Vaihingen feiert von 2. bis 6. Juni 2017 den traditionellen Maientag

Vaihingen/Enz.| Eines der ältesten Kinderfeste Baden-Württembergs wird jedes Jahr an Pfingsten in Vaihingen an der Enz gefeiert: der Vaihinger Maientag. Ausgehend von der ursprünglichen Idee, die Kinder „in den Maien zu führen“, ist er noch heute ein historisches Kinder- und Heimatfest, das neben einem historischen Umzug am Pfingstmontag, einem kulturellen Rahmenprogramm und einem großen Vergnügungspark, der bereits ab Freitag (2. Juni, 14 Uhr) geöffnet ist, jedes Jahr Tausende von Menschen anzieht und den Vaihingern nicht zuletzt dazu dient, sich in den Familien wiederzutreffen.

Der Pfingstmontag ist traditionell der Haupttag des Vaihinger Maientags. Das Programm beginnt bereits um 5.00 Uhr mit einer Tagwache mit verschiedenen Ständchen im Stadtgebiet. Um 8.00 Uhr werden die Gäste von Oberbürgermeister Gerd Maisch im Sitzungssaal des Rathauses begrüßt, woraufhin der Maientag mit Fanfaren und dem historischen Ritual der Löwenpokalübergabe auf dem Marktplatz eröffnet wird. Mara Walz, die amtierende Deutsche Weinprinzessin, wird ein Grußwort sprechen. Der historische Festumzug mit 89 Gruppen und rund 2.500 Teilnehmern startet um 9.00 Uhr. Er stellt einen Streifzug durch die Vaihinger Geschichte dar, gibt aber auch einen Einblick in das aktuelle Leben Vaihingens. Vom Keltenfürsten über den Grafen Gottfried von Vaihingen bis hin zu den berühmten Lateinschülern Philipp Friedrich Hiller, Johann Brenz und Friedrich Abel sind alle historischen Persönlichkeiten vertreten, die in der Vaihinger Geschichte Rang und Namen hatten. Die Wagen „Erste urkundliche Erwähnung“, „Enzflößerei“ und „Vaihingen erhält ein Spital“ erinnern an „Meilensteine“ in der Stadtgeschichte. Die Festzugsgruppe „Kaiser Karl V. besucht Vaihingen“ wird auch in diesem Jahr durch ihre prächtigen Kostüme begeistern. Der Kaiser machte zwischen 1532 und 1550 mehrmals Station in der Stadt und wird im Bild der Vaihinger Aktion Innenstadt begleitet von seiner Gemahlin, der schönen Königin Isabella von Portugal, und seinem Hofstaat. Mit dabei ist auch wieder der Wagen „Großer Stadtbrand von 1693“, der vom Maientagsstammtisch präsentiert wird.

Traditionell erwartet man zum Vaihinger Maientag auch wieder Besuch aus der Partnerstadt Köszeg: Zur Delegation um Vizebürgermeister Béla Básthy zählt in diesem Jahr die Gruppe Dance Jam, die im Festzug direkt hinter dem Gemeinderat zu bewundern sein wird. Die 15- bis 20-jährigen Tänzerinnen werden in Vaihinger Gastfamilien untergebracht sein.

Der Festzug, an dem dieses Jahr 13 Musikkapellen teilnehmen, verläuft über die Heilbronner Straße, die Grabenstraße, die Angelstraße, die Kehlstraße, die Stuttgarter Straße und über den Marktplatz in die Stadtkirche. Dort beginnt um 9.45 Uhr der ökumenische Gottesdienst zum Thema „Nichts ist unmöglich“. Nach Beendigung der kirchlichen Feier begibt sich der Festzug zur Maientagsfeier ins Rondell am Egelsee. Die Reihenfolge des Festzugs wird dabei geändert.

Die Rondellfeier am Egelsee ist ein weiterer Höhepunkt des Maientags. Die Mädchen und Jungen der Vaihinger Schulen proben schon seit Wochen Gedichte, Lieder und vor allem den Flößertanz. Die Festrede wird in diesem Jahr von Julien Gergen, Schüler der Jahrgangsstufe J1 des Friedrich-Abel-Gymnasiums, gehalten. Er hat sich mit dem Zitat von Hermann Hesse „Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen“ beschäftigt und wird die Festteilnehmer im Rondell an seinen Gedanken teilhaben lassen. Der Löwenchor der Schlossbergschule Vaihingen leitet zusammen mit dem Männergesangverein Vaihingen zu den Gedichtvorträgen der Schülerinnen und Schüler der Grundschulen über. Spätestens dann, wenn das Maientagsgedicht „D’Zit isch do“ mit dem fröhlichen Ausruf „S’isch Maiadag“ endet, kennt die Freude der Vaihinger keine Grenzen mehr. Der Lauf nach dem Maien und der Flößertanz, den die Schüler der beiden Gymnasien, der Realschulen und der Schlossbergschule Vaihingen in einer „Koproduktion“ einstudiert haben, bilden den Abschluss der Rondellfeier.

Für den Nachmittag des Pfingstmontags wurde ein reichhaltiges Rahmenprogramm erstellt, bevor die Festteilnehmer um 19.00 Uhr vom Festplatz zur Schlussfeier auf den Marktplatz zurückkehren. Dort gibt sich seine Majestät Kaiser Karl V. nebst seiner Frau Gemahlin die Ehre und lädt zum Tanze mit dem Hofstaat ein. Wie gewohnt wird Oberbürgermeister Maisch im Rahmen der Schlussfeier nicht nur Auslands-Vaihinger, die ihrer alten Heimat einen Besuch abstatten, begrüßen, sondern traditionell auch Persönlichkeiten, die sich über Jahrzehnte ehrenamtlich um den Maientag verdient gemacht haben, ehren.

Mit dem gemeinsamen Gesang „Nun danket alle Gott“ werden die Vaihinger für ein Jahr Abschied von „ihrem“ Maientag nehmen.