Die Stuttgarter Bäder in die Zukunft führen

233
Foto: Pixabay
Geschäftsführer Alexander Albrand stellt Bäderentwicklungsplan 2030 vor

Stuttgart.| Der Geschäftsführer der Stuttgarter Bäder, Alexander Albrand, hat am Freitag, 30. November, im Bäderausschuss des Gemeinderats den Bäderentwicklungsplan 2030 vorgestellt. Dieser soll eine Lösung für den Erhalt und die Attraktivitätssteigerung der Stuttgarter Bäder bieten, um für die Stuttgarter Bevölkerung ein zeitgemäßes Schwimm- und Freizeitangebot sowie Angebote für den Schul- und Vereinssport vorhalten zu können.

Schwimmen zählt seit vielen Jahren zu den beliebtesten Aktivitäten in Deutschland. Mit über 400 Millionen Besuchern pro Jahr gehören die Bäder zu den am stärksten besuchten Freizeiteinrichtungen in der gesamten Bundesrepublik. Mehr als zwei Millionen Menschen nutzten 2017 die vielseitigen Angebote der 16 Stuttgarter Hallen-, Frei- und Mineralbäder. Letztere sind mit ihren unterschiedlichen Mineralquellen einzigartig.

Doch die kontinuierliche Weiterentwicklung, Modernisierung und Verbesserung der Bäder ist wegen der erheblichen Aufwendungen für alle Städte und Gemeinden eine große Herausforderung. Der Kampf gegen marode Bäder, Sanierungsstaus oder gar Schließungen ist allgegenwärtig.

„Die Stuttgarter Bäder sind durch den Bäderentwicklungsplan 2030 gut vorbereitet. Wir führten bereits eine Kundenbefragung durch, um die Attraktivität unseres Angebots und unserer Serviceleistungen zu optimieren. In der Folge ermittelten wir den Sanierungsbedarf in allen Bädern und leiteten davon dann Maßnahmen in der Reihenfolge der Prioritäten ab. Ein hoher Millionenbetrag kommt da sicherlich in Summe auf uns zu, um die Stuttgarter Bäderlandschaft in den nächsten Jahren in ihrem Umfang zu erhalten und weiterzuentwickeln“, fasst Geschäftsführer Alexander Albrand zusammen.

Die Stuttgarter Sommerbäder – Spiel und Spaß unter freiem Himmel
Auf die fünf Stuttgarter Freibäder warten in Zukunft zahlreiche Aufwertungen: Neben familienfreundlichen Angeboten wird es zusätzliche Attraktionen für Kinder und Jugendliche geben. Umkleide- und Eingangsbereiche werden erneuert und energetische Verbesserungen vorgenommen.

Im Inselbad Untertürkheim soll ein neuer Trockenspielplatz entstehen und das Gastronomiegebäude erneuert werden. Das Sprung- und 50-Meter-Sportbecken sowie das Dach des Kassen- und Verwaltungsbereichs werden saniert. Im Höhenfreibad Killesberg ist ein moderner Sanitärbereich für Eltern und Kinder beim Nichtschwimmerbecken in Planung. Dies soll ein wertvoller Beitrag zur Familienfreundlichkeit sein. Auch im Freibad Möhringen warten Veränderungen: Die gesamte Beckenlandschaft, Umkleiden sowie das Gastronomiegebäude sollen einer gründlichen Sanierung unterzogen werden.

Fortschrittliche Personalentwicklung, wichtige Bürgerbeteiligung und zukunftsweisendes Marketing
Gut ausgebildetes und in ausreichender Anzahl vorhandenes Personal ist die Grundlage für die erfolgreiche Bewältigung aller zukünftigen Aufgaben der Bäderbetriebe. Mit dauerhafter und nachhaltiger Personalgewinnung, Personalbindung und Personalentwicklung, mit gemeinsamer Wertschätzung sowie flexibler Arbeitszeitgestaltung wollen die Bäderbetriebe auf die personellen Herausforderungen reagieren.

In den Jahren 2015 und 2017 führten die Bäderbetriebe umfangreiche Befragungen unter den Bürgern und Besuchern durch um herauszufinden, wer wie oft in die Bäder geht und welche Stärken und Schwächen die Befragten feststellten. Daraus ergaben sich Handlungsempfehlungen, die in die zukünftigen Verbesserungsmaßnahmen miteinfließen.

Auch das Marketing wird die Ergebnisse der Gästebefragungen miteinbeziehen und zukunftsweisend weiterentwickeln. Vorrangige Ziele aller Marketingaktivitäten sind und bleiben die Förderung der Gästegewinnung und -bindung. Zu den wesentlichen Maßnahmen gehört die Erhöhung der medialen Präsenz in Stuttgart und der Region durch vielfältige Events sowie die Vermittlung des Nutzens des kostbaren Stuttgarter Mineralwassers. In Zukunft soll es gelingen, die drei Mineralbäder noch schärfer voneinander abzugrenzen und zielgruppengenau zu positionieren. Die Umbenennung der bisherigen Dachmarke in „Stuttgarter Bäder“ für ein modernes Image erfolgte bereits, und der Relaunch der aktuellen Homepage befindet sich in der Umsetzungsphase.

