Ausstellung „When Time Lies“ von Hannah Weinberger in der Villa Merkel

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Villa Merkel – Galerien der Stadt Esslingen

Hannah Weinberger – When Time Lies
16. Dezember – 3. März 2019
Eröffnung, 16. Dezember 2018, 11 Uhr

Esslingen.| Am Sonntag, 16. Dezember 2018 wird die Ausstellung „Hannah Weinberger – When Time Lies“ in der Villa Merkel, Galerien der Stadt Esslingen eröffnet. Hannah Weinberger arbeitet vorwiegend mit Video, Performance und vor allem Klang. Oft bewegen sich ihre Inszenierungen jenseits klassischer Ausstellungsformate. Mit ihrer Ausstellung „When Time Lies“ verwandelt sie die Villa Merkel in einen begehbaren Klangraum.

Geräusche, während des Aufbaus, der Eröffnung oder der Laufzeit des Projekts im Haus aufgenommen, werden durch einen Algorithmus in immer neue Klangstrukturen transformiert. Das Wiedergabesystem ist zufallsgesteuert. So ist nicht vorherzusehen, was wann und auf welchem der zwanzig in den Räumen verteilten Lautsprechern zu hören sein wird. Es werden Klänge flüchtiger Momente oder beiläufige Geräusche ins System gespeist, um später an einem anderen Ort wieder zu erscheinen – Zeit und Raum erscheinen gedehnt. Wie bruchstückhafte Erinnerungen blitzen die Aufzeichnungen auf, überlagern sich und wandern in das digitale Gedächtnis zurück. Wann immer Sie das Ausstellungshaus besuchen, bieten sich stets neue Soundscapes.

Im Fokus der künstlerischen Praxis von Hannah Weinberger stehen fast zufällige, bisweilen marginale Geräusche, die uns im Alltag begleiten und beispielsweise Ergebnis sozialer Zusammenkünfte sind. Ihre Arbeiten und Installationen entstehen in enger Reflexion der sie bestimmenden Kontexte. Hannah Weinberger arbeitet interaktiv und schafft wieder und wieder neue Bezugnahmen zwischen Werk und Publikum. So werden die Rollen von Besucher und Performer unscharf und rufen in Erinnerung, dass vielfältige Beziehungen unseren Alltag mit seinen sozialen Realitäten bestimmen.

Der Künstlerin gelingt es, stimmungsvolle Atmosphären aufzubauen, die zwischen Vertrautheit und Entdeckergeist oszillieren. Dabei geht es immer auch um die Frage, wie sich in einer medial überformten Welt Bilder und Geräusche als Speicher anlagern sowie Erinnerung einschreiben und auslösen.

Ein Katalog erscheint bei der Snoeck Verlagsgemeinschaft, Köln.

Andreas Baur, Galerien der Stadt Esslingen am Neckar