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Sylt ist die größte der nordfriesischen Inseln und gilt als eines der schönsten Urlaubsziele Deutschlands. Nach der Wende ist sie mit ihren fast 100 Quadratkilometern noch die viertgrößte Insel hierzulande. Südöstlich der Inseln Amrum und Föhr gelegen reicht sie, mit 38 Kilometern Länge und nur maximal 13 Kilometern Breite, bis ins dänische Hoheitsgebiet. Die Gemeinde List auf Sylt ist der nördlichste Ort Deutschlands. Der nahe gelegene Königshafen hält Fährverbindung mit Dänemarks Küste, eine der Möglichkeiten, auf die Insel zu gelangen. Weitaus spektakulärer ist die andere Option, seit 1938 gibt es eine Verbindung mit dem Festland durch den Hindenburgdamm. Man gelangt nur mit dem Zug auf die Insel einschließlich Kraftfahrzeuge.

Unvergesslich ist ein Sonnenuntergang am 40 Kilometer langen Strand, der sich auf der Inselnordseite befindet. Er macht geradezu süchtig, ebenso wie die Ausnahme, dass dieser Strand von Ebbe und Flut nicht betroffen ist und man praktisch zu jeder Uhrzeit im Meer baden kann. Den Sonnenaufgang genießt man auf der Ostseite der Insel zusammen mit dem Wattenmeer. Das ist einzigartig in Deutschland und weder auf den anderen nord- und ostfriesischen Inseln noch an der schleswigholsteinischen Ostseeküste möglich. Das gesunde, vom Salzwasser beeinflusste Klima macht Sylt zu einem Kurort für Groß und Klein.

Es gibt jedoch auch Schattenseiten. Eine davon ist die Tatsache, das Sylt von Jahr zu Jahr weniger wird. Die Nordsee und damit die Natur kann der Mensch kaum bezwingen. Das vielseitige und oft raue Klima erfordert eine hochwertige Bauweise, die für die Inselbewohner selbstverständlich ist, deshalb kaufen sie Fenster und Türen von hochwertiger Qualität. Reetdächer sind so gut wie unverwüstlich und prägen zusammen mit Dünen und weißem Sand das Bild der nordischen frischen Trauminsel.

Eine ebenso negative, wie einschneidende Wirkung auf die Insel und ihre Bewohner hat der seit Jahren ausartende Immobilienmarkt. Sylt hatte immer schon den Ruf, Insel der Reichen und Schönen zu sein, das nimmt jedoch seit Jahren dramatische Formen an, denn immer mehr Einheimische werden durch unwiderstehliche Kaufangebote für ihre Häuser und Wohnungen von der Insel vertrieben. Es soll sogar Insulaner geben, die bereits in Wohnwagen leben. Erschwingliche Wohnungen und Häuser gibt es kaum noch, weder zu mieten noch zu kaufen. Es bleiben hauptsächlich überteuerte Ferienwohnungen und -häuser, die sich nun wirklich nur noch die Reichen und nicht nur die schönen leisten können. Bewohnt werden die Domizile meistens nur im Sommer, wie gut, dass in Deutschland das spanische Gesetz bezüglich Hausbesetzung nicht gilt.