Die drei Stuttgarter Mineralbäder „in Bewegung“
Der Bäderentwicklungsplan 2030 sieht für alle drei Mineralbäder passgenaue, konkrete Maßnahmen vor. Im Frühjahr 2020 öffnet das traditionsreiche Mineral-Bad Berg nach der Generalsanierung seine Tore und bietet neben umfangreichen Öffnungszeiten ein ganzjähriges Mineral-Freibadangebot. Der Neubau einer Außengastronomie befindet sich in der Planungsphase.

Im Leuze Mineralbad entsteht ein neuer Multifunktionssportplatz auf dem Leuze-Tunnel, ein attraktiver Trockenspielplatz im Außenbereich wurde bereits dieses Jahr eröffnet. Das Kinderaußenbecken mit neuen, kindgerechten Wasserspielangeboten ergänzt in Zukunft das Angebot für die jungen Badegäste. Die Vorarbeiten sind im Gange. Im Frühjahr 2019 startet dann die Sanierung und Modernisierung des Foyers.

Die Attraktivierung und Modernisierung der Sauna-Anlage im MineralBad Cannstatt ist ebenfalls Bestandteil des Bäderentwicklungsplans 2030. Die dortigen technischen Sauna-Anlagen sind seit 1996 nahezu unverändert. Daneben befinden sich weitere Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen in Planung.

Die Stuttgarter Hallenbäder – Schwimmen für jedermann
Die klassischen Funktionshallenbäder mit ihrer Dreifachnutzung durch Schulen, Vereine und Öffentlichkeitsarbeit sind das Rückgrat der kommunalen Bäderinfrastruktur. Mit modernen und nachhaltigen Hallenbädern soll in Zukunft sichergestellt werden, dass Schulen und Vereine sowie die Öffentlichkeit ausreichende Schwimmzeiten erhalten. Gesundheitsorientierte Kursangebote runden das Angebot ab.

Anfang 2020 startet der Bau des Sportbads NeckarPark. Dieser soll ab 2022 die Traglufthalle im Inselbad Untertürkheim und das Hallenbad Cannstatt ersetzen. Das 50-Meter-Becken entspricht den DSV-Anforderungen der Kategorie B für nationale Wettkämpfe und ermöglicht dem leistungsorientierten Schwimmsport ganzjährig ideale Wettkampf- und Trainingsbedingungen in der Landeshauptstadt, die bis dato noch nicht zur Verfügung standen. Im Hallenbad Vaihingen steht 2019 neben der Deckensanierung auch die Erneuerung der technischen Anlagen sowie die Verbesserung des Brandschutzes an. Ende 2021 erfolgt voraussichtlich die umfangreiche Sanierung des Hallenbads Zuffenhausen.

Neue Tarifstruktur für alle Stuttgarter Bäder
Ab dem kommenden Jahr tritt bei den Stuttgarter Bädern ein neues Preiskonzept in Kraft. Es soll künftig für mehr Übersichtlichkeit und Einfachheit sorgen.

Bereits ab 1. Januar 2019 dürfen sich Kinder bis einschließlich sechs Jahren über freien Eintritt in allen Stuttgarter Bädern freuen. Ebenfalls neu ist ab Jahresbeginn die Aufhebung der Altersbegrenzung bei Studierenden in allen Stuttgarter Bädern. Jeder Studierende erhält dadurch ermäßigten Eintritt. Dies gilt ab dem kommenden Jahr ebenfalls für Schwerbehinderte mit Schwerbehindertenausweis, auch wenn diese keine Stuttgarter Bonuscard besitzen.

Die Eintrittspreise für alle Hallen- und Freibäder betragen ab Januar einheitlich 4,50 Euro für Erwachsene und 2,70 Euro für Ermäßigte. Für den Zutritt zur Sauna im Hallenbad Heslach ist eine Zuzahlung von 6 Euro zu entrichten, im Hallenbad Zuffenhausen beträgt diese 5 Euro auf den Schwimmbadeintritt.

Im Leuze Mineralbad erfolgt ab 1. Juni 2019 die Wiedereinführung der Trennung von Schwimmbad und Sauna. Der neue Basistarif für den zweistündigen Schwimmbadaufenthalt liegt bei 9,50 Euro für Erwachsene und 7,60 Euro für Ermäßigte. Eine Tageskarte kostet 14 Euro für Erwachsene und 11,20 Euro für Ermäßigte. Für Sauna-Besucher wird künftig unabhängig von der Aufenthaltsdauer eine Aufzahlung in Höhe von 6 Euro erhoben.

Im MineralBad Cannstatt gilt ab Juni ebenfalls der neue Basistarif für den zweistündigen Schwimmbadbesuch. Erwachsene bezahlen 8,50 Euro und Ermäßigte 6,80 Euro. Eine Tageskarte kostet für Erwachsene 13 Euro und für Ermäßigte 10,40 Euro. Der Zuzahltarif für die Sauna beträgt 5 Euro.