenig oder fehlendes Licht, wie es im Winter nun einmal oft der Fall ist, kann dazu führen, dass der Körper zu wenig Vitamin D – und damit Serotonin – produziert und deshalb die Stimmung schwankt. „Regelmäßige Bewegung im Freien ist die ideale Vorbeugung gegen Infekte und getrübte Stimmung“, weiß der Experte der AOK Stuttgart-Böblingen. „Also: auch im Winter ab nach draußen!“