Energiezentrale und Quartiersparkhaus für den NeckarPark

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Stuttgart.| Der Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung am 22. Februar mit dem Bau der Energiezentrale und des Quartiersparkhauses auf der Baufläche Q16 im NeckarPark befasst und den entsprechenden Vorprojektbeschluss gefasst. Mit dem Beschluss werden die bisher separat behandelten Projekte Energiezentrale für die Wärmeversorgung und das Parkhaus zusammengeführt.

Nicht alle vorgeschriebenen Stellplätze können auf den einzelnen Baufeldern des neuen Stadtviertels ausgewiesen werden. Grund sind zum einen der Wohnungsschlüssel, das heißt das Verhältnis der Parkplätze bezogen auf die Zahl der Wohnungen. Der genaue Schlüssel der auszuweisenden Stellplätze wird im Bebauungsplanverfahren Ca 238/5 festgelegt. Hier gehen die Ansichten im Gemeinderat auseinander. Zum anderen setzen die geologischen Gegebenheiten im Gebiet ein Limit, da die Bauarbeiter nicht allzu tief in den Untergrund gehen können. Deshalb hat das Hochbauamt untersucht, wie die Energiezentrale mit einem Quartiersparkhaus für Autos und Fahrräder samt Fahrradstation ergänzt werden kann.

Dem künftigen Gebäude an der abknickenden Benzstraße kommt nicht nur eine hohe städtebauliche Bedeutung als Eingang ins Quartier zu. Es übernimmt auch die Funktion des Schallschutzes zum nördlichen gelegenen Wohnviertel gegenüber der Benzstraße und dem Wasengelände. Das Dach soll extensiv begrünt werden, die Fassade mindestens zu einem Drittel.

Im Parkhaus können maximal 339 Parkplätze für Autos untergebracht werden. Die Elektromobilität spielt eine große Rolle. In der ersten Ausbauphase sind rund 20 Prozent der Stellplätze, das sind etwa 60 Stück, mit E-Ladestationen ausgerüstet. In der zweiten Ausbauphase soll die Hälfte der Parkplätze E-Auto-tauglich sein (rund 150 Stellplätze) und in der dritten Ausbauphase alle.

Die Fahrradstation mit 340 Quadratmetern bietet nach den bisherigen Überlegungen Platz für rund 300 Räder samt einer Werkstatt und Sozialräumen. Zu diesem Aspekt hatten Stadträtinnen und -räte aller Fraktionen bereits im Ausschuss für Umwelt und Technik am 20. Februar die Anregung gegeben, diesen Teil der Pläne zu überarbeiten. Die Lebenswirklichkeit zeige, dass die Menschen ihr Fahrrad direkt vor ihrem Wohnhaus abstellen wollen und nicht in einem am Rand des Wohngebiets stehenden Quartiersparkhaus. Zudem fordere die Landesbauordnung seit ein paar Jahren, dass bei Bauvorhaben auch Fahrradstellplätze vorgesehen werden. Die Stadträtinnen und Stadträte empfahlen, im Parkhaus neben der Radstation auch Leih- und Lastenräder anzubieten und die Zahl der Fahrrad-Stellplätze zu reduzieren.

Das Parkhaus ist ausdrücklich für die Bewohner des neuen Wohnquartiers gedacht und soll nicht als öffentliches Parkhaus, etwa bei Veranstaltungen in den Einrichtungen im NeckarPark, genutzt werden. Wer das Parkhaus betreiben soll, wird in einer späteren Planungsphase entschieden. Vertreter der Fraktionen sprachen sich für die Stadt oder die Stadtwerke Stuttgart als künftigen Betreiber aus. Ein vollautomatisches Parkhaus wird es wohl nicht geben, da es nach den Worten von Technischem Bürgermeister Dirk Thürnau an dieser Stelle nicht wirtschaftlich sinnvoll betrieben werden könne.

Geplant ist, die Energiezentrale schon in Betrieb zu nehmen, während die Bauarbeiten am Parkhaus noch laufen. Wichtige Erkenntnisse dafür lieferte eine Machbarkeitsstudie des Büros asp Architekten. Diese empfehlen die innere Erschließung des Parkhauses durch Mittelrampen. In der Weiterentwicklung des Konzepts im Rahmen der weiteren Planungs- und Leistungsphasen sollen Punkte wie die optimale Erschließung und natürliche Belüftung unter Berücksichtigung der Anforderungen aus der E-Mobilität, der Integration der Fahrradstation und einer wirtschaftlichen Baukonstruktion vertieft untersucht werden. Die Stadträtinnen und Stadträte gaben der Verwaltung zudem mit auf den Weg zu prüfen, ob die Photovoltaikanlage nicht nur die nahe Schule beliefern kann, sondern auch die Einrichtungen für E-Mobilität im Parkhaus.

Die bisher ermittelten Bruttokosten setzen sich folgendermaßen zusammen: Für das Quartiersparkhaus sind 10,6 Millionen Euro veranschlagt. Damit kostet ein Stellplatz rund 31.270 Euro. Für die Fassadenbegrünung sind 380.000 Euro, für die Dachbegrünung 1,11 Millionen Euro und für den Lärmschutz 1,24 Millionen vorgesehen. Die Fahrradstation ist mit 420.000 Euro veranschlagt, Photovoltaik-Dach und Fassade kosten voraussichtlich 2,16 Millionen Euro und der Innenausbau der Energiezentrale ohne technische Ausrüstung 110.000 Euro. Für Unvorhergesehenes sind 830.000 Euro veranschlagt. Insgesamt liegen die Kosten damit bei rund 18 Millionen Euro. Dazu kommen die Gesamt-Nettokosten für die Energiezentrale von 4,8 Millionen Euro.

Mit dem Bau will man Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres beginnen. Die Energiezentrale könnte dann Ende 2019 in Betrieb genommen werden, das Parkhaus wird voraussichtlich 2020 fertig sein.