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Hohe Vermögensschäden nur knapp verhindert

Ludwigsburg.| Das Polizeipräsidium Ludwigsburg registriert in seinem Zuständigkeitsbereich eine Zunahme der kriminellen Aktivitäten von falschen Polizeibeamten. Allen seit Mittwoch sind über 20 Fälle bekannt geworden, die glücklicherweise im Versuchsstadium stecken blieben. Allerdings konnte die Polizei in einigen Fällen einen bedeutenden Vermögensschaden bei gutgläubigen Opfern nur knapp verhindern.

Der Aufmerksamkeit eines Bankmitarbeiters ist es zu verdanken, dass eine 76-jährige Frau in Böblingen nicht 50.000 Euro verlor. Er hatte die Polizei informiert, nachdem sie den Betrag am Donnerstag abgehoben hatte und angeblich für einen Wohnungskauf benötigte. Tatsächlich war sie jedoch von falschen Polizeibeamten angerufen und angewiesen worden, das Geld zur Sicherung ihres Vermögens in polizeilichen Gewahrsam zu geben.

12.000 Euro hatte eine 81-jährige Frau in Sindelfingen abgehoben, nachdem sie am Mittwoch den Anruf eines angeblichen Verwandten erhalten hatte, der vorgab, dringend Geld für einen Wohnungskauf zu benötigen. Auch in diesem Fall kam einem Bankmitarbeiter die Sache verdächtig vor und er ging mit der Frau direkt zur Polizei.

Mit einer Mischung aus „Enkeltrick“ und „falschem Polizeibeamten“ versuchten die Ganoven am Donnerstag, einen 85-Jährigen in Böblingen um sein Erspartes zu bringen. Zunächst meldete sich der angebliche Mann seiner Enkelin und bat dringend um eine größere Summe Bargeld. Kurz darauf erhielt er den Anruf eines „Polizeibeamten“, der ihm erklärte, dass man gerade versucht habe, ihn zu betrügen. Den Besuch von zwei Kollegen des Anrufers lehnte der 85-jährige jedoch ab und es kam auch hier zu keinem Schadenseintritt.

Das Polizeipräsidium Ludwigsburg weist in diesem Zusammenhang nochmals darauf hin:

  • Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten oder dazu auffordern, Geld oder Wertsachen herauszugeben.
  • Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizeinotruf-Nummer 110 an. Das machen nur Betrüger. Sind Sie sich unsicher, wählen Sie die Nummer 110. Benutzen Sie dabei aber nicht die Rückruftaste, da Sie sonst möglicherweise wieder bei den Betrügern landen, sondern wählen Sie immer die Nummer selbst.
  • Sie können sich aber auch an die örtliche Polizeidienststelle wenden. Erzählen Sie den Beamten von den Anrufen.
  • Am besten ist, wenn Sie die Nummer Ihrer örtlichen Polizeidienststelle sowie die Notrufnummer 110 griffbereit am Telefon haben, damit Sie sie im Zweifelsfall selbst wählen können.