Albvorlandtunnel: Tunnelvortriebsmaschine „WANDA“ ist gestartet

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Bild: Die beiden Tunnelvortriebsmaschinen "Sibylle" und "WANDA" vor dem Start | Foto: Reiner Pfisterer/DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH
  • Erste von zwei Tunnelvortriebsmaschinen gestartet
  • Maschine hat rund acht Kilometer Tunnel zu graben

Stuttgart.| Die Tunnelvortriebsmaschine „WANDA“ hat ihre Arbeit aufgenommen und heute Nacht den ersten Meter des Albvorlandtunnels bei Kirchheim unter Teck gegraben. Vor dem Start war die rund 120 Meter lange Maschine mehrere Monate lang zusammengebaut und getestet worden. Am 6. Oktober 2017 erhielt sie bei einer feierlichen Maschinentaufe ihren Namen.

Für den Vortrieb der Süd-Röhre des Albvorlandtunnels wird „WANDA“ rund eineinhalb Jahre brauchen. Die durchschnittliche Vortriebsgeschwindigkeit wird bei rund 20 Metern pro Tag liegen. In wenigen Wochen wird auch die Tunnelvortriebsmaschine „Sibylle“ starten und die parallel liegende zweite Röhre auffahren.

„WANDA“ steht als Akronym für „Wendlingen am Neckar durchs Albvorland“ und wurde von der Klasse 8b der Johannes-Kepler-Realschule Wendlingen vorgeschlagen.

Albvorlandtunnel in Zahlen
Der 8.176 Meter lange Albvorlandtunnel wird nach seiner Fertigstellung einer der zehn längsten Eisenbahntunnel in Deutschland sein. Der Tunnel besteht aus zwei eingleisigen Tunnelröhren, die alle 500 Meter mit Querschlägen verbunden werden. Der Tunnel wird aus 54.000 Betonfertigteilen, sogenannten Tübbingen, bestehen, die in unmittelbarer Nähe zur Baustelle hergestellt werden. Insgesamt werden etwa 600 Bauarbeiter und rund 80 Ingenieure, Geologen und Kaufleute an der Vollendung der beiden Tunnelröhren arbeiten.

Zwei 120 Meter lange Tunnelvortriebsmaschinen
Die beiden Tunnelvortriebsmaschinen sind jeweils rund 120 Meter lang, wiegen rund 2.300 Tonnen und haben einen Durchmesser von 10,82 Meter. Die Antriebsleistung liegt bei 4.400 Kilowatt je Maschine. Für den Vortrieb der beiden 8.176 Meter langen Tunnelröhren werden die beiden Tunnelvortriebsmaschinen rund eineinhalb Jahre brauchen. Die durchschnittliche Vortriebsgeschwindigkeit wird bei rund 20 Metern pro Tag und Maschine liegen.

Die Tunnelvortriebsmaschinen „WANDA“ und „Sibylle“ in Zahlen
Grunddaten Tunnelvortriebsmaschinen

  • Durchmesser: 10,82 Meter
  • Gesamtlänge der Tunnelvortriebsmaschinen: je rund 120 Meter
  • Gesamtgewicht der Tunnelvortriebsmaschinen: je rund 2.300 Tonnen
  • Die Tunnelvortriebsmaschinen werden jeweils mit 14 Vortriebszylindern/ Vortriebspressen nach vorne gepresst. Nennvortriebskraft: 71.000 Kilonewton

Schneidrad

  • Antriebsleistung: je 4.400 Kilowatt
  • Anzahl der Schneidrollen: je 52 + 4 Zentrumsschneidrollen (59 Spuren bei Doppelbelegung äußerster Spur)
  • Anzahl der Schälmesser: je 140
  • Gewicht: je rund 190 Tonnen

Tübbingdaten

  • Außendurchmesser: 10.500 Millimeter
  • Innendurchmesser: 9.600 Millimeter
  • Tübbingdicke: 450 Millimeter
  • Tübbinglänge: 2.000 Millimeter
  • Schwerster Stein: 10,5 Tonnen

Die beiden Tunnelvortriebsmaschinen erhielten ihren Namen in einem Wettbewerb der beiden lokalen Zeitungen „Teckbote“ und „Wendlinger Zeitung“. „WANDA“ steht als Akronym für „Wendlingen am Neckar durchs Albvorland“ und wurde von der Klasse 8b der Johannes-Kepler-Realschule Wendlingen vorgeschlagen. „Sibylle“ ist eine bekannte Sagengestalt in der Region und wurde von über 100 Lesern des „Teckboten“ vorgeschlagen. Die Namensentscheidung traf eine Jury, der Vertreter der Bahn, der Baufirma Implenia, der beiden Zeitungen, die Oberbürgermeisterin der Stadt Kirchheim unter Teck, die Bürgermeister der Kommunen Wendlingen am Neckar und Dettingen unter Teck sowie der Landrat des Landkreises Esslingen angehörten.

Albvorlandtunnel ist Teil des Planfeststellungsabschnitts 2.1
Der Bau des Albvorlandtunnels wurde Ende 2015 für rund 380 Millionen Euro an die schweizerische Baufirma Implenia vergeben. Neben dem Bau des Albvorlandtunnels umfasst der Auftrag auch die Herstellung der beiden Anschlüsse der Neubaustrecke zwischen Stuttgart und Ulm an die bestehende Bahnstrecke Plochingen–Tübingen. Dies ist zum einen die Wendlinger Kurve einschließlich eines 494 Meter langen Tunnels für neue Zugfahrten in der Relation Stuttgart–Tübingen. Zum anderen wird auch die Güterzuganbindung für Züge der Relation Ulm–Plochingen einschließlich eines 173 Meter langen Tunnels unter der Bundesautobahn A8 vom Auftragnehmer gebaut.