Wohnförderkonto: Was ist das – und für wen rentiert es sich?

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Bildrechte: Flickr Balancing The Account Ken Teegardin CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Der Weg zur Eigentumswohnung oder zum eigenen Haus ist manchmal recht beschwerlich. Wohn-Riester kann für Förderberechtigte durchaus ein interessanter Weg zum Eigenheim sein. Allerdings sind die Konsequenzen des Wohnförderkontos bis über den Renteneintritt hinaus zu berücksichtigen.

Wohnförderkonto – die Steuerlast kommt mit der Rente
Neben den üblichen Riester-Sparformen, also Rentenversicherungen oder Sparverträgen, gibt es seit einigen Jahren die Möglichkeit, die staatliche Förderung in den Kauf von Wohneigentum zu investieren. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass die eigenen vier Wände eine solide Basis für einen finanziell gesicherten Ruhestand darstellen. Parallel zum Wohn-Riester-Vertrag wird ein fiktives Wohnförderkonto eingerichtet, auf dem alle geförderten Tilgungen von bis zu 2.100 Euro jährlich sowie die Zulagen vermerkt werden. Das Guthaben wird mit 2 Prozent per anno verzinst, um die Vorteile aus der Nutzung auszugleichen. Für Immobilienkäufer oder Hausbauer kann dies ein durchaus lukratives Angebot sein.

Zum Rentenbeginn steht dann allerdings die Versteuerung des Wohnförderkontos an, für die besondere Regeln gelten. Entweder sind die für den gesamten Betrag anfallenden Steuern jährlich zu zahlen – und zwar bis zum 85. Lebensjahr –, oder die Steuerlast wird auf einmal getilgt. In letzterem Fall gewährt der Gesetzgeber einen Nachlass von 30 Prozent.

Genau kalkulieren: Nicht immer rechnet sich Wohn-Riester
Es lässt sich schnell überschlagen, dass sich auf einem Wohnförderkonto durchaus Beträge zwischen 60.000 und 80.000 Euro summieren können. Das klingt zunächst sehr gut. Jedoch fällt dann auch die Steuerlast entsprechend hoch aus. Die Rückführung der Steuern muss zwischen dem 60. und 68. Lebensjahr beginnen. Da aber Förderberechtigte von der schnelleren Rückzahlung des Immobiliendarlehens profitieren, sollten sie die Ersparnisse auch konsequent für die Steuern zur Seite legen.

Daraus folgt, dass sich diese Art der Förderung nur dann lohnt, wenn ausreichend Eigenkapital zur Finanzierung einer Immobilie zur Verfügung steht – egal, ob für eine Eigentumswohnung oder ein Massiv- bzw. Fertighaus. Geringverdiener sollten dieses Förderprogramm für Wohneigentum sehr kritisch betrachten, denn im Alter kann wegen der auflaufenden Steuerlast die Überschuldung drohen. Für diesen Fall gibt es alternative Fördermöglichkeiten, die unter dem Strich vorteilhafter sind. Immobilieninteressenten sollten sich deshalb umfangreich beraten lassen und verschiedene Angebote einholen, um im Alter finanziell sorgenfrei zu bleiben.

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