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von Cornelia Geidel, Fairtrade-Agendagruppe Vaihingen an der Enz

Vahingen/Enz.| Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März beteiligen sich die Fairtrade-Gruppen der Fairtrade-Städte Bietigheim-Bissingen, Ludwigsburg und Vaihingen an der Enz an der Aktion „Flower Power“, zu der Fairtrade Deutschland bundesweit aufgerufen hat: Frauen können sich dabei über fair gehandelte Rosen freuen.

In Ludwigsburg startet die Fairtrade-Agendagruppe mit dem Verteilen der fairen Rosen aus Äthiopien und Ecuador bereits am Samstag 4. März. Der Erste Bürgermeister Konrad Seigfried, der Honorarkonsul von Ecuador, Siegfried Rapp, und der Koordinator der kommunalen Entwicklungspolitik, Saliou Gueye, beteiligen sich an der Aktion. In der darauffolgenden Woche erhalten Besucherinnen der Veranstaltungen von Frauen-Organisationen und ehrenamtlich tätige Frauen in Sozialläden ebenfalls Flower-Power-Rosen. Insgesamt werden über 500 Stück verschenkt.

In Bietigheim-Bissingen verteilt die örtliche Fairtrade-Gruppe am Mittwoch 8. März fair gehandelte Rosen auf dem Bietigheimer Wochenmarkt.

Eine besondere Flower-Power-Aktion hat sich die Fairtrade-Agendagruppe in Vaihingen an der Enz ausgedacht: Zuerst gibt es am Internationalen Frauentag in der Fußgängerzone vor dem Weltladen faire Rosen. Um 16 Uhr lädt dann Stadtführer Andreas Schuller zu einem Spaziergang auf den Spuren Vaihinger Frauen ein. Saskia Rudnau und Anette Leitz, ebenso wie Schuller Mitglieder der Agendagruppe, haben dafür Material von verschiedenen Vaihinger Historikern zusammengetragen. „Uns haben die Alltagsgeschichten der Frauen interessiert.“, erzählt Saskia Rudnau. „Es war nicht einfach, dazu etwas im Stadtarchiv zu finden. Meistens sind nur Männer erwähnt. Wer kennt schon die Geschichte der Beginen in Vaihingen oder weiß etwas über königliche Liebschaften?“ Der Rundgang ist kostenlos und dauert eine Stunde, Treffpunkt ist vor der Vinothek am Marktplatz.

Mit der Aktion „Flower Power“, an der sich Fairtrade-Gruppen in vielen Städten beteiligen, möchte Fairtrade Deutschland die Frauenrechte weltweit stärken. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf besseren Arbeits- und Lebensbedingungen für Frauen auf Blumenfarmen in Ostafrika und Lateinamerika. Der Faire Handel leistet hier Pionierarbeit, denn die Fairtrade-Standards schreiben Mindestlöhne, feste Arbeitsverträge, Mutterschutz und einheitliche Bezahlung von Frauen und Männern bei gleicher Tätigkeit vor. Die Fairtrade-Prämie, also der Aufpreis, den die Blumengroßhändler zahlen, fließt in Gemeinschaftsprojekte für die Beschäftigten und die umliegenden Gemeinden. So werden zum Beispiel Krankenhäuser und Bildungsprojekte finanziert.

Rosen sind die mit Abstand beliebtesten Schnittblumen in Deutschland. Um die Nachfrage zu decken, wird ein Großteil aus Ländern wie Kenia, Äthiopien, Tansania oder Ecuador importiert. Seit 2005 gibt es das Fairtrade-Siegel für Blumen, um bessere Arbeitsbedingungen in der Blumenproduktion durchzusetzen. Inzwischen ist jede vierte Rose in Deutschland fair gehandelt. Das Zertifizierungsunternehmen Flocert kontrolliert regelmäßig die Einhaltung der Standards.

Fairtrade Deutschland wurde 1992 als „TransFair e. V. – Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt“ gegründet. Der Verein, der dieses Jahr sein 25-jähriges Jubiläum feiert, setzt sich für gerechte Handelsbedingungen ein und vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte, die den Anforderungen der internationalen Fairtrade-Standards entsprechen. Fairtrade Deutschland ist Mitglied bei Fairtrade International und wird von mehr als 30 Organisationen getragen und unterstützt.

Termin Vaihingen an der Enz: Mittwoch 8. März, 16 Uhr, „Auf den Spuren Vaihinger Alltagsheldinnen“ Stadtrundgang mit Andreas Schuller, Treffpunkt vor der Vinothek am Marktplatz.

Adressen von Geschäften mit fairen Blumen finden Sie unter www.fairtrade-deutschland.de/einkaufen/gastro-und-blumen-finder. Weitere Informationen zur Fairtrade-Rosen-Aktion gibt es unter www.fairtrade-deutschland.de.