Foto: Michael Fuchs
Raketenbaustelle, Kunstaktion und Kinder auf den Spuren des Wassers

Ludwigsburg.| Die Stiftung für Kinderförderung der Volksbank Ludwigsburg hat unter dem Motto „Miteinander sind wir stark“ wieder zehn Kindergärten aus dem Kreis Ludwigsburg ausgezeichnet: Mit der seit 2007 laufenden Kindergartenaktion der Stiftung werden pädagogisch wertvolle Projekte von Einrichtungen im Geschäftsgebiet finanziell gefördert. Seit dem Start der Aktion wurden Projekte mit insgesamt 320.000 Euro gefördert. In diesem Jahr hatten sich 55 Kindergärten beworben.

Das Hochwasser an der Enz im Januar 2018 warf bei den Kindern im Bietigheimer Kindergarten Aurain viele Fragen auf: Woher kommt das ganze Wasser eigentlich? Wo geht unser Wasser hin, wenn es im Waschbecken abfließt? Und was passiert alles, wenn es regnet, hagelt, schneit und danach die Sonne scheint? Mit diesen und vielen weiteren Fragen im Kopf nahm das Projekt Formen an: „Hochwasser in unserer Stadt – aber ich bin doch nur ein kleiner Wassertropfen“ lautete der Projektname. Dabei reichte die Perspektive vom Hochwasser an der heimischen Enz über unseren Wasserverbrauch bis zum globalen Zusammenhang der Wasserressourcen. Auf zahlreichen Exkursionen begaben sich die jungen Forscher auf die Spuren des Wassers. Es wurden neue Eindrücke gesammelt, viele Fragen beantwortet und weitere durch Beobachtungen der Kinder aufgeworfen – warum zum Beispiel schwimmt eigentlich ein schwerer Baumstamm im Wasser? Bei Experimenten wurden diese Themen dann noch mehr vertieft. Auch die Öffentlichkeit über die Kindergarten-Eltern hinaus wurde etwa auf dem städtischen Kinder- und Familientag in Bietigheim mit ins Boot geholt.

In diesem Jahr erhält der Kindergarten Aurain aus Bietigheim-Bissingen für sein Projekt den 1. Preis der Kindergartenaktion verliehen, dotiert mit 3.000 Euro.

Die Fachjury der Kindergartenaktion befand, dass zwei Projekte die Kriterien für den 2. Platz gleichermaßen erfüllt haben und wollte keine Abstriche bei der Ehrung machen. Daher gibt es in diesem Jahr gleich zwei 2. Plätze bei der Kindergartenaktion.

Den Blick in den Himmel gerichtet haben die Kinder des Kindergartens St. Franziskus im Kirchtal Benningen bei ihrem Projekt „Mit Alexander Gerst in den Weltraum“. Der Forschungsaufenthalt von Deutschlands bekanntestem Astronauten in der Internationalen Raumstation bot reichlich Anlass für intensive Beschäftigung mit dem Thema „Weltall“. Dabei wurden die Kinder zu altersgerechten Experten rund um das Thema. Sie lernten die Ausbildung der Astronauten kennen, unser Sonnensystem und seine Planeten. Eifrig bauten sie am Modell einer großen, begehbaren Weltraum-Rakete. Ziele des Projekts waren, neben der Vermittlung der Inhalte auch Lösungen für Probleme zu finden – beispielsweise sich von der Aufgabe eine Rakete zu bauen, nicht entmutigen zu lassen, sondern Wege zu finden, um die Herausforderung zu meistern. Der Kindergarten St. Franziskus im Kirchtal wurde dafür mit 1.500 Euro für den 2. Platz ausgezeichnet.

Der nächste 2. Platz und ebenfalls 1.500 Euro gehen in diesem Jahr an die Elsa-Brodbeck-Kindertagesstätte in Affalterbach für das Projekt „Kunst ohne Dach“. Bei diesem Projekt sollte der Garten der Kita nachhaltig künstlerisch gestaltet und als „fünfter Raum“ der Einrichtung genutzt werden. Dabei setzten sich die Kinder intensiv mit den vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten im Freien auseinander und setzten diese kreativ um. Wichtig war hierbei die gleichberechtigte Teilhabe der unterschiedlichen Altersgruppen in der Kita. Gleichzeitig öffnete sich das Projekt nach außen: Eltern sowie Experten wurden in das Projekt einbezogen und beim Kunsttag Nachbarn und andere Affalterbacher Bürger zum Besuch in der Kindertagesstätte eingeladen.

Insgesamt wurden bei der Siegerehrung in der Bankzentrale der Volksbank Ludwigsburg am 16. Januar 2019 zehn Einrichtungen geehrt.

Neben den drei Erstplatzierten auch die Plätze vier bis zehn: Kindergarten Birkhau, Affalterbach; Kinderhaus Buch, Bietigheim-Bissingen; Kindergarten Entenäcker, Bietigheim-Bissingen; Kinder- und Familienzentrum Eden, Ludwigsburg; Kindergarten St. Franziskus, Ludwigsburg; Kinder- und Familienzentrum St. Martin, Ludwigsburg; Kindergarten Steinstraße, Steinheim. Diese Einrichtungen erhalten neben einer Auszeichnung jeweils 500 Euro Fördergeld für ihr Projekt.

Und auch die übrigen der insgesamt 55 Kindergärten gehen nicht leer aus. Sie werden alle mit einer Fördersumme von jeweils 100 Euro gewürdigt.

Entstanden aus früheren Spendenaktionen der Volksbank Ludwigsburg bietet die Stiftung den Kindergärten aus dem Geschäftsgebiet der Genossenschaftsbank im Rahmen eines regelmäßigen Wettbewerbs Projektförderungen an. In diesem Jahr fließen durch die Aktion Fördergelder in Höhe von 14.000 Euro direkt an die Einrichtungen. Leitgedanke ist stets die genossenschaftliche Idee der „Hilfe zur Selbsthilfe“: Die Preisgelder ermöglichen es den Kindergärten, Projekte zur vorschulischen Bildung, aber auch zu sportlicher und spielerischer Bewegung zu verwirklichen. „Die Stiftung hilft den Kindergärten maßgeblich dabei, ihre selbstentwickelten Ideen, Projekte und Maßnahmen umzusetzen“, unterstreicht Karlheinz Unger, Vorsitzender der Stiftung und Vorstandsvorsitzender der Volksbank Ludwigsburg.

Die Sieger-Projekte werden von einem unabhängigen und fachkundigen Stiftungsbeirat ausgewählt: Dabei werden die Eingaben der Kindergärten dem Beirat anonymisiert präsentiert, sodass die Preisvergabe unvoreingenommen geschieht. Den Stiftungsbeirat bildet die Expertin für vorschulische Bildung, Professorin Edeltraud Röbe, die Oberbürgermeisterin von Kornwestheim, Ursula Keck, der Sozialpädagoge und Erste Bürgermeister von Ludwigsburg, Konrad Seigfried, sowie der Dekan der evangelischen Kirchengemeinde in Ludwigsburg, Winfried Speck.

Die Kinderförderung im Rahmen der Stiftung ist laut Karlheinz Unger ein hervorragendes Beispiel für die seit Jahren „zielgerechte Verwendung von Sozialspenden“. Auch zukünftig werde die Volksbank Ludwigsburg ihre Sozialspenden auf Projekte konzentrieren, die mit dem Grundgedanken der genossenschaftlichen Idee harmonieren.