Stuttgart 21: Bahn feiert Durchschlag im Tunnel Feuerbach

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Bild: Durchschlag beim Feuerbacher Tunnel | Foto: Reiner Pfisterer
  • Über 70 Prozent der Tunnel im Projekt Stuttgart 21 vorgetrieben
  • DB-Chef Richard Lutz: „Millionen Fahrgäste werden vom Projekt profitieren“

Stuttgart.| Die DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH hat unter Beteiligung zahlreicher Ehrengäste den Tunneldurchschlag in der zweiten Röhre des Tunnels Feuerbach gefeiert. Somit ist nun auch die letzte von insgesamt vier Tunnelröhren am Nordkopf des künftigen Stuttgarter Hauptbahnhofs angekommen.

Die Feier fand am Portal des Tunnels unter dem Kriegsberg in Stuttgart statt. Als Redner sprachen Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg, Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Fritz Kuhn, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart, Claude-Patrick Jeutter, Vorsitzender der Geschäftsführung der Baresel GmbH, und Selma Kreutzer, Patin des Tunnels.

Mit dem Durchschlag sind nun rund 41 Kilometer Tunnelröhren und damit über 70 Prozent der Tunnel des Projekts Stuttgart 21 vorgetrieben.

„Stuttgart 21 wird erheblich dazu beitragen, mehr Reisende auf die Schiene zu bringen. Ich freue mich darauf, dass Millionen Fahrgäste von kürzeren Reisezeiten, neuen Direktverbindungen und mehr Zügen profitieren werden“, sagte Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG.

„Stuttgart 21 wird den Menschen in der Region auf Jahrzehnte hinaus gute Dienste leisten. Vor allem wird S21 als hochmoderne Infrastrukturanbindung auch den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg attraktiver machen. Zudem werden über der Erde neue Nutzflächen geschaffen – in Zeiten, in denen Bauland das wohl knappste Gut im Großraum Stuttgart sind, ein essentieller Faktor für die städtebauliche Entwicklung. Am erfolgreichen Fortschritt des Projektes haben wir daher hohes Interesse. Mit dem Durchschlag des Tunnels Feuerbach ist ein weiterer wichtiger Schritt gemacht“, sagte Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg.

„Erhalt und Ausbau unserer Verkehrsinfrastruktur sind für die Bundesregierung von höchster Priorität! Der Bund hat die Weichen in Richtung Zukunft gestellt, damit die Bahn das Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts werden kann. Stuttgart 21 ist hierfür ein wichtiger Baustein“, sagte Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.

„Der heutige Tunneldurchschlag ist ein bedeutender Tag auf dem Weg zur Fertigstellung des Bahnprojekts Stuttgart 21. Der erfolgreiche Tunneldurchschlag ist wichtig, weil wir als Stadt ein großes Interesse daran haben, dass das Projekt zügig voranschreitet. Denn wir wollen das freiwerdende Gleis-Gelände so schnell wie möglich städtebaulich weiterentwickeln und im künftigen Rosenstein-Quartier unter anderem über 7.000 Wohnungen bauen. Unser Dank gilt heute in besonderem Maße den Mineuren, die mit großer Erfahrung und Respekt vor dem Berg ihre schwere Arbeit im Tunnel leisten“, sagte Fritz Kuhn, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart.

„Der Tunnel Feuerbach ist eine der komplexesten Tunnelbaustellen Europas. Im Namen der Arbeitsgemeinschaft Tunnel Feuerbach unter der technischen Federführung der Baresel GmbH gratuliere ich zum erfolgreichen Durchschlag. Er ist das Ergebnis der ausgezeichneten Zusammenarbeit und des hohen Einsatzes aller Beteiligten. Wir freuen uns, dieses außergewöhnliche Projekt auch in Zukunft weiter voranzubringen“, sagte Claude-Patrick Jeutter, Vorsitzender der Geschäftsführung der Baresel GmbH.

„Durch den tatkräftigen Einsatz unter Tage, die Erfahrung und das Durchhaltevermögen der Mineure ist dieser Tunnel stetig gewachsen und länger geworden. Als Tunnelpatin, aber auch als Bauingenieurin, bin ich tief beeindruckt von dem, was die Mineure hier geleistet haben“, sagte Selma Kreutzer, Patin des Tunnels Feuerbach.

Nach ökumenischen Segensworten schlugen die Mineure im weiteren Verlauf der Durchschlagsfeier die letzten Meter des Tunnels durch.

Der Tunnel Feuerbach
Der Tunnel Feuerbach (3.026 Meter) beginnt im Bahnhof Feuerbach und führt von dort auf direktem Weg zum neuen Hauptbahnhof. Der Tunnel verläuft weitgehend in zwei voneinander getrennten, eingleisigen und durch Rettungsstollen verbundenen Röhren. Durch den Tunnel werden später die Züge aus Richtung Mannheim, Karlsruhe und Paris zum künftigen Hauptbahnhof fahren.

Der Tunnelquerschnitt im Bereich der eingleisigen Tunnelröhren liegt bei rund zehn Metern. Der größte Tunnelquerschnitt mit rund 22 Metern befindet sich in den jeweils zweigleisigen Tunnelbereichen zwischen Hauptbahnhof und dem Verzweigungsbauwerk am Kriegsberg, in dem sich die Bahnstrecken nach Feuerbach und Bad Cannstatt trennen.

Beginn der Bauarbeiten am nun durchgeschlagenen Teil des Tunnels Feuerbach war im Juni 2015. Der Durchschlag der ersten Röhre erfolgte im März 2018.

Mit dem Bau des Tunnels wurde 2012 eine Arbeitsgemeinschaft aus den Unternehmen Baresel GmbH und Alfred Kunz Untertagebau München sowie der Walo Bertschinger AG aus der Schweiz beauftragt. Die gesamte Tunnelbauleistung beträgt über sechs Kilometer. Der Auftragswert für die Tunnel Bad Cannstatt und Feuerbach beträgt insgesamt rund 500 Millionen Euro.