SG BBM stürmt auf den zweiten Tabellenplatz

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von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Handball-Demonstration in der EgeTrans Arena! Die SG BBM Bietigheim überrollt den EHV Aue mit 41:19 (20:6) Toren, rückt in der 2. Liga dank der Ergebnisse der Konkurrenten auf Rang 2 vor und stürzt den Erzgebirgischen Handballverein am Samstag zwischenzeitlich ans Tabellenende.

„Solche Spiele gibt es,“ stellte SG-Trainer Hartmut Mayerhoffer weniger mit Blick auf die beeindruckende Leistung seines Teams, als vielmehr in Richtung seines Kollegen Stephan Swat fest. Indes setzt sich die Liga der außergewöhnlichen Heimspiele der SG BBM in dieser Saison fort. 1570 Zuschauer in der EgeTrans Arena bestaunten den sechsten Erfolg im sechsten Spiel, die meisten davon gestalteten die Schwaben zu Überlegenheitssiegen. Genauso wenig Mühe mit der einseitigen Partie hatte das erst 21-jährige Schiedsrichtergespann Hellbusch / Jansen aus dem DHB-Nachwuchskader.

Die Szene spricht Bände. Gerdas Babarskas schlägt nach dem Schlusspfiff die Hände vors Gesicht und schüttelt ungläubig den Kopf angesichts des Rekordergebnisses für seine Bietigheimer Handballer seit Zugehörigkeit zur 2. Liga. „Wir hatten uns auf ein hartes Spiel eingestellt und nicht erwartet, dass es so deutlich wird,“ bestätigte auch Torsteher Jürgen Müller. EHV-Coach Swat war angefressen: „Jeder, der heute dabei war, hat eine katastrophale Leistung abgeliefert. Das wird Konsequenzen haben. Der Abstiegskampf muss in die Köpfe rein. Wenn am Ende die Tordifferenz zählt, haben wir heute nicht nur zwei, sondern 3 Punkte verloren.“

Quälend lange Minuten benötigte der EHV Aue überhaupt, um den ersten Wurf auf das von Domenico Ebner gehütete Gehäuse abzufeuern. 5:0 stand es da bereits, die Spieler um Kapitän Patrick Rentschler sprudelten vor Spielfreude und entwickelten eine erdrückende Dominanz. Neuzugang und Routinier Alexander Koke und Mindaugas Dumcius erlösten mit ihren Toren zum 5:2 die Angriffsversuche des EHV . Doch wirklich besser wurde es in den kompletten 60 Minuten nicht für die Sachsen, während die Gastgeber weiter felsenfest in der Defensive standen und mit ihrem Tempospiel bei jedem Angriffsversuch immer wieder den schnellen und erfolgreichen Abschluss suchten.

Zum Seitenwechsel leuchtete ein 20:6 von der Anzeigentafel und es fällt schwer, einen Mannschaftsteil oder Akteur aus dem Bietigheimer Kollektiv herauszuheben. Die Defensive hält die Gäste aus Aue bei mageren sechs Treffern. Mit hoher Frequenz (58 Angriffsversuche) und nahezu perfekter Chancenverwertung fallen auf der anderen Seite die Tore von allen Positionen.

Dabei kann man Stephan Swat keinesfalls absprechen, nicht alles versucht zu haben. Torhüterwechsel, siebter Feldspieler, unterschiedliche Deckungsvarianten – gegen den Bietigheimer Auftritt in Offensive und Defensive schien am Samstag kein Kraut gewachsen. In der 37. Minute hatte Aue minimal auf 22:9 verkürzt, brachte das Bietigheimer Angriffsstakkato für einige Minuten zum Stocken. Danach rollte der Enztal-Express mit unveränderter Wucht weiter Richtung Auer Gehäuse. Kann die Erklärung für Bietigheimer Überlegenheit so einfach sein, wie es Max Emanuel am Ende formulierte: „Wir lassen den Ball laufen, spielen schönen Handball, so macht das Spaß. Jeder im Team hat seine Rolle angenommen.“

SG BBM Bietigheim: Ebner, Müller; Schäfer (7/2), Rentschler (5), Döll (5), Babarskas (4), König (4), Erifopoulos (4), Asmuth (3), Barthe (2), Schmidt (2/1) , Haller (2) , Marcec (2), Emanuel (1), Claus.

EHV Aue : Wetzel, Töpfer; Schäfer, Koke (4), Jungemann (4), Bornhorn (2), Faith (2), Neuteboom (2), Remke (2), Pechstein (2), Dumcius (1), Roch, Ebert, Mägi.

Spielverlauf: 5:0 (7.), 9:4 (15.), 15:5 (22.), 20:6 (30.) , 22:9 (37.), 26:9 (42.), 28:13 (47.), 33:14 (52.), 38:17 (56.) , 41:19 (60.)

Zeitstrafen: Rentschler (16.), Claus (37.), Haller (43.) – Bornhorn (17.), Roch (26.), Neuteboom (29.), Remke (32., 39.), Jungemann (52.)
Siebenmeter: 3 / 3 – – /-
Zuschauer: 1570 ( EgeTrans Arena Bietigheim )
Schiedsrichter: Hellbusch / Jansen (Trebur)