Bild: Teilnehmer des Fachtags der Ludwigsburger Kinder- und Familienzentren | Foto: Stadt Ludwigsburg
Vierter Fachtag fand am 2. Oktober statt

Ludwigsburg.| „10 Jahre – 10 Themen – Eine Zukunft“: So lautete das Motto des diesjährigen Fachtags der Ludwigsburger Kinder- und Familienzentren. Am Dienstag, 2. Oktober, trafen sich rund 280 Fachkräfte im Reithaus am Film- und Medienzentrum, um nicht nur zehn Jahre Kinder- und Familienzentrum zu feiern, sondern sich unter anderem über Inklusion, Sozialraumarbeit, Interkulturelle Kompetenz und generationenübergreifendes Arbeiten in ihren Einrichtungen auszutauschen. Alle zwei Jahre kommen sie auf Einladung der Stadt Ludwigsburg in dieser großen Runde zusammen.

Wie können wir unsere Beratungsstrukturen verbessern? Welche Rolle spielt das Kinder- und Familienzentrum im Stadtteil? Wie lassen sich Generationen zusammenbringen? Diese und weitere Fragen diskutierten die Fachkräfte in zehn verschiedenen Workshops, erhielten dabei wertvolle Tipps und konnten sich mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Einrichtungen austauschen. Zuvor begrüßte der Erste Bürgermeister Konrad Seigfried die rund 280 Fachkräfte im großen Saal des Reithauses und dankte ihnen herzlich für ihr Engagement und ihre Arbeit.

Die Kinder- und Familienzentren in Ludwigsburg sind laut Seigfried Begegnungsorte von Familien und haben sich in den vergangenen zehn Jahren erfolgreich als Netzwerkknoten in den Stadtteilen etabliert. Dabei warten die vier Träger Stadt Ludwigsburg, Arbeiterwohlfahrt (AWO) Ludwigsburg sowie die evangelische und katholische Kirche mit jeweils eigenen Angeboten sowie institutionalisierter Beratung – zum Beispiel durch den sozialen Dienst des Jugendamtes oder die psychologische Beratungsstelle des Caritasverbandes – auf.

„Jede Einrichtung ist etwas Besonderes und durch den jeweiligen Stadtteil geprägt“, freute sich der Erste Bürgermeister. Er unterstrich, dass die Kinder- und Familienzentren einen wesentlichen Beitrag in einer familienorientierten Stadt wie Ludwigsburg leisten. „Wir werden in den nächsten Jahren das gelungene Konzept der Kinder- und Familienzentren an weiteren Standorten ausbauen.“

Der Grundstein dafür wurde 2008 – vor genau zehn Jahren – mit der Entwicklung der ersten vier Einrichtungen in Ludwigsburg gelegt. In den folgenden Jahren kamen weitere hinzu, sodass heute verteilt auf alle Stadtteile zwölf Zentren existieren, in denen Kinder und Eltern zusammenfinden, beraten und unterstützt werden. Immerhin rund 1.100 Kinder werden heute in den Kinder- und Familienzentren betreut. Viele Angebote richten sich aber auch an andere Familien im Stadtteil. Das Land hat das Konzept 2016 aufgegriffen und fördert jetzt ebenfalls die Entwicklung von Kindertageseinrichtungen zu Kinder- und Familienzentren.

Der Fachvortrag von Christine Uhlmann von der Sinus-Akademie gab einen umfassenden Einblick in die Lebenswelten und Denkweisen von Eltern. „So ticken Eltern – Wie Milieus Familien prägen“ war das verbindende Moment der verschiedenen Workshops. Anhand des soziologischen Modells der Sinus-Milieus® erklärte die Referentin anschaulich, wie unterschiedlich sich Eltern definieren, ihre Kinder dadurch prägen und wie man ihnen in der Erziehungsarbeit gut begegnen kann.

Gefeiert wurde am Ende des Tages: Mit einer großen Geburtstagstorte und witzigen, überraschenden Beiträgen im Poetry-Slam, die die Erfolge der Kinder- und Familienzentren nochmals auf literarische, fast lyrische Art würdigten.