Entwicklungspolitisch engagierte Akteure tauschen sich aus

Ludwigsburg.| Zu einem ersten Netzwerktreffen sind jetzt 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 20 entwicklungspolitisch aktiven Ludwigsburger Vereinen und Organisationen zusammengekommen. Eingeladen hatte Saliou Gueye von der Koordinierungsstelle kommunaler Entwicklungszusammenarbeit der Stadt Ludwigsburg.

„In Ludwigsburg gibt es schon sehr viel ehrenamtliches, entwicklungspolitisches Engagement. Als Fairtrade-Stadt möchten wir dieses Engagement nicht nur fördern, sondern die Akteure zusammenbringen, die bisher vielleicht keinen Kontakt zueinander hatten, um Synergieeffekte zu erzielen“, erläutert Gueye.

Der Kreis der Engagierten ist in Ludwigsburg sehr vielfältig. So waren beim Treffen beispielsweise Vertreter dabei von terre des hommes und Amnesty International, von den Vereinen Lebendiges Dorf Kamerun, Afrika hilft Afrika und dem Förderkreis Burkina Faso, aber auch von der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg, vom Weltladen, dem Nähatelier ZicZac, der Volkshochschule und der Ludwigsburger Fairtrade-Gruppe.

Erster Bürgermeister Konrad Seigfried verdeutlichte beim Netzwerktreffen, dass Ludwigsburg sich seit Jahren – sowohl seitens der Zivilgesellschaft, als auch seitens der Stadtverwaltung – damit auseinandersetzt, wie eine gerechtere Welt möglich ist. Im Stadtentwicklungskonzept seien von Anfang an sogenannte Eine-Welt-Themen integriert worden, beispielsweise die Themen Klimaschutz und Energie oder das Verständnis für verschiedene Generationen und Kulturen.

„Mit den UN-Entwicklungszielen der Agenda 2030, den Sustainable Development Goals, gibt es einen neuen Impuls, die Arbeit noch besser zu koordinieren und noch zielgerichteter vorzugehen“, erklärte Seigfried. Er führte den Leitsatz „lokal handeln – global wirken“ in die Diskussion ein, der eine Weiterentwicklung der Lokalen-Agenda-Formel „global denken – lokal handeln“ ist. „Es geht nicht nur darum, beispielsweise für das afrikanische Kongoussi etwas zu bewirken. Sondern es geht auch darum zu fragen, welche globalen Wirkungen in und von Ludwigsburg ausgehen können“, so Seigfried.

Ganz gleich ob Klimaschutz, faire Beschaffung und fairer Handel, Städtepartnerschaften mit Kommunen des globalen Südens, das Thema Migration und Entwicklung, die Agenda 2030 oder entwicklungspolitische Bildung beispielsweise an Schulen: kommunale Entwicklungspolitik beginnt vor Ort und geht alle an. Deshalb sind unter anderem ein zweiter Workshop mit den Ludwigsburger Akteuren zum Thema „UN-Nachhaltigkeitsziele“ und eine ausführliche Bestandsaufnahme der entwicklungspolitisch aktiven Gruppen und Vereine in Ludwigsburg geplant. Die Bestandsaufnahme wird auf Antrag der Stadt von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) gefördert und beauftragt. Ein Ziel ist es, herauszufinden, wo bisher unentdecktes entwicklungspolitisches Engagement unter Migrantinnen und Migranten „schlummert“. Die Daten sollen der Vernetzung dienen und werden öffentlich zugänglich sein.

Die Teilnehmer des Netzwerktreffens regten an, sich ein- bis zweimal im Jahr zu treffen, um sich über Schwerpunktthemen wie „fairer Handel“, „Flucht und Migration“ oder „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ auszutauschen.