DLR weiht Institut für Vernetzte Energiesysteme in Oldenburg ein

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Bild: Das Oldenburger EWE-Forschungsinstitut NEXT ENERGY ergänzt als Institut für vernetzte Energiesysteme die Energieforschung des DLR. | Foto: DLR (CC-BY 3.0)
  • Das Oldenburger Institut beschäftigt 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
  • Übergeordnetes Forschungsziel ist ein stabiles und effizientes Energiesystem auf Basis erneuerbarer Quellen.
  • Am Festakt zur Einweihung nahmen rund 120 Gäste teil, unter ihnen Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil.
  • Schwerpunkt(e): Energie, Digitalisierung

Die Energieforschung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Knapp ein Jahr nach dem Beschluss zur Aufnahme von sieben neuen Instituten ist das Oldenburger Institut für Vernetzte Energiesysteme nach thematischer und struktureller Neuausrichtung am heutigen Donnerstag, 31. Mai 2018, mit einem großen Festakt symbolisch als neuer DLR-Forschungsstandort eingeweiht worden. Das Institut mit seinen rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist aus dem im Jahr 2007 gegründeten EWE-Forschungszentrum NEXT ENERGY hervorgegangen und widmet sich heute systemorientierten Lösungskonzepten für die zukünftige Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien.

Das Energiesystem der Zukunft gestalten
Im Beisein von 120 geladenen Gästen, darunter Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Thomas Bareiß, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), unterstrich die DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Pascale Ehrenfreund die Bedeutung des Oldenburger Instituts für das DLR: „Unsere Energieforschung hat verschiedene Technologien entscheidend vorangebracht, vom solarthermischen Kraftwerk bis zur Brennstoffzelle. Unserem neuen DLR Institut für Vernetzte Energiesysteme kommt jetzt die Aufgabe zu, aus dieser Vielzahl an Technologien und dezentralen Einzelanlagen ein zuverlässiges Energiesystem zu gestalten. Diese System muss nicht nur wirtschaftlich und nachhaltig sein, sondern auch gesellschaftlich akzeptiert werden.“ Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der einzelnen Forschungsbereiche des DLR bietet dafür einzigartige Voraussetzungen.

Bild: Niedersachsens Ministerpräsident Weil bei der Einweihung des Instituts für vernetzte Energiesysteme. | Foto: DLR (CC-BY 3.0)

Investition in die Zukunft
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil betonte die große Bedeutung von innovativer Energieforschung: „Sie ist ein zentrales Element für das Gelingen der Energiewende. Wir haben deshalb als Landesregierung die Energieforschung ins Zentrum unserer Förderpolitik gerückt.“ Vor diesem Hintergrund sieht er die Entwicklung in Oldenburg positiv: „Es freut mich sehr, dass das ehemalige Energieforschungsinstitut NEXT ENERGY künftig als DLR-Institut eine noch wichtigere Rolle einnehmen wird. Die gemeinsamen Anstrengungen von Bund und Land sind eine gute Investition in die Zukunft.“

Staatssekretär Thomas Bareiß hob die Bedeutung der Energieforschung hervor: „Die Energieforschung ist zentral, wenn wir die Energiewende zum Erfolg führen wollen. Wir brauchen innovative Lösungen, die das Energiesystem als Gesamtheit in den Blick nehmen. Das DLR-Institut für Vernetzte Energiesysteme in Oldenburg setzt genau hier an und wird weiter an den wissenschaftlichen Grundlagen für das Energiesystem der Zukunft arbeiten. Dabei werden wir das DLR weiter unterstützen.“

Abstimmung auf Verbrauchsverhalten von Industrie und Gesellschaft
Die neue Trägerschaft fördere eine zielgerichtete und lösungsorientierte Forschung, bestätigte Institutsdirektor Prof. Dr. Carsten Agert. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und die Niedersächsische Landesregierung hätten bei der Integration ins DLR große Unterstützung geleistet und sich dabei von zukunftsorientierten Sachthemen leiten lassen. „Auf Basis dieses Engagements können wir künftig die Gestaltung eines Energiesystems vorantreiben, das ganz wesentlich aus erneuerbaren Energien gespeist wird. Die technischen Herausforderungen liegen dabei in der wetterabhängigen Erzeugung von Wind- und Sonnenstrom, die zudem in einer großen Anzahl vergleichsweise kleiner Anlagen mit unterschiedlichen Technologien erzeugt werden“, erläuterte Agert. „Eine wesentliche Aufgabe unserer Wissenschaftler wird darin bestehen, das Zusammenwirken dieser Einzelanlagen zu optimieren, zuverlässig mit dem Verbrauchsverhalten von Industrie und Gesellschaft in Einklang zu bringen und einen stabilen Betrieb der Stromnetze sicherzustellen.“

Sektorenkopplung für ein effizienteres Gesamtsystem
Ein entscheidender Ansatz für die Gestaltung künftiger Energiesysteme wird die Sektorenkopplung sein. Bislang sind der Mobilitätssektor und die Bereitstellung von Wärme nur punktuell ans Stromnetz gekoppelt. Um zu einem intelligenten und effizienten Gesamtsystem zu gelangen, treibt das Institut die Verschmelzung dieser Systeme voran, um zum Beispiel Anlagen zur Wärmeerzeugung oder Elektrofahrzeuge enger mit dem Stromnetz zu verknüpfen. Für einzelne Wohngebäude bis hin zu Wohnquartieren und ganzen Städten entsteht so ein vernetztes Energiesystem, das auf allen Ebenen sektorenübergreifend maximale Flexibilität ermöglicht.