Sondersitzung des Gemeinderats zur städtischen Immobilienstrategie

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Bild: Die Jahre der Sporthalle 1 sind gezählt, sie wird abgerissen und neu gebaut. | Foto: Beutler

Ostfildern.| Der Gemeinderat hat sich bei einer Klausursitzung einen Überblick über die städtischen Immobilien verschafft. Schwerpunkte der Investitionen werden die Schule im Park, die Gemeinschaftsschule und die Sporthalle 1.

Die Stadt unterhält 88 eigene Immobilien. Die Gebäude sind zwischen 20 und 10.000 Quadratmeter groß und in einem Alter von mehr als 400 Jahren bis hin zum Neubau. Der überwiegende Teil der Gebäude stammt aber aus den frühen 1970er-Jahren und ist nun größtenteils sanierungsbedürftig. Zudem haben sich die Anforderungen in der jüngeren Vergangenheit geändert, zum Beispiel beim Brandschutz.

Die Mitarbeiter im Fachbereich 4 (Bauen, Immobilien) haben in einem knapp 200 Seiten starken Werk einen Überblick über den Zustand der städtischen Gebäude gegeben. Dazu wurden die Gebäude unter verschiedenen Kriterien (Hülle, Innenraum, Technik, Sicherheit) nach Schulnoten bewertet und schließlich eine Gesamtnote erteilt. Nun soll eine Strategie für die Zukunft einzelner Immobilien erarbeitet werden.

Bei der Sondersitzung des Gemeinderats haben die Räte über die Schwerpunkte der Immobilienstrategie diskutiert: die Zukunft der Sporthalle 1, der Gemeinschaftsschule im Schulzentrum Nellingen sowie der Schule im Park im Scharnhauser Park. „Wir drehen da ein wirklich großes Rad“, sagte Oberbürgermeister Christof Bolay.

Dreh- und Angelpunkt der Überlegungen ist dabei die Sporthalle 1, denn sie macht Platz für weitere Investitionen im Schulzentrum. Gleich nach der Sommerpause soll der Kurs für die Halle entschieden werden. Es steht bereits fest, dass die Sporthalle beim Vereinsheim des TV Nellingen neu gebaut wird. Für wie viele Zuschauer, ist noch unklar. Zur Debatte stehen eine wettkampftaugliche Arena für die Handball-Bundesliga der Damen mit 1.200 Sitzplätzen. Das würde etwa 14 Millionen Euro kosten. Eine gerade noch bundesligataugliche Halle mit 750 Plätzen schlägt voraussichtlich mit 11,8 Millionen Euro zu Buche und eine Halle mit 400 Plätzen, wie sie die Verwaltung favorisiert, mit etwa 7,7 Millionen Euro. Diese drei Varianten wurden bei der Immobilienklausur kontrovers diskutiert.

Bei der Höhe der zu erwartenden Investitionen insgesamt waren sich die Fraktionsvorsitzenden aber darüber einig, dass die Stadt in den nächsten Jahren nicht umhinkommt, neue Schulden aufzunehmen.

Ein weiterer Investitionsschwerpunkt ist die Erweiterung der Erich Kästner-Gemeinschaftsschule. Die soll im Schulzentrum auf dem Platz verwirklicht werden, auf dem bisher die Sporthalle 1 steht. Als Zwischenlösung bis zum Hallenneubau könnte die Schule mit den Containern erweitert werden, die derzeit für die Sanierung der Realschule und der Gymnasien benötigt werden, so die Überlegungen.

Auch die Zukunft der Schule im Park ist vorgezeichnet. Die Schule soll künftig als Grundschule genutzt werden. Offen ist, ob wie bisher drei- oder künftig auch vierzügig. Dazuhin soll dort die wachsende Zahl der Schüler in der Schulkindbetreuung unterkommen.

Diese Überlegungen machen die Erweiterung der Mensa sowie weitere Umbauten notwendig, erläuterte Michael Striebeck, der Leiter des Fachbereichs 4. Die Kosten dafür können noch nicht beziffert werden.