VVS-Halbjahresbilanz: Aufwärtstrend hält an

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Im ersten Halbjahr zwei Prozent mehr Fahrten mit Bus und Bahn

Stuttgart.| Der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) und die Verkehrsunternehmen in der Region ziehen zum Halbjahr eine positive Zwischenbilanz. Noch nie sind in den ersten sechs Monaten eines Jahres so viele Fahrgäste mit Bussen und Bahnen gefahren. Die Verkaufsstatistik weist 188,5 Millionen bezahlte Fahrten aus. Das sind im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr 3,7 Millionen Fahrten bzw. 2,0 Prozent mehr.

Der VVS führt diese erfreuliche Entwicklung auf die gute wirtschaftliche Lage in der Region Stuttgart und das verbesserte Leistungsangebot zurück. Aber auch die ständigen Verbesserungen im Fahrplan- und Tarifangebot haben zu dem Wachstum beigetragen: „Auffällig ist, dass die Tarifangebote, die wir in den letzten Jahren verbessert haben wie das FirmenTicket, das Ausbildungs-Abo oder das SeniorenTicket sich überdurchschnittlich gut entwickelt haben“, meint VVS-Geschäftsführer Horst Stammler.

„Wir haben inzwischen über eine halbe Million Stammkunden, die täglich mit unseren Bahnen und Bussen unterwegs sind“, freut sich sein Geschäftsführerkollege Thomas Hachenberger. Besonders das FirmenTicket sei Dank des Engagements von rund 1.000 Arbeitgebern, die ihren Mitarbeitern einen Zuschuss zu den Fahrtkosten zahlen, weiter auf dem Höhenflug.

Tarifzonenreform wird das Wachstum beschleunigen
Am 1. April 2019 tritt die historische Tarifzonenreform im VVS in Kraft. Dann werden die bisher 52 Zonen von fünf Ringzonen abgelöst. „Der Tarif wird damit einfacher und viel Fahrgäste auch günstiger. Die Fahrgäste werden um insgesamt 42 Millionen Euro im Jahr entlastet“, freut sich Horst Stammler über diesen Meilenstein in der Entwicklung des ÖPNV in der Region Stuttgart. Die beiden Stuttgarter Zonen 10 und 20 werden dann zu einer zusammengelegt, sodass Fahrten innerhalb von Stuttgart sowie von und nach Stuttgart günstiger werden. Im Außenbereich werden die Sektorengrenzen abgeschafft und der 60er und 70er Ring zusammengelegt, sodass es auch für tangentiale Verbindungen und größere Entfernungen günstiger wird. „Die Tarifzonenreform wird das Wachstum im ÖPNV in Verbindung mit den zahlreichen Fahrplanverbesserungen Ende des Jahres noch beschleunigen“, hofft Thomas Hachenberger. 

Berufsverkehr wächst
Die Fahrten im Berufsverkehr sind von Januar bis Juni 2018 um 5,4 Prozent gestiegen. Hauptgrund dafür ist das FirmenTicket, das seit rund vier Jahren zu günstigeren Konditionen angeboten wird, wenn der Arbeitgeber einen Zuschuss von mindestens zehn Euro im Monat gibt. Inzwischen fahren über 80.000 Arbeitnehmer mit den VVS-FirmenTickets zur Arbeit. Dabei geben mittlerweile fast 1.000 Unternehmen, darunter viele kleinere Betriebe, ihren Mitarbeitern einen Zuschuss zum VVS-Ticket. Das schafft den Anreiz, das Auto stehen zu lassen und umweltfreundlich und besonders kostengünstig mit Bus und Bahn an den Arbeitsplatz zu fahren.

SeniorenTicket im Aufwärtstrend
Auch das SeniorenTicket legt zu. Im ersten Halbjahr 2018 schrieb es ein Plus von 3,8 Prozent. Die Zahl der Abonnenten ist inzwischen auf über 30.000 geklettert. Hinzu kommen rund 7.000 JahresTickets und circa 6.000 MonatsTickets pro Monat, sodass mittlerweile knapp 43.000 ältere Fahrgäste regelmäßig mit einem SeniorenTicket unterwegs sind.

Ausbildungsverkehr legt zu
Der Ausbildungsverkehr wuchs trotz leicht sinkender Schülerzahlen im Vergleich zum Vorjahr an und zwar um 1,6 Prozent. Das liegt vor allem an dem neuen Ausbildungs-Abo. Nach Ende des ersten Ausbildungsjahrs hatten rund 27.000 Azubis das neue Abo in der Tasche, im Juni 2018 waren es bereits über 32.000.

Auszubildende können mit dem Ausbildungs-Abo für 59,90 Euro monatlich im ganzen Netz Bus und Bahn fahren. Dieses ist nicht nur für „klassische“ Azubis erhältlich, sondern auch für Praktikanten, Volontäre oder junge Leute im Bundesfreiwilligendienst.

Gelegenheitsverkehr rückläufig – UmweltTagesTicket kommt gut an
Zum Gelegenheitsverkehr gehören Einzel-, 4er- und TagesTickets, die überwiegend von Fahrgästen gekauft werden, die nicht regelmäßig mit Bus und Bahn fahren. Die Verdopplung der Fahrten mit dem TagesTicket (+97,8%) ist auf das günstige UmweltTagesTicket zurückzuführen. Damit konnten die Fahrgäste während der Feinstaubsaison von Mitte Oktober 2017 bis Mitte April 2018 im Vergleich zu früher bis zu 35 Prozent sparen. In manchen Monaten hatte sich der Verkauf des TagesTickets dadurch verfünffacht. Auch das KurzstreckenTicket hat im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zugelegt (10,8%). Die Rückgänge bei den Einzel- (-22,7 %) und 4erTickets (-24,2 %) hängen damit zusammen, dass im Vorjahr durch das stark vergünstigte FeinstaubTicket überdurchschnittlich viele Fahrten mit Tickets des Gelegenheitsverkehrs gemacht wurden. Die Einzel- und 4erTickets kosteten damals nur die Hälfte des normalen Preises (KinderTicket). Außerdem steigen zunehmend Kunden des Gelegenheitsverkehrs auf Zeittickets um.

Immer mehr Menschen kaufen Tickets übers Handy
Der Trend zum HandyTicket nimmt weiter stark zu. 2018 wurden bisher rund 3,4 Millionen mobile Tickets gekauft, das sind etwa 15 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Besonders in der vergangenen Feinstaubsaison war das HandyTicket der Renner: Rund 28 Prozent der UmweltTagesTickets wurden übers Smartphone gekauft.

Insgesamt hat der VVS im ersten Halbjahr 2018 rund 269 Millionen Euro eingenommen und damit rund 4,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.