Der Schönbuchturm ist offen

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Mit einer großen Eröffnungsfeier am Samstag, 9. Juni 2018, wurde der neue herausragende Anziehungspunkt für die Besucher freigegeben

Kreis Böblingen.| Am Samstag, 9. Juni 2018, wurde ab 11 Uhr Eröffnung gefeiert auf dem Stellberg bei Herrenberg. „Wir freuen uns riesig, heute den Schönbuchturm, neues Wahrzeichen für die Region und grandioser, freizeittouristischer Anziehungspunkt für viele Besucherinnen und Besucher freigeben zu können“, so der Böblinger Landrat Roland Bernhard, der gleichzeitig Vorsitzender des Fördervereins Aussichtsturm im Naturpark Schönbuch ist. Letzterer ist Bauherr des Schönbuchturms.

Mit einem bunten Programm, und vor allem mit dem 35 Meter hohen Schönbuchturm selbst, feierten zahlreiche Neugierige den neuen Rundumblick, den man vom Fuß des Turms und natürlich erst recht von seinen drei Plattformen genießen kann. Je nach Kondition und Schwindelfreiheit, oder einfach nach Lust und Laune lässt es sich auf 10, 20 oder 30 Meter Höhe verweilen. 174 Stufen sind bis ganz nach oben zu bewältigen. „Der Schönbuchturm wird sich zu einem Ausflugsziel mit großer Strahlkraft für die ganze Region entwickeln“, freute sich auch der Herrenberger Oberbürgermeister Thomas Sprißler. „Das große Interesse, das schon während der Bauzeit spürbar war, zeigt, wie gut der neue Aussichtsturm in der Bevölkerung angenommen wird.“

Seitens des Verbands Region Stuttgart wurde der Schönbuchturm im Rahmen des Landschaftsparks Region Stuttgart gefördert. „Der neue Schönbuchturm ist ein mutiger Entwurf und ein genialer Wurf“, so der Verbandsvorsitzende Thomas Bopp. „Dieses neue Highlight der Ingenieurskunst ist typisch für unsere Region Stuttgart: Erfindergeist, Wirtschaftskraft und Baukultur verbinden sich hier mit einer phantastischen, manchmal auch inspirierenden Landschaft. Mit unseren Landschaftsparkprojekten wollen wir genau das erreichen, was dieser Turm auf besondere Weise bietet – von hier oben kann man unsere Landschaft noch besser er-leben. Viele Menschen werden diesen Turm besuchen und besteigen und die Weitsicht genießen können.“

Wer vom Parkplatz am Naturfreundehaus Herrenberg, auf dem neu gestalteten Fußweg nach oben steigt, der erfährt unterwegs schon allerhand Spannendes – mit amüsanten und informativen Anlehnungen an die größten Partner und Sponsoren des Turmprojekts. So lernt man beispielsweise, dass der Landkreis Böblingen so viele Einwohner hat, dass es – verteilt auf die ganzen Stufen – 1.000 Einwohner je Stufe ergeben würde. Oder man lernt, dass 473 Ehrmann Joghurtbecher nötig wären, damit man die gleiche Höhe erreicht, wie der Schönbuchturm sie hat.

Diese und andere Informationen waren denn auch in einem Turmquiz Thema, bei dem fünf Geschenkkörbe mit regionalem Inhalt verlost werden. Vom Turm aus konnte man eine Postkarte schreiben, – natürlich mit dem Schönbuchturm als Motiv -, die der Landkreis Böblingen versendet. Wer wollte, konnte sich ein T-Shirt drucken lassen und für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Ein besonderer Hingucker war die Kunstaktion des „Blauschäfers“ Rainer Bonk, der seine blauen Polyestergen-Schafe unterhalb des Schönbuchturms „weiden ließ“. Direkt neben ihren lebendigen Artgenossen, denn der Ammerbucher Schäfer Paul Lemke war mit echten Schafen ebenfalls vor Ort. Rainer Bonk hat sich mit seiner „blauen Friedensherde“ schon verschiedentlich einen Namen gemacht, wenn er sie vor Orten wie dem Berliner Dom platzierte. Er möchte damit für ein Miteinander über Grenzen und Verschiedenheiten hinweg, und für tolerantes und soziales Denken und Handeln werben. Landrat Roland Bernhard und Herrenbergs Oberbürgermeister Thomas Sprißler erhielten je eins der Blauschafe aus der Hand des Aktionskünstlers.

Die Hauptperson, der Schönbuchturm selbst, bleibt auch über den Eröffnungstag hinaus – und hoffentlich noch sehr lange -, auf dem Stellberg stehen und freut sich auf viele Besucherinnen und Besucher. Zu seiner Eröffnung wurde eine über 40 Seiten starke Festschrift aufgelegt, die mit vielen spektakulären Bildern und spannender Information auf attraktive Art und Weise die Baugeschichte Revue passieren lässt. Die Festschrift ist gegen eine Schutzgebühr von 3 Euro im Landratsamt Böblingen erhältlich. Wer ihn live besuchen und besteigen möchte – ein Schild informiert darüber, dass der Turm immer von Sonnenaufgang bis Einbruch der Dämmerung geöffnet ist. Gegen eher unschöne Aktivitäten soll die Warnung helfen, dass der Turm und der Bereich um den Turm videoüberwacht werden.

Die Arbeiten an diesem sehr besonderen Projekt hatten am 21. September 2017 mit einem offiziellen Spatenstich ihren Anfang genommen. Bis zum Jahresende 2017 wurde das rd. 400 Tonnen schwere Fundament erstellt. Im Februar 2018 begannen dann vor Ort die Hochbau-Arbeiten. Das Richtfest fand am 3. Mai statt und wenige Tage danach wurden im Rahmen des sogenannte „big lift“ die bis dahin aufgebauten drei Turmteile aufeinander gesetzt. Für die Planung dieses architektonisch sehr besonderen Bauwerks zeichnet das Ingenieurbüro schlaich, bergermann und partner, sbp, Stuttgart, verantwortlich. Die Baukosten lagen bei rd. 1,46 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgte über kommunale Anteile und Fördermittel sowie zahlreiche Spenden und Sponsoringaktionen vieler Firmen. Noch gibt es auch einige Treppenstufen zu erwerben – eine Stufe kostet 1.000 Euro. Darauf wird ein 4 x 17 cm großes Schild mit beliebigem Aufdruck für den Spender angebracht. www.schönbuchturm.de.